Ludwigshafen Cheerleader und Trauerschnallen

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Oppau. Superstimmung und einen vollen Saal erwartet man bei der Fasnachtssitzung des Pfälzerwald-Vereins (PWV) Oppau-Edigheim. Und so hat sich die Veranstaltung am Samstag im Oppauer Bürgerhaus auch dieses Jahr präsentiert. Das Programm mit viel Humor und Tanz hielt das Publikum bis Mitternacht bei bester Laune.

Mit lautem Ahoi marschierte der Elferrat rund um Sitzungspräsident Reinhard Reeb in die gute Stube Oppaus ein. Reeb hielt über den ganzen Abend souverän die Fäden in der Hand und moderierte mit ebenso hintersinnigem wie deftigem Pfälzer Humor. Herzlich bedankte er sich bei Edith Pfeiffer, die das von Handwerkern bei der Renovierung des Gebäudes entsorgte Bühnenbild in einer Fleißarbeit auf vier großen Tafeln neu entstehen ließ. Mit Bildern von der PWV-Hütte, vom Auwald, den Schloten der BASF und einer Meute närrischer Vereinsmitglieder im Hintergrund, war das PWV-Ambiente wieder hergestellt und die närrische Sause konnte ihren Gang nehmen. Schlag auf Schlag gingen karnevalistische Attraktionen über die Bretter, die die Welt bedeuten. Zu einem slawischen Tanz wirbelte Tanzmariechen Lea Mack von den Munnemer Göckeln über die Bühne. Anmutig und mit akrobatischen Einlagen gespickt begeisterte sie ebenso wie Nasseria Morales von den Maudacher Mondglotzern. Fantasievolle Showtänze gaben eine Truppe der Munnemer Göckel und das Männerballett des Pfälzerwald-Vereins zum Besten – und brachten damit den ganzen Saal zum Toben. Während die Mundenheimer eine teuflische Liebesgeschichte in einer lustig bis gruseligen Choreografie darboten, begeisterte das Männerballett als eine Riege strahlender Cheerleader. Die wohlbekannten Gesichter aus dem Verein in ihrer putzigen Aufmachung rissen das närrische Publikum zu Lachsalven hin. Getoppt wurde dies nur noch beim zweiten Auftritt der Truppe, als die Akteure genüsslich Stars der 70er bis 2000er Jahre parodierten. Choreografen und Trainer sind Salvatore Militello aus Friesenheim und seine Frau Andrea. „Wir machen das schon mehrere Jahre“, verriet das Vereinsmitglied. Was wäre die Fasnacht ohne Bütt? Witz, Spott und derber Humor wechseln hier im Minutentakt. Der Oppauer Büttenredner Peter Frey nahm in seinem Beitrag die Beziehungen zwischen den Geschlechtern aufs Korn. Dabei kamen einige interessante Details ans Tageslicht. „Ich steh im Telefonbuch, moi Fraa im Grundbuch“, ließ er wissen und gab als Erziehungstipp: Jungs vom Blaulicht, Mädchen vom Rotlicht fernhalten. Deftig war die Antwort auf die Frage, ob er seine Hochzeitschuhe noch hat. „Die Schuh hab isch nimmer, nur noch die alt Schachtel.“ Die längste Büttenrede, die Sitzungspräsident Reeb je gehört hat, bot Karin Walther mit ihren Stichworten von A bis Z. Hier bekamen die Saarländer unter dem Buchstaben C ihr Fett weg: Die Kleinstaater von der Saar traten von einem zuvor erklärten Krieg mit China zurück. Begründung: „Mir hawen net so viel Platz fer die Gefangene.“ Viel Applaus bekamen die Klageweiber, die bei den PWVlern so richtig pälzisch Trauerschnalle heißen. An ihren sogenannten besseren Hälften ließen sie kein gutes Haar und kamen ohne Zugabe nicht davon. Gipfel ihres Spotts: die Story vom splitternackten Mann, der nach Feierabend auf seine Gattin wartet. Sie hatte gesagt: „Wenn ich heut Abend heim komm, bist du ausgezogen.“ „Das Männerballett war das Beste“, befand Gisela Blesch aus Oppau. „Es war ein schöner Abend“, stimmten ihre Begleiterinnen zu. |enk

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