Ludwigshafen
„Der leere Bus fährt einfach vorbei“: Lässt die RNV Schulkinder an der Haltestelle stehen?
Dass Linienbusse zu Stoßzeiten morgens und nachmittags häufig überfüllt sind, ist wohl in den meisten Städten gang und gäbe. Weniger üblich ist aber, dass ein extra als Schulbus ausgewiesener Bus der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) häufiger an der Haltestelle Brüsseler Ring in der Pfingstweide vorbeifährt und die wartenden Schulkinder einfach stehenlässt. So berichtet es ein Vater, der sich mehrmals in der Woche mit diesem Problem konfrontiert sieht.
„Der leere Bus fährt in Richtung Londoner Ring an der Haltestelle vorbei, ohne für die Kinder anzuhalten, und kommt dann auf der anderen Seite so überfüllt an, dass niemand mehr reinpasst“, berichtet er. Von zehn Tagen gebe es acht oder neun, an denen das passiere. Auch andere Eltern fühlten sich durch die Situation belastet, da sie dann nach Alternativen für ihre Kinder suchen müssen, zur Schule zu gelangen.
Situation wird vonseiten der RNV geprüft
Die RNV weiß Bescheid. Mehrere Beschwerden habe der Vater aus der Pfingstweide schon geschickt, aber bisher jedes Mal nur eine Antwort erhalten, dass man das Problem zur Kenntnis genommen hätte. Geändert habe sich aber nichts und die Kinder kämen weiterhin zu spät zum Unterricht, kritisiert er.
Auf Anfrage der RHEINPFALZ äußert sich das Verkehrsunternehmen nun ausführlicher. Die Thematik sei bekannt und man habe die Mitarbeitenden des Subunternehmens darauf hingewiesen, dass alle Fahrgäste mitzunehmen seien. Weiterhin habe man die Situation vor Ort geprüft – alle Wartenden hätten auch transportiert werden können. Auch das Einsetzen eines größeren Busses auf der Linie habe man geprüft. „Es ist richtig, dass eine gewisse Auslastung vorhanden ist. Jedoch ist der Bus nicht so überfüllt, dass keine weiteren Fahrgäste einsteigen könnten. Daher ist nach aktueller Einschätzung der Einsatz eines größeren Fahrzeugs nicht geplant“, heißt es von der RNV.
Fahrer zeigt kein Verständnis
Der verärgerte Vater berichtet auch, dass man einen Fahrer der Linie 87 zur Rede gestellt habe. Dieser habe sich darüber beschwert, dass die Kinder schon in Richtung Londoner Ring einsteigen, wo der Bus dreht und Richtung Oppau zurückfährt. Daher würde er vorbeifahren. Laut dem Vater würden die Kinder dort aber nur einsteigen, weil sie vorher mehrmals auf der gegenüberliegenden Seite stehengelassen worden seien. Da sei der Bus zu voll gewesen, um sie noch mitzunehmen. Dass dies nicht verboten sei, bestätigt auch der Sprecher der RNV: „Dies ist zwar nicht üblich, aber natürlich grundsätzlich erlaubt.“
Nun bleibe abzuwarten, ob sich die Situation verbessere und ob die RNV einen größeren Bus schicken würde, sagt der Vater. Für die Schulkinder sei dies sehr zu wünschen.