Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Brandserie in Mannheim gibt Rätsel auf: Bewohner besorgt, Polizei erhöht Präsenz

Das Haus in der Nähe des Marktplatzes wurde bei dem Brand zerstört.
Das Haus in der Nähe des Marktplatzes wurde bei dem Brand zerstört.

Drei Feuer in kurzer Zeit, dreimal handelt es sich um gastronomische Betriebe: Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Zu den Hintergründen wird in der Stadt viel spekuliert.

Eine Brandserie in der Mannheimer Innenstadt hält die Polizei in Atem. Am 7. April muss die Feuerwehr Flammen in einer Gaststätte im Quadrat O7 löschen. Hier ist der Schaden noch gering. Anders ist das am 21. April, als eine Shishabar im Erdgeschoss eines Hauses in R1 und darüber liegende Etagen lichterloh brennen. Bewohner müssen evakuiert werden. Den vorerst letzten Brand gab es am 5. Mai: Erwischt hat es das stadtweit bekannte Restaurant Starks in N4. Dort ist der Betrieb vor wenigen Tagen wieder gestartet.

Doch was steckt dahinter? Gibt es einen Zusammenhang? In allen drei Fällen ermitteln die Behörden wegen Brandstiftung. „Die räumliche und zeitliche Nähe der drei Brandgeschehen gibt uns Anlass, mögliche Zusammenhänge ernsthaft zu prüfen. Außerdem hat es sich bei allen drei betroffenen Orten um Gaststätten im weiteren Sinne gehandelt“, teilt eine Sprecherin der Polizei auf RHEINPFALZ-Anfrage mit. Weitere Bewertungen will sie zum gegenwärtigen Stand der Ermittlungen nicht vornehmen.

Bewohner über Shishabar evakuiert

Das Feuer am 21. April in einer Shishabar in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz richtete den größten Schaden an. Beim Besitzer des Hauses stand damals am frühen Morgen das Telefon nicht mehr still. „Ganz viele Bewohner haben mich angerufen und mir erzählt, dass das Haus brennt“, sagt Eyüp Polat an diesem Tag im April. Einige Stunden später stand er mit beiden Händen voller Ruß vor dem Gebäude und konnte kaum glauben, was er da sah. Fast die komplette Fassade war verkohlt. Die Shisha-Bar im Erdgeschoss hatte es besonders schwer erwischt, aber auch die darüber liegenden Stockwerke bekamen etwas ab. Der Schaden geht in die Hunderttausende. Der Hausbesitzer war schnell sicher: „Das war Brandstiftung.“ Und mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt er damit richtig.

Hausbesitzer Eyüp Polat hatte gleich einen Verdacht: „Das war Brandstiftung.“
Hausbesitzer Eyüp Polat hatte gleich einen Verdacht: »Das war Brandstiftung.«

Glück im Unglück: Die Appartements befinden sich im hinteren Teil des Hauses, was dafür sorgte, dass der Brand sich zu keiner richtigen Katastrophe entwickelte. Die Bewohner kamen zumeist mit dem Schrecken davon. Zwei von ihnen mussten in eine Klinik gebracht werden, sie trugen keine schweren Verletzungen davon. Insgesamt evakuierte die Feuerwehr zwölf Personen aus dem brennenden Haus.

Hitze lässt Scheiben platzen

Den Brand im Starks an der Kunststraße Anfang Mai hat ein Anwohner gemeldet. Dort konnte die alarmierte Feuerwehr die Flammen rasch unter Kontrolle bringen und ein Übergreifen auf die darüber liegenden Wohnungen sowie angrenzende Gebäudeteile verhindern. Verletzt wurde laut Polizei niemand. Zwei große Scheiben sind bei dem Brand geplatzt. Im Inneren des Restaurants ist offenbar nichts zerstört worden. Löschschaum und weitere Spuren wurden entfernt.

Nach einem Brand seit ein paar Tagen wieder offen: das Starks im Quadrat N4.
Nach einem Brand seit ein paar Tagen wieder offen: das Starks im Quadrat N4.

Nach der Serie an Bränden sind viele Bewohner der Innenstadt in Sorge. Spekulationen über mögliche Schutzgelderpressungen machen die Runde. Die Polizei äußert sich zu solchen Gerüchten nicht und verweist auf die laufenden Ermittlungen. Sie hat nach eigenen Angaben mit einer verstärkten Präsenz im Stadtgebiet auf die Vorfälle reagiert. Schon im März war ein türkischer Modeladen in Flammen aufgegangen. Zurück blieb ein verzweifeltes Ehepaar, welches das Geschäft betreibt. Dort gingen die Ermittler von einem technischem Defekt als Brandursache aus.

Aufwendige Ermittlungen

Die Polizeisprecherin weist darauf hin, dass Brandermittlungen grundsätzlich sehr aufwendig seien. „In Betracht kommen neben natürlichen auch technische Ursachen oder Brandstiftung. Der mögliche Tatort befindet sich nicht mehr in seinem ursprünglichen Zustand und wichtige Spuren sind oftmals durch die Brandzehrung oder -bekämpfung vernichtet“, erklärt sie. Die Kriminalhauptkommissarin kündigt an, dass die Ermittlungen in diesen Fällen noch einige Zeit in Anspruch nehmen würden.

Dabei hofft die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer etwas Verdächtiges beobachtet, soll sofort den Notruf 110 wählen. Alle sonstigen Hinweise nimmt die Kriminalpolizei rund um die Uhr unter der Telefonnummer 0621 174-4444 entgegen.

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