Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ehrung für PWV-Mitgründer: Otto-Linck-Platz in Ludwigshafen geplant

Otto Linck, Gründer des Pfälzerwald-Vereins aus Ludwigshafen.
Otto Linck, Gründer des Pfälzerwald-Vereins aus Ludwigshafen.

Der Bahnhofsvorplatz in Ludwigshafen soll „Otto-Linck-Platz“ heißen. Anlass der Ehrung: das 125. Jubiläum des Pfälzerwald-Vereins und Lincks Rolle dabei.

Otto Linck, Initiator des Pfälzerwald-Vereins, soll in Ludwigshafen eine besondere Ehrung erfahren: Der bisher noch namenlose weitläufige Vorplatz des Ludwigshafener Hauptbahnhofs soll künftig den Namen „Otto-Linck-Platz“ tragen. „Das ist eine charmante Erfüllung eines entsprechenden Wunsches der Gründungsortsgruppe Ludwigshafen-Mannheim des Pfälzerwald-Vereins,“ freut sich Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU), der mit großem Einsatz hinter dem Projekt steht.

Der Zeitpunkt für die Ehrung ist kein Zufall: Das 125. Jubiläumsjahr des Pfälzerwald-Vereins, der 1902 in Ludwigshafen gegründet wurde, wirft seine Schatten voraus. Der Verein mit über 25.000 Mitgliedern in mehr als 200 Ortsgruppen will das Jubiläum im kommenden Jahr feiern. Da passt es gut, wenn Mitgründer Otto Linck – und damit auch der ganze pfälzische Wanderverein – geehrt wird.

Heller will mit dem „Geburtstagsgeschenk“ für die Pfälzerwäldler auch den Ortsbeirat Mitte-Süd überzeugen und rechnet zudem mit einem klaren zustimmenden Votum der übergeordneten städtischen Instanzen. Auch Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU) befürwortet nach Hellers Angaben die Aktion.

PWV-Gründung im Bürgerbräu

Doch wer war eigentlich Otto Linck? Der ehemalige Bahnbedienstete aus Ludwigshafen ist in der Kurpfalz so gut wie vergessen. Dabei hat er zigtausende Menschen auf die Beine gebracht. Im Bürgerbräu hob er mit Gleichgesinnten den Pfälzerwald-Verein aus der Taufe. Linck bekam die Mitgliedsnummer 1 der Gründungsortsgruppe Ludwigshafen-Mannheim. „Der Pfälzerwald-Verein ist sein Werk“, heißt es im Jubiläumsbuch „100 Jahre Pfälzerwald-Verein“ über den Ludwigshafener. Linck hatte schon um die Jahrhundertwende die Idee mit sich herumgetragen, die rund 300 vorderpfälzischen Mitglieder des 1892 gegründeten Odenwaldvereins (1500 Mitglieder) aus dieser Organisation herauszulösen und einen mehr in die Pfalz orientierten eigenen Verein zu schaffen. Am 14. Oktober 1902 war es dann soweit. 116 Ludwigshafener folgten der Einladung zur Gründungsversammlung am 27. November 1902 ins Bürgerbräu – 95 von ihnen trugen sich in die erste Mitgliederliste ein. Bei den ersten Vorstandswahlen wurde jedoch nicht Initiator Linck zum Vorsitzenden gewählt, sondern der Ludwigshafener Fabrikant Anton Fasig – Linck wurde sein Vertreter. Ein Jahr später ging aus dem Ludwigshafener Verein im Dezember 1903 die pfalzweite Organisation hervor.

Der Vorplatz des Hauptbahnhofs in Ludwigshafen.
Der Vorplatz des Hauptbahnhofs in Ludwigshafen.

„De Lincke Babbe“, wie der Bahnbeamte von seinen Freunden liebevoll genannt wurde, war weiter hinter den Kulissen tätig. Mit seinem Chef, dem damaligen Bahndirektor und Reichsrat Karl Jacob von Lavale, hatte er sich die Unterstützung der Pfalzbahnen für die Fahrten der Ludwigshafener Wanderer in den Pfälzerwald gesichert. Eine verbilligte Sonntags-Fahrkarte für Wanderer kostete pro Bahnkilometer nur einen Pfennig. Linck war auch Mitorganisator der ersten geplanten Vereinswanderung mit rund 100 Teilnehmern, die am 18. Januar 1903 in Neustadt startete. Linck erlebte den Erfolg seiner Idee mit. Nach längerer Erkrankung starb er wenige Monate vor Ende des Ersten Weltkriegs am 18. Juli 1918. Der Pfälzerwald-Verein hat bis heute überlebt.

Jubiläumswanderung geplant

Die PWV-Ortsgruppe Ludwigshafen-Mannheim will ins Jubiläumsjahr mit der Wiederholung der ersten organisierten „Planwanderung“ von Neustadt über die Kalmit, den Heldenstein und das Schänzel nach Edenkoben starten – so der stellvertretende Vorsitzende Günther Neufeldt (Mannheim). Er gewann Ortsvorsteher Heller problemlos für die Idee, Linck besonders zu ehren. Heller wandte sich ans Ludwigshafener Stadtarchiv, um eine Straße, einen Platz oder einen Weg für die Namensgebung zu finden. Die Suche war erfolgreich: der Bahnhofsvorplatz braucht noch einen Namen.

Heute hat der Pfälzerwald-Verein seinen Hauptsitz in Neustadt und kümmert sich um rund 3500 Kilometer Wanderwege, die mehr als 100, zum großen Teil zumindest zeitweise bewirtschaftete Hütten miteinander verbinden, von denen 17 Übernachtungsmöglichkeiten anbieten. Die mehr als 170 Ortsgruppen organisieren jährlich über 15.000 Wanderungen und sonstige Veranstaltungen für ihre mittlerweile mehr als 30.000 Mitglieder.

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