Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Die HSG Friesenheim-Hochdorf verliert erneut

Sah in Großsachsen eine umstrittene Rote Karte: Kapitän Nikola Sorda, hier im Heimspiel gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen.
Sah in Großsachsen eine umstrittene Rote Karte: Kapitän Nikola Sorda, hier im Heimspiel gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen.

Auch im zehnten Spiel in Folge kann die HSG Friesenheim-Hochdorf kein Erfolgserlebnis feiern. Mit der Niederlage beim TVG Großsachsen bleibt die Mannschaft von Trainer Gabriel Schmiedt in der Dritten Liga Tabellenletzter und kann sich jetzt auf die Abstiegsrunde konzentrieren. Aber die verlorene Partie an der Bergstraße macht dennoch Mut.

Yessine Meddeb kniete sich nach dem Abpfiff auf den Hallenboden, sein Kopf hatte er nach unten gesenkt, er wollte einfach nur alleine sein. Marc Robin Eisel und Dominik Lenz saßen tief enttäuscht auf der Auswechselbank und blickten auf den harzverklebten Hallenboden. Es herrschte Stille, sogar Ratlosigkeit. Einige Akteure waren schon nach dem Abklatschen der mitgereisten Fans in die Kabine geflüchtet, andere suchten Trost bei ihren Angehörigen. Erneut musste die HSG eine knappe, aber auch vermeidbare 27:28 (12:14) Niederlage einstecken. Es war die zehnte Partie in Folge ohne Sieg. Das zerrt an den Nerven.

Bis fünf Minuten vor dem Spielende war die Partie offen, auch weil die Pfälzer vor fremdem Publikum leidenschaftlich und mit viel Kampf und Willen aufgetreten sind. „Vielleicht hat uns da auch die Erfahrung aus solchen Spielen, wo es Spitz auf Knopf steht, gefehlt“, sagte Marvin Gerdon. Der Linkshänder haderte nicht mit der Niederlage. „Mir war heute unsere Einstellung wichtiger als das Ergebnis. Es war endlich die kämpferische Leistung, die seit Wochen gefehlt hat“, meinte Gerdon. Der Blick auf die Abstiegsrunde hat begonnen. „Das war heute ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte er.

Fortschritte im Positionsangriff

Das bestätigte auch Trainer Gabriel Schmiedt. „Wir haben das gespielt, was wir uns vorgenommen hatten. Es waren deutliche Fortschritte im Positionsangriff zu sehen, denn wir haben uns die Chancen erarbeitet“, sagte der gebürtige Slowake. „Wir müssen weiter hart an uns arbeiten“.

Die Sieben des neuen Cheftrainers Schmiedt blieb trotz des ständigen Rückstandes ab der 22. Minute „am Drücker“, hatte auch mehrmals die Chance zum Ausgleich. Und in dieser Drucksituation scheiterten sie meist an sich selbst. „Wir spielen nicht schlecht, aber wenn es nicht läuft, läuft es eben nicht“, sagte Marc Robin Eisel.

Moritz Mangold hält stark

Ein halbes Dutzend klare Chancen konnte die HSG nicht erfolgreich abschließen. Es war zum Haare raufen. Meist stand auch TVG-Torhüter Moritz Mangold im Wege. Hinzu kam aber auch, dass die beiden Unparteiischen Winter/Winter nicht immer die richtige objektive Entscheidung trafen. So war auch die Rote Karte gegen Nikola Sorda umstritten. Der frühe Ausfall des Kapitäns (36.) schmerzte. Zuvor konnte zumindest Sorda die Kreise von Mika Schüler, dem jungen Spielmacher, noch deutlich eingrenzen. Angetrieben vom mitgereisten lautstarken Anhang blieb die HSG auf Tuchfühlung, und als Yannick Muth mit einem Heber zum 25:24 traf, keimte wieder Hoffnung auf.

Aber der Ausgleich fiel nicht. Auch, weil das aus Weisenheim am Sand stammende und ebenfalls in der Jugend bei der TSG Friesenheim und bei den Rhein-Neckar Löwen ausgebildete Nachwuchstalent Florian König zum 26:24 und 28:25 traf.

So spielten Sie

TVG Großsachsen: Mangold (ab 21.), Lieb (1.-20.) - Kupijai (1), Schüler (7), Jörres (1) - Buschsieper (10/4), Seganfreddo (4) - Burkard - Straub, Brestrich (1), Weindl (1), Kehlenbach, König (2), Kadel

HSG Friesenheim-Hochdorf: Peribonio (1.-20, 48.-60.), Hoblaj (21.47.) - Corazolla (6/1), Eisel (5/1), Gerdon (4) – Winkler (1), Novo (4) - Chirac (1) - Sorda (1), Dietz, Meddeb (2), Muth (2), Lenz (1), Kernaya (n. E.), Polifka (n. E.)

Spielfilm: 3:3 (7.), 6:6 (12.), 9:9 (19.) 14:11 (26.), 14:12 (28., Halbzeit), 16:14 (36.), 18:16 (39.), 20:17 (44.), 25:21 (51.), 25:24 (54.), 28:25 (57.), 28:27 (60., Ende) - Siebenmeter: 4/4 - 2/2 - Zeitstrafen: 2 - 4 Min. – Rote Karte: Weindl (52.) - Sorda (36.) - Beste Spieler: Mangold, Buschsieper, Schüler - Eisel, Gerdon - Zuschauer: 250 - Schiedsrichter: Winter/Winter (Schwetzingen).

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