Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Das „Weiße Häusl“ kommt wieder – Mit Fisch und Eisdiele

Eine Beach-Bar gab’s auch mal am „Weißen Häusl“.
Eine Beach-Bar gab’s auch mal am »Weißen Häusl«.

Das seit vielen Jahrzehnten beliebte Ausflugsrestaurant „Weißes Häusl“ zwischen Kiefweiher und Rhein öffnet wieder. Was der neue Pächter in Rheingönheim vorhat.

Weihnachten 2016 endete im „Weißen Häusl“ die Ära der langjährigen Besitzer Bernd und Gertrud Zaun nach 29 Jahren als Gastwirte. Danach war das Haus im Auwald verlassen, mit Ausnahme von drei Nachfolgepächtern, die jeweils nicht lange blieben. Am 1. August wird nun ein neues Kapitel aufgeschlagen: Das „Weiße Häusl“ soll wieder für Ausflügler und Radwanderer, Spaziergänger und Wassersportler zur gastronomischen Anlaufstelle werden.

Die neuen Pächter sind Mitglieder einer kurdischen Familie, die seit Jahren im südhessischen Bensheim lebt und dort einen Betrieb für häusliche Dienstleistungen wie Garten- und Hauspflege mit rund 25 Mitarbeitern führt. Man verfügt außerdem über gastronomische Erfahrungen – und stammt aus Ludwigshafens Partnerstadt Gaziantep: „Passt irgendwie alles zusammen,“ kommentiert lakonisch Familienchef Ügür Dündar.

Besitzer: „Keine Experimente“

Der 44-jährige Vater von fünf Kindern hat das „Weiße Häusl“ von der Besitzerfamilie Zaun gepachtet. Tochter Jeanette Zaun und ihr Lebensgefährte Harald Finkler sind optimistisch, mit Dündar den richtigen Griff getan zu haben: „Wir hatten mehrere Anfragen – aber wir hatten auch unsere persönlichen Vorstellungen, was mit dem Haus an Rheinkilometer 418 geschehen soll“, berichtet die Besitzerin von den Gesprächen. „Wir haben es rundweg abgelehnt, aus unserem Haus eine Dönerbude zu machen oder irgendwelche gastronomischen Experimente mitzutragen.“

Das „Weiße Häusl“ gehörte nach dem Kauf von der Stadt Ludwigshafen seit 1987 der Familie Zaun, die dort drei Wohnungen vermietet hat. Eine weitere Wohnung in dem Haus mit Blick auf den Rhein und auf den Mannheimer Waldpark werden die neuen Pächter beziehen, die derzeit voller Elan am Großreinemachen sind.

Keine Hausbrauerei mehr

Zur Gastronomie gehören die rustikale Gaststube mit 45 Plätzen, ein Nebenzimmer mit rund 100 Plätzen und der schattige Biergarten, wo nahezu 300 Gäste Platz finden. Stammgäste aus der „Zaun-Ära“ werden zwei Dinge vermissen: Der Teich mit den attraktiven Koi-Karpfen ist ebenso verschwunden wie die kleine Hausbrauerei, in der Hausherr Bernd Zaun früher sein spezielles Bier ins Fass brachte. Von den Wegen zum Kiefweiher und zum Rhein kann man nun auch ungestört in den Biergarten blicken. Hecken und wildes Gestrüpp wurden gerodet. Geblieben sind an der Terrasse die Kiwi-Sträucher, und der gegenüberliegende Parkplatz besteht ebenfalls weiter – ebenso die weitläufige Parkfläche direkt am Rheinufer. Die Öffnungszeiten stehen bereits fest: 12 bis 22 Uhr, Ruhetage sind Dienstag und Mittwoch.

Die Wassersportler profitieren

Juniorchef Velat Ökasüz (27) ist voller Ideen. Immerhin hat er das gastronomische Handwerk gelernt. „Wir bieten alles, was in der Pfalz auf der Speisekarte üblich ist, aber unsere Spezialität wird vor allem Fisch sein.“ Deshalb soll das „Weiße Häusl“ auch einen Zusatznamen erhalten: „Restaurant Seeflamme“, damit die Verbindung zum Meer sichtbar wird. Auch eine kleine Eisdiele soll es im weitläufigen Hof geben, und als Dekoration schwebt dem agilen Juniorchef offenes Feuer im Hof vor. „Wir wollen unseren Gästen eine Reise durch die Geschmackswelten bieten,“ verspricht Velat Ökasüz. Dazu gehören auch Pizza und Pasta, und wenn es die Witterung erlaubt, ist auch an Gegrilltes zu denken.

Dass es mit dem „Weißen Häusl“ und der „Waldmühle“ nun wieder Gastronomie am Rhein und im Neuhofener Unterwald gibt, kommt den dortigen Wassersportlern zugute. Hans-Peter Kaub, Vorsitzender der Paddlergilde zwischen Rhein und Kiefweiher: „Wir haben im Sommer oft Übernachtungsgäste in unserer Kanustation, die hier in Zelten die Nacht verbringen. Für die ist der kurze Weg zu zwei nahen Gaststätten nun ein besonderes Angebot.“ Das gilt auch für die Dauercamper des Wasser- und Campingclubs (WCC) Mannheim-Ludwigshafen am Rheinufer kurz vor der Einmündung des Kiefweihers und für die Kanuten des ESV 1927 Ludwigshafen.

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