Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel CBG: Beeindruckender Auftritt im Rosengarten

Das sinfonische Blasorchester des CBG.
Das sinfonische Blasorchester des CBG.

„Und jetzt gehen wir auf Tournee“, witzelte Eric Nykiel, der Direktor des Carl-Bosch-Gymnasiums, als er die Zuhörer des Jahreskonzerts im ausverkauften Mannheimer Rosengarten am Mittwochabend begrüßte. Schön wär's – aber realistisch ist das nicht.

„Into the Unknown“ – Aufbruch ins Unbekannte, so hat die Schule ihr Jahreskonzert benannt. Über den Rhein in die Schwesterstadt Mannheim musste die Schule ziehen, um dieses Mal das Jahreskonzert in voller Pracht bieten zu können. Frühere Produktionen waren im Pfalzbau, wo die Schule schon sehr eindrucksvoll mit großem Aufwand ihre Produktionen realisiert hat. Der Pfalzbau ist aber belegt, die Eberthalle wird renoviert und ansonsten gibt es in Ludwigshafen keine Spielstätte mehr, die groß genug wäre. Wer das für übertrieben hält: Das Konzert wurde zweimal gespielt und der große Mozartsaal war am Mittwoch und Donnerstag ausverkauft.

Und die große Bühne? Die hat gerade so gereicht, als das Sinfonieorchester sich dort aufgebaut hat. Es ist enorm stark besetzt, allein die gebündelt aufragenden Kontrabässe wirken von Weitem wie ein kleines Wäldchen in der rechten hinteren Bühnenecke, die Bogen der Violinen und Bratschen wirken, wie ein sich im Wind wiegendes Weizenfeld.

Klassischer Start

Ganz klassisch ging es los mit dem dritten Satz aus dem Doppelkonzert für Violine und Violoncello, op. 103 von Johannes Brahms. Solisten sind zwei Alumni des CBG: Soo-Jin Hirsch an der Violine, Abitur 2017, und ihr jüngerer Bruder Yoo-Jin Hirsch, Abitur diese Woche. Joachim Schall führte das Orchester zu einem beeindruckenden Klang.

Die Geschwister Hirsch waren beileibe nicht die einzigen Ehemaligen des CBG, die ihrer alten Schule die Treue halten und aktiv am Programm mitgewirkt haben. Nicht nur gibt es ein Alumni-Orchester, das am Donnerstag spielte, sondern auch bei der Audio-, Video- und Bühnentechnik haben Ehemalige mitgeholfen, wie Joachim Schall den Zuhörern erklärte. Manche ehemalige Schüler sind inzwischen Profis geworden, der Auslegerkran mit „fliegender“ Kamera kam von der Firma eines Ehemaligen.

Yara Muhammad (17) und Thea Gomarteli (14), von links, singen fetzigen Soul.
Yara Muhammad (17) und Thea Gomarteli (14), von links, singen fetzigen Soul.

Unglaublicher Aufwand

Überhaupt war der Aufwand in jeder Hinsicht unglaublich: Selbst in den Chören haben alle Sänger eigene Mikrofone, im Orchester sind 83 Mikrofone aufgebaut, über 100 Funkstrecken waren zu verwalten, jedes Mikrofon ist in der Lautstärke abzustimmen. Das hat aber auch bestens funktioniert: Der Klang war exzellent.

Für die Zuhörer gab es von einem Dutzend Kameras Videobilder rechts und links der Bühne, im Bühnenhintergrund gab es auch Animationsfilme. Im Lauf des Abends waren 750 Schüler in wechselnden Ensembles auf der Bühne.

Toll war, dass wirklich alle mitmachen konnten: Die Musiklehrer Severin Geissler und Joachim Schall haben Stücke für jüngere Musiker vereinfacht und trotzdem toll klingende Arrangements daraus gemacht. So zum Beispiel haben die Juniorbläser den bekannten Triumphmarsch „Pomp and Circumstance No. 1“ von Edward Elgar gespielt. Die Big-Band spielte die „Rocky“-Titelmelodie „Gonna fly now“ und das fetzte.

Zwei Saurier auf der Bühne

Neben den vielen Instrumenten sangen auch die Chöre der fünften bis achten Stufen und der achten bis 13. Stufen. Sehr beeindruckend war die A-Cappella-Gruppe mit einem Daft Punk-Medley, inklusive Beatboxing. Das Kammerorchester spielte klassisches von Rossini ebenso wie Zeitgenössisches wie „Radioactive“. Das Mittelstufenorchester spielte die Backings zu einem Mash-up von Gloria Gaynors „I will survive“ und Destiniy's Childs „Survivor“, mit tollen Sängerinnen.

Nicht zu vergessen die Tänzer, die zu den Popnummern mit flotten Choreografien das Auge erfreuten. Und beim „Rock-O-Saurus Rex“ der Juniorbläser wackelten sogar zwei Saurier über die Bühne.

Der Aufwand war also unglaublich groß – nicht nur technisch, es brauchte ja auch viele helfende Hände, die vor- und nachher Auf- und Abbau erledigten, die am Abend für Ordnung sorgten, vor den Konzerten Fahrdienste für Proben organisierten und vieles mehr. Offensichtlich gibt es am CBG eine enorm gut funktionierende Schulgemeinschaft aus Lehrern, Eltern, Schülern und Ehemaligen.

Geholfen haben auch viele Sponsoren. Das Konzert war ein schönes Beispiel dafür, wie Kinder verschiedenen Alters und mit verschiedenen Hintergründen und Wurzeln gemeinsam etwas ganz Großes schaffen können. Eine Tournee wäre für alle toll, aber so viele benötigte Busse und Sattelschlepper auf den Weg zu bringen, ist dann doch eher unwahrscheinlich.

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