Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Ein kurioses Tor des Mundenheimer Torhüters

Aaron Schleidweiler (beim Wurf) trug sich mehrmals in die Torschützenliste der VTV Mundenheim ein – wie auch sein Bruder Simon (
Aaron Schleidweiler (beim Wurf) trug sich mehrmals in die Torschützenliste der VTV Mundenheim ein – wie auch sein Bruder Simon (im Hintergrund). Das Bild stammt aus dem Spiel gegen Saulheim.

Die Herren der VTV Mundenheim beenden das Kalenderjahr 2021 ohne Niederlage. Der Oberliga-Tabellenführer schießt den TV Mülheim 05 beim 39:25 (20:12) förmlich aus der Halle. Trainer Steffen Schneider ist überaus zufrieden, weiß aber keine Antwort auf eine wichtige Frage.

Die wichtigste Frage blieb ohne Antwort: Womit wird der Schütze des 40. Tors zur Kasse gebeten, nachdem doch bereits der 30. Treffer bei den VTV seinen Mannschaftskameraden traditionsgemäß schon eine Kiste Bier schuldet? „Das ist bei mir noch nie vorgekommen. Das weiß ich gar nicht“, schmunzelte Schneider nach dem Schlusspfiff. Aber auch er konnte sich mit dieser Randfrage beschäftigen, denn auf dem Platz selbst gab es keinerlei Unklarheiten, stellte Mundenheim schon früh die Weichen auf Sieg.

Das lag allerdings auch an den Gästen. „Wir wollten Mundenheim mit unserer offensiven Deckung überraschen“, verriet TV-Trainer Hilmar Bjarnason. Spielmacher Timo Naas und Simon Schleidweiler sollten so aus dem Spiel genommen werden. Der Schuss ging nach hinten los. Beide glänzten nun als Anspieler an den Kreis oder auf die Außenpositionen. Aber auch aus dem Rückraum nutzten Luka Wilbrandt oder Tim Schmieder die sich bietenden Räume. „Da haben wir nicht gut ausgesehen“, bilanzierte Bjarnason trocken nach dem 11:4 nach 16 Minuten.

Tatsächlich war seine Mannschaft mit dem 20:12 zur Pause noch richtig gut bedient. Denn obwohl sich die beiden Trainer nach dem Schlusspfiff einig waren, dass der Erfolg doch ein wenig zu deutlich ausgefallen sein könnte, so war vor allem die Chancenverwertung größter Kritikpunkt bei den VTV. Kritik auf ganz hohem Niveau. „Heute haben wir uns endlich einmal für unsere klare Überlegenheit belohnt“, freute sich Schneider.

Tor aus knapp 40 Metern

Das war das Ziel. „Wir wollen noch einmal ein Ausrufezeichen setzen“, hatte Simon Schleidweiler vorab erklärt. Das ist insgesamt gelungen, auch wenn er selbst mit zwei Treffern für seine Verhältnisse dabei ein wenig blass blieb. Immerhin war der Blick auf die Statistik trotzdem interessant. Denn da hatten am Ende nicht nur alle Feldspieler der VTV getroffen – bis auf Luka Wilbrandt sogar alle mehrfach, sondern auch Torhüter Janik Kunz gelang ein ganz besonderer Treffer. Besonders, weil anders als sonst bei diesen Gelegenheiten das Netz auf der anderen Seite nicht verwaist war, mit Yannik Stromberg ein regulärer Torhüter auf seiner angestammten Position stand. Und trotzdem lag der Wurf aus knapp 40 Metern am Ende im Netz. Dabei war es keine Granate, die Kunz da nach zwölf Minuten abgefeuert hatte. Viel mehr war es einfach nur ein zu weiter Gegenstoßpass auf Max Schneider, der nicht mehr an den Ball kam, mit seinem Kreuzkurs den Torhüter der Gäste aber offensichtlich so sehr irritierte, dass der den Ball ebenfalls falsch einschätzte und zum 9:2 ins Netz kullern ließ.

Das war nicht das einzige Mal, dass Mundenheims Torhüter Kunz im Mittelpunkt stand. Der hatte bis zur 50. Minute mit zehn Paraden immerhin eine solide Leistung gezeigt, sah dann aber direkt die Rote Karte von den Schiedsrichterinnen Aleksandra Jelicic und Andrea Zintel. „Da war ich einfach übermotiviert“, konnte Kunz nach dem Schlusspfiff über seine Disqualifikation grinsen. Die blieb übrigens ohne Bericht. Er hatte gerade den Wurf von Linksaußen Alexander Backes pariert, sich zunächst ein Wortgefecht mit dem Mülheimer geliefert und diesen dann energisch von sich geschubst. „Es war eigentlich nichts. Ich habe einfach überreagiert“, räumte er ein.

So kam auch noch Lennart Schulte zu einem unverhofften Einsatz. Der ehemalige Hochdorfer hält sich eigentlich bei den VTV nur noch ein wenig fit, saß als Reserve für Nico Klein auf der Bank, der nach überstandener Quarantäne noch nicht wieder im Training war. Mit drei Paraden in zehn Minuten feierte auch Schulte einen gelungenen Jahresabschluss. Nur das 40. Tor wollte nicht mehr fallen. Erfahrene Mundenheimer berichten im Übrigen von einem Kabinenfest, dass der Schütze hätte bezahlen dürfen.

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