Handball
Der ganz besondere Fanclub der Eulen Ludwigshafen
Die Freude war groß. Während am vergangenen Mittwochabend die meisten Akteure der Eulen Ludwigshafen am hinteren Ausgang der Stadthalle bei der Kälte und Dunkelheit direkt in den Mannschaftsbus flüchteten, hatten Max Neuhaus, Hendrik Wagner und Jannek Klein überraschenden Besuch erhalten.
Zwei Tage vor Heiligabend gab es für Klein, der aufgrund seiner Knieverletzung mit den Krücken unterwegs war, noch eine ganz besondere Ehrung. Der 22-jährige Linkshänder, der in der Hansestadt nicht auf der Platte stand, erhielt von Dajana Kripgans und Doreen Witthinrich die besondere Auszeichnung der „Eule des Monats November“, eine kleine Statue einer Eule auf einem Sockel mit der entsprechenden Gravur.
Im September erhielt diese einzigartige Auszeichnung Jung-Nationalspieler Hendrik Wagner, im Oktober Ziga Urbic. Wer im Dezember an der Reihe ist, ist noch unklar. Offensichtlich spricht vieles für Stefan Salger, „die Tormaschine“ im rechten Rückraum. Es ist eine Auszeichnung, die kein geringerer als der „Max Neuhaus“-Fanclub aus der Taufe hob.
Der Spielmacher der Eulen scheint wohl der einzige Spieler der Rothemden zu sein, der sich auf eine eigene Fangemeinde verlassen kann. In der Tat. Seit dem Gastspiel der Eulen Ludwigshafen im September 2019 beim THW Kiel haben die drei Mädchen – neben Kripgans (17) und Witthinrich (19) gehört auch Mia Reckendorf (19) aus Hannover dazu, sich entschlossen, den Fanclub zu gründen.
Sympathischer Max
„Wir fanden Max einfach sympathisch, wir kamen mit ihm ins Gespräch und dann haben wir unsere Idee in die Tat umgesetzt“, erzählte Kripgans. Die Wurzeln von Max Neuhaus liegen ebenso in Schleswig-Holstein. Der 21-Jährige ist in Heide geboren, wo er immer gerne zu Besuch bei seinen Verwandten ist. Die Gründung erfolgte am 13. September und die Mädels sind bei den Spielen im roten Max-Neuhaus-Fanshirt, wo auch das Gründungsdatum auf dem Ärmel eingedruckt wurde, im Norden der Republik dabei.
Sie waren aber auch schon mal in der Friedrich-Eberthalle in Ludwigshafen. Nach über 13-stündiger Zugfahrt fieberten sie zuletzt im DHB-Pokal gegen GWD Minden, wo die Klatt-Sieben sich knapp geschlagen geben musste. Jetzt waren sie in Rostock und beim Rückspiel in Lübeck werden sie wieder vor Ort sein. Sie sind nicht die einzigen Mitglieder, aber wohl die einzigen weiblichen Anhänger.
Zu ihrem Kreis gehören neben Neuhaus, auch Hendrik Wagner, Jonathan „Jonny“ Scholz und Jannek Klein. Kein Wunder, dass die drei Eulen-Spieler schon bei der Ankunft die beiden Mädels, Kripgans und Witthinrich am Busparkplatz, am Platz der Freundschaft in der Hansestadt in die Arme nahmen. Sie trugen beide das Eulen-Trikot mit der Nummer 37. Aber in die Halle durften sie nicht. Sie sahen sich die Partie auf dem Tablett und im Auto wartend und leicht frierend auf dem Parkplatz an und fieberten ebenso mit, wie die Fans in der Pfalz.
Sie wollten einfach vor Ort sein, auch wenn sie keinen Einlass zur Halle erhielten. Schon am Nachmittag gegen 14.30 Uhr waren Kripgans und Witthinrich von Kiel beziehungsweise Hohenwestedt im Landkreis Rendsburg nach Rostock aufgebrochen und warteten nach der Ankunft des Eulen-Mannschaftsbusses auf ihre Lieblinge. Genau 210 Kilometer fuhren die beiden Eulen-Fans, um sich einige Minuten mit ihren Freunden aus der Pfalz zu treffen.
Sowohl Max Neuhaus, Jannek Klein und Hendrik Wagner nutzten nach der Partie beim HC Empor Rostock die Zeit bis zur Abfahrt des Mannschaftsbusses um 21.30 Uhr zum Plausch mit den Mädels. Die wichtigste Aktion war die Verleihung der Eule des Monats November an Jannek Klein.
„Wenn es schon in der zweiten Liga kein „Kretzsche des Monats“ gibt, dann wenigstens vom Max Neuhaus-Fanclub die Eule des Monats“, brachte es Doreen Witthinrich auf den Punkt.