Handball
DM-Viertelfinale: HLZ-B-Jugend verkauft sich gut beim Füchse-Nachwuchs
Es war der sportliche Höhepunkt der Nachwuchsarbeit seit der Gründung des Handball-Leistungszentrums (HLZ) Friesenheim-Hochdorf: Im des Viertelfinals um die deutsche Meisterschaft der männlichen B-Jugend musste sich die Mannschaft von Cheftrainer Malte Metz den Nachwuchsteam der Füchse Berlin Reinickendorf mit 26:29 (14:12) geschlagen geben. Kleinigkeiten verhinderten diesmal den ersten Sieg des HLZ im Nachwuchszentrum des deutschen Meisters und frischgebackenen DHB-Pokalsiegers. Die Jungfüchse mussten sich strecken, um nicht ihre erste Niederlage in der laufenden Saison vor 173 Zuschauern zu kassieren.
„Die Niederlage ist viel ärgerlicher als im Hinspiel, da waren wir deutlich schlechter. Aber heute waren wir mit den Füchsen auf Augenhöhe“, haderte Metz. Mit ihrer 3-2-1-Abwehr bereiteten die Pfälzer den Gastgebern einige Schwierigkeiten. „Wir hatten heute auch ein super Torwart-Abwehrspiel“, lobte Metz. So schaffte das HLZ ein Novum: Erstmals kam die Mannschaft von Cheftrainer und Jugendkoordinator Anian Eckhardt nicht über 30 geworfene Tore.
Ludwigshafen – Berlin – Kiel
„Enttäuschend ist heute, dass wir es nicht geschafft haben, den Sieg zu landen. Das war heute definitiv möglich“, sagte Kapitän Finn Felix nach dem Abpfiff. „Trotzdem sind wir stolz, was wir in der laufenden Saison abgeliefert haben. Wir wollten nach Berlin, das haben wir geschafft, und das werden wir so schnell nicht vergessen“, erklärte der 16-Jährige, der Sonntagabend mit der Mannschaft mit dem ICE direkt wieder in die Pfalz reiste. Die Nacht war für ihn kurz: Schon am Montagmorgen gegen 6 Uhr ging es für ihn nach Kiel. Er wurde erneut zum Lehrgang der U18-Nationalmannschaft eingeladen.
Von Beginn an war es laut in der Sportstätte, dem Füchsetown am Rande des Sportforums im Bezirk Hohenschönhausen. Fast 50 Fans, darunter die HLZ-Vorstandsmitglieder Stefan Deffert und Markus Felix, waren mit von der Partie und heizten die Stimmung an – mit Erfolg. Die Jungfüchse fanden zunächst nicht in den Rhythmus, während die Pfälzer forsch loslegten und nach neun Minuten nach einem Tempogegenstoß und dem dritten Treffer von Nils Hehn 6:1 in Front lagen. Aggressiv und mit viel Leidenschaft verteidigten sie, ließen die Grünhemden kaum ins Spiel kommen. Dazu erwies sich Felix Gleißner zwischen den Pfosten in prächtiger Form und parierte nach 15 Minuten bereits vier klare Chancen der Gastgeber. Zu jenem Zeitpunkt erhöhte Nikolas Muschelkautz nach einem Abpraller auf 9:4, und nach einem Doppelschlag des überragenden Marvin Knust stellte Marko Mateskovic-Gill auf 10:6. Knackpunkt war, dass die Gastgeber gegen die offensive 3-2-1-Abwehr des HLZ zunächst kein Mittel fanden und ihr System auf vier Rückraumspieler umstellten.
Chancen ausgelassen
Der Vorsprung hätte zu diesem Zeitpunkt deutlich höher ausfallen müssen. Viele freie Chancen wurden ausgelassen, sodass die Füchse dem Ausgleich immer näher rückten. Dabei blieben die Berliner Asse aus der vergangenen Woche eher blass. Kapitän Sebastian Blasek, Kreisläufer Moritz Leyendecker und Spielmacher Jonas Wilke konnten diesmal keine Akzente setzen. Die Ausnahme war der gebürtige Hamburger Marvin Knust, der am Ende 17 Treffer erzielte.
Die Trefferquote wurde nach dem Seitenwechsel bei den Gästen trotz der 14:12-Führung nicht besser. Berlins Cheftrainer Anian Eckhardt wirkte angesäuert, forderte mehr Leidenschaft und Biss, nachdem zuvor Nils Hehn nach einer starken ersten Hälfte beim 17:17-Ausgleich (39.) die erneute Führung „versemmelte“. Diese Chance nutzte sein Gegenüber Marvin Knust zur erstmaligen Führung. Die Pfälzer blieben dran, wirkten aber nicht mehr so konsequent wie in den ersten 40 Minuten. So zogen Knust nach einem Tempogegenstoß und Karl Witt vom rechten Rückraum zum 21:18 für die Gastgeber davon. „Die vielen Fehler gehen schon auf die Psyche. Trotzdem haben wir die Köpfe nicht hängen lassen“, sagte Marko Mateskovic-Gill, der in seinem letzten Spiel im HLZ-Trikot mit sechs Toren erfolgreichster Werfer war. Der gebürtige Mainzer kehrt in die Heimat zu den Sportfreunden Budenheim zurück. Die Metz-Sieben ließ sich keinesfalls abschütteln, zeigte viel Gegenwehr, Luis Frank verkürzte vom rechten Flügel auf 25:24 (53.). Die Hoffnung auf den Ausgleich oder gar einen Auswärtssieg war da. Daraus wurde nichts, am Ende waren es einige technische Fehler zu viel.
Statistiker Michael Hehn registrierte 18 technische Fehler und fast zwei Dutzend vergebene Würfe. Das reichte nicht zum Sieg. „Wir haben heute sicherlich einige Bälle liegen gelassen. Trotzdem dürfen wir stolz sein, wir sind weiter gekommen, als wir noch vor der Saison gedacht haben“, sagte der 15 Jahre alte Torhüter Felix Gleißner, der trotz zahlreicher Angebote anderer Clubs auch in der kommenden Saison beim HLZ spielt.