Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Handball auf Deutschlandreise macht Station in Edigheim

Ein Ball auf Deutschlandreise macht Station in Edigheim. Eine Motivation für den Handballnachwuchs.
Ein Ball auf Deutschlandreise macht Station in Edigheim. Eine Motivation für den Handballnachwuchs.

Ein besonderer Ball reist durch Deutschland und macht Station in Edigheim. In der Sporthalle wird er zum Symbol für Teamgeist, Nachwuchsförderung und Integration.

Ein Ball kann zur Trophäe werden. Umgeben vom Spielplan der Weltmeisterschaft im Frauenhandball und Autogrammkarten des aktuellen Nationalmannschaftskaders thronte in der Sporthalle Edigheim das pink-lila Spielgerät, mit dem die Handballerinnen ab Ende des Monats um die WM-Krone kämpfen werden. Ein Spielgerät zum Ansehen – nicht zum Anfassen.

Die offiziellen Spielbälle der IHF Frauen-Weltmeisterschaft 2025 sind unterwegs – und bringen den Geist der WM in alle Ecken Deutschlands. Gleich auf mehreren Routen sind die Spielgeräte unterwegs. Einmal aus Schleswig-Holstein (TSV Plön) über den Osten in Neubrandenburg, Spreewald und Berlin in Richtung Trier und einmal von der Nordseeküste beim TuS Norderney in Richtung DHB-Eröffnungsspiel am 26. November in Stuttgart.

Bei diesen 21 Stationen kam auch der TV Edigheim ins Spiel, der sich einen weiteren Schub für den Frauenhandball in der Region erhofft.

Auf einem guten Weg

Es ist eine durchaus namhafte Liste, die der namenlose Ball bis zur Station in der Sporthalle der IGS Edigheim zurückgelegt hat. Vom SV Werder Bremen über den BVB Borussia Dortmund und die HSG Bensheim/Auerbach bis nach Ludwigshafen.

Ermöglicht hat dies Abteilungsleiter René Möckel, über den die gesamte Bewerbung der Edigheimer gelaufen ist. „Wir haben seit drei Jahren wieder Mädchenhandball“, begründete er. In den Altersklassen E-, D- und C-Jugend stellen die Edigheimer wieder weibliche Mannschaften. „Rund 70 unserer 190 Jugendhandballer sind weiblich“, freut er sich. Der Vereinsvorsitzende Frank Dudek sieht den Verein ebenfalls auf einem guten Weg. Besondere Aktionen wie die Station des WM-Balles am Heimspieltag der weiblichen Jugend sorgen aus seiner Sicht für einen zusätzlichen Schub. „Obwohl der Andrang bei den Zuschauern sich nicht groß von einem „normalen Spieltag“, räumte er ein. Die Eltern seien aber immer da.

Integration vorbildlich

Ulf Meyhöfer ist hingegen selten unter den Besuchern. Der Präsident des Handballverbandes Rheinhessen-Pfalz ist gezielt den Spuren des WM-Balles gefolgt. „Kinder- und Jugendhandball hat in Edigheim wieder eine Perspektive.“ Allerdings müsse der Verein die jungen Frauen noch über die Klippe der B- und A-Jugend bringen. Er kennt jedoch auch die größten Probleme nahezu aller Ludwigshafener Handballvereine: „Vor allem die Hallenkapazität ist hier in der Stadt ein Thema.“ Damit wollte er sich an diesem Tag allerdings nicht befassen. Viel lieber lobte er die „Raben“ aus Edigheim: „Hier wird das Thema Integration vorbildlich gelebt.“ Hier greifen auch die Kinder aus Nationen zum Ball, wo das Spielgerät ansonsten höchstens mit Füßen getreten wird.

Kritik am Verband

Er übte jedoch auch Kritik am übergeordneten Verband. Und das gleich doppelt. „Gerade das Thema Frauenhandball wurde in den letzten Jahren nicht gut belichtet.“ Auf lokaler Ebene sei man da schon einen Schritt weiter. „Wir haben die ehemalige Nationalspielerin Maike Schmelzer als Honorarkraft unter Vertrag genommen.“ Die gebürtige Ingelheimerin spielt aktuell bei der HSG Bensheim/Auerbach und bearbeitet das Themenfeld im Verband mit großem Erfolg. „Wir haben einen großen Zulauf im Kinder- und Jugendbereich“, sagt Ulf Meyhöfer.

Außerdem wirft er dem DHB eine gewisse Knausrigkeit vor, denn den WM-Ball durften die Edigheimer nicht behalten. Zumindest Trainer und Präsident der Gastgeber konnten damit gut umgehen. „Der Ball ist nicht so griffig, wie wir das angenommen hatten“, verriet Dudek. Immerhin sei der Besuch eine gute Bestätigung der Arbeit von Trainern und Ehrenamtlichen um die weiblichen Jugendmannschaften. „Es war ein Tag, der Motivation, Stolz und echte Handball-Leidenschaft vereinte und der den Spielerinnen wie dem gesamten Verein noch lange in Erinnerung bleiben wird.“

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