Ludwigshafen Der Härtetest

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Morgen beginnt die Sanierung der Konrad-Adenauer-Brücke. Straßenbahngleise, Unterbau und Fahrbahnen werden erneuert. Die Bauarbeiten dauern bis September. Mit Staus ist zu rechnen.

Die Gleise auf der Adenauer-Brücke sind über 25 Jahre alt und verschlissen. Täglich fahren 412 Straßenbahnzüge der Linien 4, 7 und 8 über die Brücke und transportieren 120.000 Fahrgäste über den Fluss. Die Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) wird nun die Schienen, den Gleiskörper und den Unterbau ersetzen. Am Wochenende geht’s los, dann wird die Baustelle eingerichtet. Autofahrer und RNV-Fahrgäste müssen sich auf Verzögerungen und Umleitungen einstellen. Für Autos soll die Brücke befahrbar bleiben. Rund 78.000 Fahrzeuge passieren jeden Tag die Verkehrsader. In Richtung Mannheim wird der Verkehr während der Bauarbeiten bis 10. September nur einspurig fließen. In Richtung Ludwigshafen sollen zwei Fahrspuren erhalten bleiben, die aber verengt werden. An zwei Wochenenden während der Sommerferien im August wird die Brücke komplett gesperrt, damit ein neuer Fahrbahnbelag aufgetragen werden kann. Beide Städte wollen die Bauzeit nutzen, um anstehende Sanierungsarbeiten bei Zufahrten zur Adenauer-Brücke anzugehen. In Ludwigshafen soll ab Mai an der Pylonbrücke und dem Übergang über die Bruchwiesenstraße gearbeitet werden. Ziel: Bis zum Abriss der Hochstraße Nord, die zur Kurt-Schumacher-Brücke führt, soll die Hochstraße Süd und die Adenauer-Brücke als Ausweichstrecke fit gemacht werden. „Unsere Strategie ist es, alles in einem Aufwasch zu erledigen“, sagt Ludwigshafens Baudezernent Klaus Dillinger (CDU). Er und der Mannheimer Bürgermeister Christian Specht (CDU) betonten, dass alle Beteiligten die Arbeiten gemeinsam geplant hätten. Specht sprach von einem „Testfall“ für die Verkehrsführung beim ab 2018 geplanten Abriss der Hochstraße Nord in Ludwigshafen und dem Neubau der Stadtstraße. Die Bauzeit soll acht Jahre betragen. Wegen der nun beginnenden Bauarbeiten am Gleiskörper in der Mitte der Adenauer-Brücke werden bis September Straßenbahnen nur noch über die Schumacher-Brücke fahren. Davon betroffen sind die Linien 4, 7, und 8. Die Linie 4 wird von Dürkheim kommend ohne den Halt am Berliner Platz über das Rathaus-Center nach Mannheim fahren. Die Fahrtzeit verlängert sich dadurch etwas. Die Linie 7 fährt nicht mehr über den Rhein, sondern fährt jeweils gesondert in Ludwigshafen und Mannheim. Linksrheinisch pendelt die Straßenbahn dann zwischen Oppau und Luitpoldhafen (Süd). Der Busverkehr an der Endhaltestelle in Oppau wird an den veränderten Fahrplan angepasst, die Abfahrtszeiten werden um drei Minuten vorverlegt. Die Linie 8 fährt im morgendlichen Berufsverkehr zwischen Rheinau, Mannheimer Hauptbahnhof über den Paradeplatz ins Ludwigshafener Rathaus-Center und endet dann am Berliner Platz. Wer Richtung BASF will, sollte daher die Linie 4 nutzen oder im Rathaus-Center umsteigen. „Wir wissen, dass wir an einer Hauptschlagader des Verkehrs arbeiten, aber wir müssen die Gleise erneuern“, sagt Martin in der Beek von der RNV. Die Bauzeit dauere mehrere Monate, weil nicht nur 1,6 Kilometer neue Schienen verlegt, sondern auch die Lager und der komplette Gleiskörper in der Brückenmitte erneuert werden. Rund vier Millionen Euro investiert die RNV in das Projekt. Die Brückensanierung könnte in Ludwigshafen noch eine weitere Folge haben: „Wir prüfen, ob der Abriss der Tortenschachtel auf den Sommer vorgezogen werden kann, um das parallel zu den Baumaßnahmen an der Adenauer-Brücke hinzubekommen“, sagt Baudezernent Dillinger. Entsprechende Gespräche liefen derzeit mit dem Ettlinger Investor Timon Bauregie, der auf dem Berliner Platz – wie berichtet – ein Stadthaus bauen will. Einwurf: Schwierige OP von Michael Schmid Die Sanierung des Gleiskörpers und der Fahrbahnen auf der Adenauer-Brücke ist eine Operation an einer Hauptverkehrsschlagader im  Herzen der Metropolregion. Die Brücke ist stärker frequentiert als die benachbarte  Schumacher-Brücke.  Die Städte Ludwigshafen und Mannheim sowie die Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft haben gemeinsam das Projekt geplant. Ob dieser Plan aufgeht, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. Die rund ein halbes Jahr dauernde Sanierung  ist schon einmal ein Härtetest dafür, was ab 2018 auf die Region mit dem Abriss der Hochstraße Nord und dem Neubau der ebenerdigen Stadtstraße zukommen könnte. Man sollte daher den Verantwortlichen die Daumen drücken, dass die Operation gelingt.  Denn einen Verkehrsinfarkt kann  niemand gebrauchen. .

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