Gewichtheben RHEINPFALZ Plus Artikel Bundesliga: AC Mutterstadt beim Chemnitzer AC

Bundesligadebüt: Jaron Kihm vom AC Mutterstadt hebt beim Chemnitzer AC.
Bundesligadebüt: Jaron Kihm vom AC Mutterstadt hebt beim Chemnitzer AC.

Der AC Mutterstadt sorgt für ein Novum in der Bundesliga. Die Gründe sind nachvollziehbar. Wie es dabei sogar zu einem Debüt kommt. Dem Junior macht seine Rolle nichts aus.

Den Einzug in den Endkampf um die deutsche Meisterschaft hat sich die Staffel des AC 1892 Mutterstadt vorzeitig gesichert. Daher können Nina Schroth und ihr Team der Auswärtsaufgabe beim Mitfinalisten Chemnitzer Athletenclub locker entgegensehen. Sein Debüt in der Bundesligastaffel gibt der deutsche Juniorenmeister Jaron Kihm (Samstag, 18 Uhr).

Die Verantwortlichen des ACM verzichten diesmal aus nachvollziehbaren Gründen auf den Einsatz von zwei möglichen ausländischen Hebern. Dafür reist der zwölffache deutsche Mannschaftsmeister mit sechs deutschen Nationalheberinnen in die drittgrößte Stadt Sachsens. Das hat es in der deutschen Bundesligageschichte noch nicht gegeben. Hahn im Korb und einziger männlicher Heber ist der 18-jährige Nachwuchsheber Jaron Kihm.

Vor drei Wochen hat Kihm von Sportchef Stefan Mohr erfahren, dass er gegen Chemnitz an das Eisen gehen darf. „Ursprünglich hatte ich angefragt, ob ich eventuell außer Konkurrenz mitheben könnte. Als Stefan mir dann jedoch mitgeteilt hat, dass ich in die Wertung komme, habe ich mich natürlich umso mehr gefreut. Vor allem, weil es mein erster Einsatz überhaupt in der Bundesliga ist“, schildert Kihm. Als Ersatzheber war der Zwölftklässler am Speyerer Kaiserdom-Gymnasium schon im Team dabei, zum Einsatz kam der talentierte Schwergewichtler aber noch nicht. „Jaron hat sich einen Einsatz durch starke Leistungen in der zweiten Mannschaft und im Training mehr als verdient. In Chemnitz werden wir splitten. Marie Scherer übernimmt das Reißen, während Jaron in seiner Paradedisziplin Stoßen zum Einsatz kommt“, erklärt Stefan Mohr. Seine Vorfreude ist riesengroß. Sogar neue Bestleistungen hat der zusammen mit seinem Bruder Mattis vom AV 03 Speyer nach Mutterstadt gewechselte Jaron Kihm in Visier. Momentan betragen die Bestleistungen des Schützlings von Trainer Tom Schwarzbach 136 kg im Reißen und 165 kg im Stoßen. Auch die Tatsache, als einziger Mann die Farben des ACM zu vertreten, macht dem sympathischen Athleten nichts aus. „Dass ich der einzige Mann im Team bin, ist für mich völlig in Ordnung. Wir kennen uns alle gut und trainieren auch hin und wieder zusammen, daher passt das für mich absolut“, sagt Kihm.

Kihm hat Pläne

In den nächsten Jahren möchte der trainingsfleißige Speyerer zum festen Bestandteil des AC-Bundesligateams werden. „Wenn sich das Training weiterhin so positiv entwickelt, kann ich mir gut vorstellen, in den nächsten zwei bis drei Jahren zum Bundesligakader zu gehören. Mein großes Ziel im AC ist es, Stammheber in der Bundesliga zu werden und langfristig mit dem Team den Pokal nach Mutterstadt zu holen“, hat Kihm große sportliche Ziele.

Seine sportbegeisterte Familie – Mutter Christine, Vater Stefan und Bruder Mattis wird bei seinem Debüt in Chemnitz mit dabei sein. Direkt am Sonntag nach dem Wettkampf fährt Jaron für eine Woche ins Trainingslager nach Kienbaum. Dazu wurde er vom Bundes-Nachwuchstrainer David Kurch eingeladen. Ende April hat er seinen nächsten größeren Wettkampf in Leimen beim Junior Mixed Battles.

Gastgeber Chemnitz (17:4) und der AC Mutterstadt (16:5) haben sich vorzeitig für die German Finals am 26. Juli in Hannover qualifiziert. Dagegen muss sich der amtierende deutsche Meister AV 03 Speyer mit einem Erfolgserlebnis in Samswegen erst noch für den Endkampf qualifizieren. „Für uns die Saison bisher optimal verlaufen. In Chemnitz geht es darum, dass jeder mindestens einen Versuch in seiner Teildisziplin einbringt. Dann kann jeder schauen, was möglich ist. Für Yekta Jamali ist es beispielsweise der letzte Test vor den anstehenden Europameisterschaften“, ist Stefan Mohr auf den Wettkampf gespannt.

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