Ludwigshafen Briefe an die Lokalredaktion:

Es war eine wichtige Sitzung und es war eine richtige Sitzung, die viel zu einer sachlichen Aufarbeitung der Katastrophe vom 17. Oktober beigetragen hat. Allen voran gebührt den Einsatzkräften der städtischen- und der Werksfeuerwehr der BASF größter Respekt. Sie haben Schlimmeres verhindert. (...) Trotzdem hat diese Sitzung Fragen aufgeworfen, die beantwortet werden müssen, soll einer Katastrophe in Zukunft wirksam entgegengetreten werden. Beachtlich war die minutiöse Darstellung des Hergangs durch Herrn Feid, Feuerwehrdezernent der Stadt Ludwigshafen, und die überzeugende Schilderung der beiden Feuerwehrchefs der Stadt und der Werksfeuerwehr, Herrn Friedrich und Herrn Haselhorst, zum Ablauf des Einsatzes. Diese stellt ein Novum dar, welches gar nicht hoch genug bewertet werden kann(...). Auch das Aufzeigen offensichtlicher Mängel bei der Information der Bürgerschaft (...) vermittelte das Gefühl, dass hier etwas getan wird. Bei allem Respekt zum Auftreten (...) des Werkleiters Uwe Liebelt bleibt ein schaler Nachgeschmack. Es ist verständlich, dass sich Liebelt aus Rücksicht auf laufende, staatsanwaltschaftliche Ermittlungen in Zurückhaltung üben muss. Seine (...) Betroffenheit ehrt ihn und hebt ihn angenehm vom Verhalten des Vorstands ab. Trotzdem ist es bedauerlich, dass Liebelt berechtigte Fragen des Gremiums unbeantwortet lässt. Die Darstellung der Regularien im Zusammenhang mit dem Einsatz von Fremdfirmen offenbart ungewollt den Kern des Problems. Es gibt zu viele Schnittstellen. Allein die schiere Masse der Regularien macht diese nur sehr schwer handhabbar. Oft führen Zeitdruck, Personalmangel oder sonstige Einflüsse dazu, dass die Einhaltung der Bestimmungen fast unmöglich wird. Das Ausklammern der Subunternehmerproblematik ist bedauerlich, denn hier besteht Handlungsbedarf. Alleine die Tatsache, dass ein Kontraktor seit Jahren für das Unternehmen arbeitet, ist angesichts des wirtschaftlichen Drucks bei den Vertragsverhandlungen kein Sicherheitskriterium. Liebelt erwähnt (...) am Rande, dass mittels Rahmenvertrag Leistungen durch das Unternehmen eingekauft werden, das Erbringen ist die Pflicht des Kontraktors. Hier geht der persönliche Bezug der Handelnden, wie dieser in der Vergangenheit bestanden hat, verloren. Den Verantwortlichen bei der BASF sei empfohlen, nicht alleine auf öffentlichkeitswirksame Nachbarschaftsveranstaltungen zu setzen, sondern den kritischen Dialog im Unternehmen selbst zuzulassen und daraus zu lernen. Ich halte nach wie vor das Sicherheitsmanagement der BASF für vorbildlich und habe uneingeschränktes Vertrauen in die Kompetenz im Unternehmen. Doch nichts ist so gut, als dass es nicht noch verbessert werden kann. Muss das sein, dieses Feuerwerk an der Beachbar? Denkt denn niemand an die Hunde und Katzen, für die so ein Spektakel der reinste Horror ist. Ganz in der Nähe gibt es auch einen Geflügelverein. Ich möchte nicht wissen ,was die armen Vögel mitmachen. Mit dem Geld könnte man etwas Besseres machen, als in die Luft zu ballern. Jede Kerwe und jedes Fischerfest ist schon genug, alle brauchen ein Feuerwerk. Silvester kommt ja auch noch. (...) Es werden nicht alle verstehen, aber die, die Tiere haben, stimmen mir bestimmt zu. Zwei Tage hintereinander müsste auch nicht sein. Denkt besser an die Menschen, die nicht einmal genug zu essen haben.