Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Darmkrebsmonat: Stiftung Lebensblicke ruft zur Vorsorge auf

Viel los in der Schleimhaut des Darms: Aus Wucherungen, sogenannten Polypen, kann mit den Jahren Darmkrebs entstehen.
Viel los in der Schleimhaut des Darms: Aus Wucherungen, sogenannten Polypen, kann mit den Jahren Darmkrebs entstehen.

Früh erkannt, ist Darmkrebs fast zu 100 Prozent heilbar. Warum die Vorsorge in Deutschland trotzdem hakt und wie die Ludwigshafener Stiftung Lebensblicke gegensteuert.

Noch immer erkranken in Deutschland jährlich etwa 55.000 Menschen neu an Darmkrebs. 26.000 Patienten sterben jedes Jahr daran. Im Gegensatz zu anderen Krebsarten lässt sich die Erkrankung bei frühzeitiger Erkennung vollständig heilen. Mit ihrer jährlichen Aktion „Darmkrebsmonat März“ ruft die Ludwigshafener Stiftung Lebensblicke vor allem Menschen ab 50 Jahren zur Vorsorge auf.

Darmkrebs entsteht in der Regel aus zunächst gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut. Diese nehmen bei Menschen über 50 Jahren zu. Darmkrebs wächst sehr langsam über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren. Tückisch ist, dass der Erkrankte davon nichts spürt. Wenn Beschwerden oder Schmerzen auftreten, ist der Krebs oft schon weit fortgeschritten und hat Metastasen gebildet. Deshalb gilt: Rechtzeitig erkannt, ist Darmkrebs zu fast 100 Prozent heilbar. Unerkannt und unbehandelt führt er dagegen innerhalb von zwölf Monaten zum sicheren Tod.

Seit mehr als 25 Jahren hat sich Jürgen Riemann, ehemaliger Chefarzt am Klinikum Ludwigshafen, mit der Gründung der Stiftung Lebensblicke den Kampf gegen den Darmkrebs auf die Fahnen geschrieben. Die gemeinnützige Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein für die Bedeutung der Darmkrebsvorsorge in der Bevölkerung zu stärken. Prominente Unterstützung kommt in diesem Jahr von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) als Schirmherrin der Aktion. Auch Ludwigshafens Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU) ließ es sich bei einem Pressetermin zum „Darmkrebsmonat März“ nicht nehmen, seine Unterstützung deutlich zu machen.

Tests zur Diagnose

Die Vorsorge ist einfach: Zur Selbstanwendung gibt es inzwischen gute Tests zur Diagnose von verborgenem (okkultem) Blut im Stuhl, die von den Krankenkassen kostenlos zugeschickt werden. Da Darmkrebs sich fast immer aus zunächst gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut, sogenannten Polypen, entwickelt, ist Blut im Stuhl ein erster Hinweis auf einen möglichen Krebs. Klarheit verschafft im Zweifelsfall eine anschließende Darmspiegelung.

Dass Darmkrebs sehr viel mit der Ernährung zu tun hat, das betonte Reinhild Link, Mitgründerin der Initiative „Gesunde Kids“ aus Wiesbaden. Zusammen mit Bewegungsmangel führe eine schlechte Ernährung zu Übergewicht bei Kindern, was das Risiko für einen späteren Darmkrebs erhöhe. Dieter Schilling, Chefarzt für Innere Medizin am Mannheimer Diakonissenkrankenhaus, zufolge zeigt eine neue Studie die Zunahme von Darmkrebs auch bei Menschen unter 50 Jahren, wobei die USA hier stärker als Deutschland betroffen sind. „Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Schwachstelle in Deutschland eindeutig die Prävention“, so Eefje Barber, medizinische Geschäftsführerin des Klinikums Ludwigshafen.

Benefizkonzert im Mai

Die jährlich von der Stiftung Lebensblicke verliehenen Auszeichnungen für Beiträge zur Früherkennung von Darmkrebs gingen in diesem Jahr nach Heidelberg und Ludwigshafen. Mit dem wissenschaftlichen Preis wurde das Forschungsprojekt „Diabetes und Darmkrebs: Einfluss des Tumor-Immunsystems auf Erkrankungsrisiko und Überleben – Implikationen für Prävention und Früherkennung“ von Durgesh Wankhede vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg ausgezeichnet. Die Studie zeigt, dass Diabetes und ein gestörtes Immunsystem das Darmkrebs-Risiko um 39 Prozent erhöhen.

Den Medienpreis erhielt das Projekt „Darmkrebspräventionsprogramm – Gesundheitsförderung durch frühe Vorsorge“ der Abteilung Corporate Health Management des Chemiekonzerns BASF. Mit dem Programm erhalten alle Mitarbeitende ab 45 Jahren Zugang zur Früherkennung von Darmkrebs mit kostenlosen Stuhltests und Beratung.

Termin

Um die Aktion „Darmkrebsmonat März“ zu unterstützen, gibt Sänger und Entertainer Marc Marshall, Sohn der verstorbenen Schlagerlegende Tony Marshall, am Sonntag, 17. Mai, in der Friedenskirche in Ludwigshafen (Leuschnerstraße 56, Friesenheim) ein Benefizkonzert. Angekündigt ist ein Programm aus Klassik, Chansons und moderner Musik. Unter dem Motto „Musik verbindet – Vorsorge rettet Leben“ will die Stiftung Lebensblicke auch das Bewusstsein für die Darmkrebsvorsorge stärken. Tickets bei allen Vorverkaufsstellen, in der Friedenskirche und www.reservix.de. Weitere Infos unter www.lebensblicke.de.

Für ihre Beiträge zur Früherkennung von Darmkrebs von Stiftungsgründer Jürgen Riemann (rechts) ausgezeichnet: Durgesh Wankhede v
Für ihre Beiträge zur Früherkennung von Darmkrebs von Stiftungsgründer Jürgen Riemann (rechts) ausgezeichnet: Durgesh Wankhede vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg und Nicola Dillinger von der Abteilung Corporate Health Management der BASF.
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