Handball
„Die Tabellenführung ist keine Überraschung“
Herr Schneider, die VTV Mundenheim sind Tabellenführer. Ist das eine Überraschung für Sie?
Nein. Unser Ziel war von Anfang an ein Platz unter den ersten Vier. Das war schon in der kurzen letzten Saison unsere Zielsetzung. Der Kader hat sich gegenüber dem Vorjahr ja kaum geändert. Wir haben Heinrich Löwen und Yannick Treiber abgegeben und dafür nur Luka Wilbrandt dazubekommen. Von daher war die Zielsetzung realistisch.
Ist die Mannschaft damit automatisch auch Favorit für den weiteren Saisonverlauf?
Das ist im Moment eine schwierige Frage. Wir hatten im Spielplan auch ein wenig Glück, bislang schon sieben Heimspiele und nur vier Auswärtsspiele. Etwas seriöses kann man wohl erst nach dem 16. Januar sagen. Wir starten das Jahr mit einem Auswärtsspiel am 9. Januar beim Zweiten TV Offenbach, haben dann unter der Woche am 13. Januar das Nachholspiel beim HV Vallendar und müssen dann am Sonntag, 16. Januar bei den VTZ Saarpfalz antreten. Danach wissen wir mehr.
Der souveräne Tabellenführer hat nur den fünftbesten Angriff der Liga. Ist das eine der Baustellen?
Wir haben im Angriff sicherlich noch Luft nach oben. Gerade zu Saisonbeginn hat da noch nicht alles gepasst, und es gab Spiele, da haben wir aus unseren Chancen einfach zu wenig Tore gemacht. Aber das haben wir im Verlauf der Runde immer besser in den Griff bekommen. Viel wichtiger ist mir aber der Blick auf die Gegentore. Da haben wir aktuell die beste Defensive der Liga. Das hat von Anfang an gut funktioniert.
Ist es auch schon Zeit für eine Einzelkritik?
Damit tue ich mir schwer, weil wir vor allem Wert auf die Mannschaft legen. Das zeigen auch unsere Spiele, in denen fast immer der gesamte Kader auch bei den Torschützen steht. Deshalb tue ich mir schwer damit, einzelne Spieler hervorzuheben. Für einige, wie Max und Tom Schneider oder auch Luka Wilbrandt, ist es das erste richtige Jahr in der Oberliga und für Luka sogar bei den Aktiven. Da wussten wir nicht, wie sie sich einfügen, aber sie haben das alle drei hervorragend gemacht. Sie liegen daher über den Erwartungen. Bei allen anderen waren wir ohnehin überzeugt. Sie erfüllen die Erwartungen demnach. Aber auch Spieler wie Aaron und Simon Schleidweiler oder Tim Schmieder haben ihre Spielweise weiterentwickelt. Insgesamt kann ich aktuell also einfach nur sagen, dass ich mit der Entwicklung zufrieden bin.
Zurück zur Ausgangsfrage: Muss das Saisonziel mittlerweile nicht nach oben korrigiert werden?
Nein. Es spielen ja noch jede Menge Faktoren eine Rolle. Wir hatten zum Beispiel schon vier Corona-Infektionen trotz vollständiger Impfung im Kader. Klar ist aber auch, dass wir aktuell Tabellenführer sind und genügend Selbstvertrauen haben, um zu wissen, dass wir jede Mannschaft der Liga schlagen können – und das auch wollen. Mehr lässt sich dann erst nach dem 16. Januar sagen.
Wäre die Dritte Liga überhaupt zu stemmen?
Wie es final finanziell aussieht, kann ich nicht beantworten. Aber ich gehe davon aus, dass uns der Verein auch dieses Mal den Weg dahin ebnen würde. Große Sprünge sind ohnehin nicht geplant.
Würden Sie im Falle eines Aufstieges auf den aktuellen Kader vertrauen oder nachrüsten?
Das ist so oder so das Ziel. Wir wollen mit den Jungs, die hier sind, weiterarbeiten und versuchen, die einzelnen Spieler, aber auch die Mannschaft, weiterzuentwickeln.
Was haben Sie als junger Trainer in der aktuellen Saison gelernt?
Der größte Unterschied ist die Qualität der Spieler. Je höher man als Trainer arbeitet, desto schneller können die Spieler Vorgaben umsetzen. Man hat also mehr Möglichkeiten während des Spiels von außen Einfluss zu nehmen.
Zur Person
Mit seinen mittlerweile 32 Jahren blickt Steffen Schneider auf eine lange und erfolgreiche Karriere als Jugendlicher und Aktiver bei den VTV Mundenheim. Er wurde mit der C-Jugend Südwestdeutscher Meister, stieg mit den VTV-Herren 2009 in die Regionalliga auf und schaffte direkt die Qualifikation zur Dritten Liga. Nach seinem vorzeitigen Karriereende sammelte er Erfahrung als Co-Trainer beim Drittligisten TV Hochdorf und war drei Jahre Übungsleiter beim Pfalzligisten TV Heiligenstein. Von dort ist er vor drei Jahren zu den VTV zurückgekehrt, war zunächst Aufbereiter der Videoanalyse und zwei Jahre Co-Trainer. Mittlerweile arbeitet der verheiratete Mutterstadter in der Logistik bei einer großen Baumarktkette in Bornheim und ist seit dieser Saison Cheftrainer der Herren der VTV Mundenheim in der Oberliga.