Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel „Die drei Abgänge wiegen doppelt schwer“

Erwartet zum Abschluss eine engagierte Leistung: Timo Bernhardt.
Erwartet zum Abschluss eine engagierte Leistung: Timo Bernhardt.

Interview: Timo Bernhardt hat zwei große Leidenschaften. Zum einen spielt er Faustball beim Zweitligisten TB Oppau und zum anderen ist er Schiedsrichter beim Handball. Am Wochenende war der 31-Jährige mit beiden Sportarten in Kontakt. Mathias Wagner hat er erklärt, wie er die Unparteiischen bewertet.

Hallo Herr Bernhardt, wo treffe ich Sie denn heute?
Wir sind in der Sporthalle Dirmstein beim Handball Oberliga-Spiel Eckbachtal gegen Homburg.

Was machen Sie denn heute hier?
Ich bin heute als Schiedsrichterbeobachter hier und schaue mir die zwei Schiedsrichter an und gebe anschließend eine Bewertung ab.

Auf was achten Sie denn?
So eine Bewertung läuft folgendermaßen ab: Wir haben zwei verschiedene Bereiche. Zum einen den sogenannten „A-Bereich“, der beinhaltet den regeltechnischen Bereich. Da gibt es acht verschiedene Punkte, also unter anderem die Progressionsvorgabe, oder der Spielgedanke, Vorteil, Siebenmeterlinie. Dann gibt es noch den „B-Bereich“. Dabei geht es um den persönlichen Eindruck, also wie verkaufen die Schiedsrichter Entscheidungen? Wie treten sie auf? Wie gehen sie mit schwierigen Entscheidungen um? Das sind die beiden Bereiche, die ich bewerten muss, um eine Punktzahl zu vergeben. Am Ende der Saison gibt es dann eine Rangliste, in der sich gegebenenfalls der Auf- oder Abstieg des jeweiligen Gespanns entscheidet.

Wissen die Schiedsrichter, dass ein Beobachter zugegen ist?
Nein, die Unparteiischen wissen nicht, dass ich dasitze.

Wie zufrieden sind Sie denn bisher mit den Unparteiischen?
Die erste Halbzeit haben sie ordentlich gemacht. Ein, zwei Kleinigkeiten sind mir aufgefallen. Das wird dann alles im Nachhinein besprochen.

Sie selbst hatten am Samstag mit der Faustballmannschaft einen Spieltag in Dieburg. Wie lief’s denn?
Durchwachsen. Wir haben das erste Spiel gegen Dieburg sehr souverän gespielt. Wirklich sehr gut die Sätze begonnen und sehr sicher gespielt. Dieburg haben wir nicht ins Spiel kommen lassen und völlig verdient 3:0 gewonnen. Und im zweiten Spiel gegen Waibstadt II hatten wir auch einen sehr guten Start und haben die ersten beiden Sätze mit 11:9 und 11:9 gewonnen. Die folgenden beiden Sätze haben wir – durch zu viele Eigenfehler – abgegeben. Im fünften Satz war es ein hin und her und ging schlussendlich 15:13 für Waibstadt aus. Das hätten wir mit einer solideren und konzentrierteren Leistung gewinnen müssen.

Trotz der Punkteteilung stehen sie beim Blick auf die Tabelle ganz gut da.
Wir sind im gesicherten Mittelfeld. Es geht – Gott sei Dank – nach unten nichts mehr, aber nach oben auch nicht. Wir haben vier Punkte hergeschenkt. Letzte Woche gegen Griesheim und gegen Waibstadt. Im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein, wenn man sich unsere Personaldecke anschaut.

Mit Alexander Jakoby, Manuel Schornick und Maximilian Breier verlassen drei tragende Säulen das Team. Wie schwer wiegen diese Abgänge, sportlich und menschlich?
Sportlich gesehen, muss man einfach sagen, dass wir gestandene Spieler in den Reihen hatten, die Stammspieler waren. Ich habe mit allen dreien sehr, sehr lange zusammengespielt und man hat sich auch persönlich sehr gut verstanden. Deswegen wiegt es doppelt schwer. Auf der anderen Seite bieten sich mit dem Abgang Möglichkeiten für andere Spieler, die die Chance ergreifen. Wir befinden uns in einer kleinen Kooperation mit dem TV Hatzenbühl. Da freue ich mich auf die neuen Spieler. Das wird mit Sicherheit für eine Aufbruchsstimmung sorgen, wenn es dann in die neue Saison geht.

Bis es soweit ist, steht noch ein Spieltag in der Halle auf dem Plan. Es werden die letzten beiden Begegnungen der Saison sein. Was erhoffen Sie sich von dem Spieltag?
Ich erwarte eine engagierte Leistung von uns allen. Wir wollen die Saison gut beenden, am besten mit zwei Siegen. Wir wissen aber auch, dass es gegen Tiefental sehr schwierig wird. Gegen Oberhausen haben wir noch eine Rechnung offen. Da haben wir im Hinspiel sehr dämlich verloren, gegen die wollen wir auf jeden Fall gewinnen. Gegen Tiefental können wir befreit aufspielen und schauen dann was drin ist.

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