Ludwigshafen Denkwürdiges Derby

LUDWIGSHAFEN. In einem denkwürdigen Spiel der Fußball-B-Klasse Rhein-Pfalz Süd, an das sich die Beteiligten auch noch in zehn Jahren erinnern werden, hat der ASV Edigheim vor imposanter Kulisse das Kerwederby gegen den TV Edigheim 1:2 (0:1) verloren.

450 Zuschauer wurden Zeuge einer Partie, in der es drei Tore, drei Rote Karten, drei Verletzte und am Ende elf Minuten Nachspielzeit gab. Mannschaften, Trainer und Fans gingen durch ein Wechselbad der Gefühle. Fußballerisch war das Derby gewiss kein Leckerbissen, was auf einem Hartplatz auch kaum möglich ist. Aber von der Dramaturgie, der Spannung und der Emotionalität war es kaum zu überbieten. Der ASV musste verletzungsbedingt früh zweimal austauschen und hatte noch vor der Pause sein Wechselkontingent erschöpft, als Trainer Marco Malizia den gelb-rot-gefährdeten Marc Seelinger vom Platz nahm. „Die Ausfälle, vor allem der von Vono, haben uns hart getroffen. Obwohl wir etliche Chancen hatten, haben wir kein gutes Spiel gemacht“, sagte der Coach. Neben einem Lattenkopfball von Buchröder (39.) und einem Schuss an den Außenpfosten von Leistner (23.), rettete der blendend aufgelegte Torwart Wiesinger gegen Rozanski (8., 13.) und Rossel (38.). Der TVE war reifer und taktisch gut eingestellt. Auch ASV-Keeper Stockhausen war bei Chancen für Eser (10.) und Golab (28.) auf dem Posten. Machtlos war er allerdings, als Köhler die Maßflanke Esers ins Netz köpfte (45.+1). Als sich Deiler verletzte (56.), war der ASV nur noch zu zehnt. Der TVE hielt die Gastgeber zunächst von seinem Tor entfernt. Seeber hätte nach Golabs Pass alles klar machen müssen, doch er vergab freistehend vor dem leeren Tor (62.). „Da müssen wir das 2:0 machen, aber sonst hat das Team die Vorgaben super umgesetzt“, freute sich TVE-Coach Matthias Mayer. Als Paoletti einen Weber-Freistoß von der Linie kratzte (78.), war das der Start zu einer tollen Schlussphase. Ein sensationelles Solo von Rozanski an fünf Gegenspielern vorbei war der Ausgangpunkt zu einem Handelfmeter für den ASV, den Buchröder sicher verwandelte (86.). Klemm sah zuvor die Rote Karte. Fast im Gegenzug fiel das 1:2. Nach einem klugen Pass von Merten hatte Eser den Blick für den mitgelaufenen Golab, der den Ball über die Linie schob (88.). „Wir waren zu offen, weil wir den Sieg wollten“, sagte Malizia. In der ausgedehnten Nachspielzeit verlor der TVE zwei weitere Akteure. Das interessierte am Ende keinen mehr. „Jetzt wird zwei Tage auf der Kerwe gefeiert“, versicherte Mayer. (thl)

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