Handball RHEINPFALZ Plus Artikel „Die Eulen spielen um Platz eins bis fünf mit“

Frederic Stüber freute sich, die Fans der Eulen Ludwigshafen wiederzusehen. Doch am Sonntag sind keine Zuschauer bei der Zweitli
Frederic Stüber freute sich, die Fans der Eulen Ludwigshafen wiederzusehen. Doch am Sonntag sind keine Zuschauer bei der Zweitliga-Partie zwischen Ludwigshafen und Emsdetten zugelassen.

Frederic Stüber spielte drei Jahre bei den Eulen Ludwigshafen. Der Kreisläufer ist ein Mentalitätsmonster. Stüber reißt mit seiner Art seine Mitspieler und die Fans mit. Seit 2020 steht er beim TV Emsdetten unter Vertrag. Am Sonntag, 16 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle, spielt Stüber nun in Ludwigshafen – und bedauert einen Umstand.

Herr Stüber, sind Sie schon einstellig?
In was?

Ihr Handicap beim Golf.
(lacht). Oh, da bin ich noch weit davon entfernt. Ich spiele Golf nur zum Ausgleich.

Viele Handballer spielen Golf.
Als Profi-Handballer mit all der Belastung wäre Tennis, Basketball oder Fußball in seiner Freizeit zu spielen, ziemlich anstrengend. Beim Golf geht man eine Runde spazieren und ist an der frischen Luft. Das ist für mich extrem entspannend. Das kann man alleine spielen oder in der Gruppe. Ich kann da wunderbar abschalten.

Seit wann golfen Sie?
Seit zwei Jahren. Ich habe bei den Eulen Ludwigshafen damit begonnen.

Ist denn ein einstelliges Handicap Ihr Ziel?
Nee, das habe ich jetzt nicht im Auge. Ich mache das, weil es mir Spaß macht und weil ich rauskommen möchte.

Welches Handicap haben Sie?
Ich liege bei 42, 43. Mir fehlt aber die Zeit. Ich habe bislang zwei bis drei Charity-Turniere gespielt. Normalerweise sollte man ein Turnier pro Woche spielen, um sich beim Handicap zu verbessern. Aber wir trainieren täglich und spielen an den Wochenende. Das ist aber auch nicht mein Anspruch, jetzt auf ein einstelliges Handicap zu kommen.

Da ist ein einstelliger Tabellenplatz mit dem TV Emsdetten in der Zweiten Bundesliga realistischer, oder?
Das wäre eine wunderbare Vorstellung. Das ist aber nicht unsere Zielsetzung. Wir sagen nicht, wir müssen oder sollen einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. Aber es wäre ein optimales Ergebnis.

Im Vergleich zur vergangenen Saison ist es aber schon ein Aufschwung, den Emsdetten erlebt. Vorige Runde wäre der Klub beinahe abgestiegen.
Auf jeden Fall. Um diese Zeit hatten wir vergangenes Jahr vier oder fünf Punkte. Es lässt sich auf alle Fall entspannter arbeiten mit so einem Saisonverlauf.

Verfolgen Sie die Eulen noch?
Ja, mit dem ein oder anderen habe ich noch Kontakt.

War es für Sie, der eine Saison länger in der Zweiten Liga spielt, zu erwarten, dass sich die Eulen so schwer tun in dieser Liga?
Ich war gespannt, wie jeder Einzelne diese Umstellung meistert. Sich in der Bundesliga zu motivieren, an seine Maximalleistung zu gehen, ist deutlich einfacher. Da darf man sich mit den Besten der Welt messen. Das setzt viel mehr Energie frei. Die Wahrscheinlichkeit, dass man in der Bundesliga gegen Magdeburg, Kiel, Flensburg über sich hinauswächst, ist doch höher als in der Zweiten Liga.

Wie lautet also Ihr Fazit?
Nach den anfänglichen Startschwierigkeiten verkörpert die Mannschaft wieder das, was sie in der Bundesliga ausgezeichnet hat. Ein kampfstarkes Team mit hoher Individualität. Sie sind wieder auf Tuchfühlung zu den Top-Plätzen. Sie haben ihre Leistung stabilisiert und spielen um die Plätze eins bis fünf mit.

Ist es eine traurige Premiere für Sie, wenn Sie am Sonntag erstmals wieder in die Friedrich-Ebert-Halle zurückkehren und vor leeren Rängen spielen müssen?
Ehrlich gesagt ja. Ich habe mich sehr gefreut, die Fans wiederzusehen. Ich hatte die letzten zwei Wochen Kontakt mit den Leuten in Ludwigshafen gehabt. Aber so ist es schade.

Zur Person

Frederic Stüber

2017 kam der am 28. Februar 1995 geborene Kreisläufer vom Zweitliga-Absteiger TV Neuhausen zu den Eulen Ludwigshafen. Der 1,94 Meter lange und 110 Kilogramm wurde vom damaligen Eulen-Trainer Ben Matschke als ein „Quoten-Monster“ bezeichnet. 2020 wechselte Stüber dann zum TV Emsdetten. Sein Vertrag wurde nicht verlängert. Stüber wuchs im Norden Deutschlands auf. Er begann bei der HSG Liebenburg-Salzgitter, spielte bei Eintracht Hildesheim in der Zweiten Liga. Dann ging er nach Neuhausen. Stüber hat eine Kaufmannsausbildung abgeschlossen. Er studierte an der Fachhochschule Ludwigshafen Betriebswirtschaftslehre und setzt dies nun an einer Fernuniversität fort.

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