Firmenporträt
Das Dogan Mega Center – ein Einkaufserlebnis in Ludwigshafen
Vom Balkon des Restaurants im ersten Obergeschoss aus kann der Ludwigshafener Hasan Dogan das rege Treiben auf dem Parkplatz vor seinem Einkaufsmarkt in der Industriestraße 9 beobachten. Es ist ein durchschnittlicher Freitagvormittag. Der Parkplatz ist ziemlich voll. Samstags gibt es häufig kaum ein Durchkommen. Bis zu 10.000 Kunden kaufen pro Woche im Dogan Mega Center ein. Zu besonderen Anlässen sind es noch deutlich mehr.
Oliven – eingelegt in frischem Knoblauch, Oliven in Schwarz oder Grün, Oliven mit Chili verfeinert oder mit Paprika –, Peperoni gefüllt mit Frischkäse oder einfach ganz pur: Das Antipasti-Herz schlägt beim Anblick der Auslage in der Frischetheke direkt ein paar Takte schneller. Dogans ganzer Stolz ist die Fleischtheke: Köfte, Adana- und Lammspieße, Rump- oder Hüftsteak, Rind- und Lammfleischspezialitäten sind hier fein aneinandergereiht. Auf 1400 Quadratmetern hat der 53-Jährige ein „internationales Einkaufs- und Geschmackserlebnis“ – wie er sagt – geschaffen. „Mit Lager und Parkplätzen kommen wir auf 6000 Quadratmeter“, erzählt er stolz. Seine Waren bezieht er aus aller Welt. Auch das Publikum im Dogan Mega Center ist international.
1700 D-Mark Startkapital
In diesem Jahr hat der Unternehmer nochmals den einen oder anderen Euro zusätzlich in die Hand genommen, um die beiden Geschäfte – das kleinere in der Prinzregentenstraße und sein Paradestück, das Mega Center in der Industriestraße – zu renovieren und in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Dogan sprüht nur so vor Energie, scheint kaum zu bremsen, obwohl er schon in jungen Jahren hart arbeiten musste. Als Gastarbeiterkind kam er 1983 im Rahmen der Familienzusammenführung aus der Türkei nach Deutschland. Drei Jahre besuchte er in Ludwigshafen die Schule, ehe er eine Ausbildung im damaligen Coop in der Mundenheimer Straße begann. Dogan ackerte, malochte in jeder freien Minute.
„Ich habe die Arbeit von drei Leuten auf einmal gemacht“, erzählt der 53-Jährige. Zusätzlich verdiente er als Erdbeerpflücker Geld für die Familienkasse dazu. Er war jung, wusste aber schon zu dem Zeitpunkt, wohin die Reise gehen sollte. „Ich wollte mich selbstständig machen.“ Doch gleichzeitig fragte sich Dogan auch, ob er reif dafür sei. Er bat seinen Vater um Rat. Dieser räumte jegliche Zweifel aus dem Weg. Mehmet Dogan nahm sein Erspartes in die Hand, um dem Sohn seinen Traum zu erfüllen. Mit einem Startkapital von 1700 D-Mark begann die Erfolgsgeschichte des Vater-Sohn-Gespanns.
Mit dem VW-Bus auf den Markt
Während der „Papa“, wie Dogan ihn noch immer liebevoll und ehrfürchtig bezeichnet, früh um drei Uhr auf den Großmarkt nach Mannheim fuhr, um frisches Obst und Gemüse zu kaufen, bereitete der Filius in dem kleinen, kaum 30 Quadratmeter großen Lädchen alles vor. Seinen Unterhalt verdiente der Vater indes beim Maschinenbauer Halberg. „Wir haben jeden Pfennig, jede Mark zur Seite gelegt“, erzählt der Ludwigshafener von der anfänglich schwierigen Zeit. Wenn es im Winter so richtig kalt war, zog Dogan seine Jacke aus, legte sie sachte über den Kopfsalat, um ihn vor Kälte und Frost zu schützen. Denn jeder verfrorene Salat hätte weniger Einnahmen bedeutet.
Von ihren Ersparnissen leistete sich die Familie einen gebrauchten VW-Bus zum Transport der Kisten. Das Problem: „Jeden Morgen, wenn es auf den Großmarkt ging, ist er nicht angesprungen und alle mussten dabei helfen, den Bus anzuschieben, bis er fuhr“, sagt Dogan lachend. Irgendwann hatten sie dann genug zusammengespart und der Vater kam mit einer neuen Autobatterie nach Hause. Der VW-Bus fuhr fortan ohne Unterstützung und tat noch einige Zeit treu seinen Dienst. Mittlerweile lief das Geschäft der Dogans so gut, dass sie in größere Räumlichkeiten im Hemshof umzogen.
Ehemalige Aldi-Filiale gekauft
„Du schaffst das!“, sagte Mehmet Dogan im Jahr 2006 zu seinem Sohn, als damals das Gebäude der ehemaligen Aldi-Filiale in der Industriestraße zum Verkauf stand. Nur ein Jahr später gelang Hasan Dogan mit der Eröffnung des gleichnamigen Mega Centers in der Industriestraße der endgültige Durchbruch. 2008 starb sein Vater.
Es war ein Risiko, in die frühere Aldi-Filiale zu ziehen, aber auch eine riesengroße Chance, die Dogan damals beim Schopfe packte. „Sogar der türkische Konsul war zur Einweihung da. Und mein Vater war richtig, richtig stolz“, sagt Dogan, der inzwischen etliche Auszeichnungen erhalten hat, unter anderem zum „Unternehmer des Jahres“ gewählt wurde.
Über 40 Mitarbeiter, darunter zwei Auszubildende, beschäftigt er im Mega Center und in der Filiale im Hemshof. Sich ausruhen, zurücklehnen, das ist nach wie vor nicht seine Sache. Der dreifache Familienvater Dogan macht weiter. Immer weiter.