Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel BG Unfallklinik: Oggersheimerin ist Pflegerin des Jahres 2026

In Eigeninitiative weitergebildet: Seit 25 Jahren kümmert sich Manja Bergmann um Menschen mit Rückenmarkverletzungen an der BG U
In Eigeninitiative weitergebildet: Seit 25 Jahren kümmert sich Manja Bergmann um Menschen mit Rückenmarkverletzungen an der BG Unfallklinik.

Am Querschnittzentrum der BG Unfallklinik ist Manja Bergmann seit 25 Jahren nicht nur Pflegekraft, sondern auch Coach, Friseurin und Entertainerin für ihre Patienten.

Für viele Patienten ändert sich nach einem schwerwiegenden Unfall das Leben von einer Sekunde auf die andere. Was die ganze Zeit selbstverständlich war, ist nicht mehr möglich. Tag für Tag erlebt Krankenschwester Manja Bergmann Schicksale, häufig sich über Jahre hinziehende Therapien mit emotionalen Höhen und Tiefen. Dennoch hatte die 48-Jährige nie den Wunsch, in einer anderen Abteilung zu arbeiten. Sie habe sich durch direktes Feedback der Patienten weiterentwickelt, sagt sie.

Es sind kleine Gesten, die den Aufenthalt in der Abteilung besonders machen. Wenn ein Zugang mal warten muss, gibt es beispielsweise ein Dufträtsel auf einem Stoffsäckchen. Die Oggersheimerin hat eine Fachweiterbildung zur Aromapflege-Expertin und zur Praxisanleiterin absolviert. Seither setzt sie gezielt ätherische Öle ein, bedarfsorientierte Pflegeöle zur Unterstützung verschiedener Prophylaxen. Sie hält sich dabei an das Motto, „Riechen-Regulieren-Reflektieren“, legt großen Wert auf eine fundierte Anwendung. Ihr Wissen gibt sie auch an Kollegen und Angehörige weiter.

Manja Bergmann strahlt positive Energie und gleichzeitig eine enorme Ruhe aus. Den Titel Pflegerin des Jahres 2026 erhält sie, weil es ihr gelingt, mit Kompetenz und Empathie ein enges Vertrauensverhältnis zu den Patienten aufzubauen. „Es geht darum, Menschen dabei zu helfen, wieder bestmöglich selbstständig zu werden und ihr Leben so gut es geht aktiv zu gestalten“, sagt sie.

Zuhören und Mut machen

Genau 25 Jahre ist es her, dass sie in der BG Klinik zu arbeiten anfing. Von Beginn an im Querschnittzentrum. „Ich habe sofort gewusst, hier möchte ich bleiben“, erzählt sie. Ihr Weg begann nach dem Abitur 1997 in Mannheim. Die Ausbildung zur Krankenschwester absolvierte die Oggersheimerin an der Uniklinik Mannheim, anschließend arbeitete sie kurz in der Neurochirurgie. Dort begegnete sie zum ersten Mal Menschen mit Querschnittlähmung und fragte sich: Wie geht es für diese Patientinnen und Patienten weiter?

Die Antwort fand sie in Ludwigshafen. „Unsere Patienten müssen sich damit auseinandersetzen, wie sie mit ihrer Einschränkung langfristig umgehen. Dazu kommt eine fremde Körperwahrnehmung. Es ist ein Kontrollverlust“, beschreibt Bergmann. Gerade in der verletzlichen Phase der Akutversorgung sei es entscheidend, nicht nur professionell zu handeln, sondern auch menschlich präsent zu sein, zuzuhören, Mut zu machen.

Viele ihrer Patienten kehren aufgrund von Folgeerkrankungen über Jahre hinweg zurück in die BG Klinik. So entstehen langjährige Beziehungen. „Ich bin Pflegekraft, aber auch Coach, Friseurin oder Entertainerin“, sagt Bergmann. Diese Nähe zu den Patienten ermögliche es ihr, individuell auf Bedürfnisse einzugehen und ihre Kreativität einzubringen.

Mit Aromapflege Wohlbefinden fördern

In Eigeninitiative hat die 48-Jährige Zusatzqualifikationen in Stressmanagementmethoden erworben, wie etwa Rollstuhl-Yoga oder Atemtraining. Für ihre Patienten schafft sie Momente, aus denen sie Kraft, neuen Lebensmut und mentale Stärke ziehen können. Gefördert wurde sie dabei von der BG Klinik. Ihr Arbeitgeber unterstützte Bergmann darin, ihre Kompetenzen auszubauen. Aromapflege setzt sie in enger Abstimmung mit ihren Patienten ein, um deren Wohlbefinden zu fördern. Die Wirkung ist wissenschaftlich belegt. „Manchmal reichen wenige Tropfen, um Patienten zu unterstützen“, erklärt sie. Daher setzt sie sich auch dafür ein, diese Form der Unterstützung in Deutschland stärker zu etablieren. Sie sieht es als Privileg an, das Vertrauen ihrer Patienten und Vorgesetzten zu erhalten und Handlungsspielräume eigenverantwortlich nutzen zu können.

Hinter der Auszeichnung, die ihr jüngst verliehen wurde, steht Jobtour medical, ein Personaldienstleister für Pflege und medizinische Fachkräfte, als alleiniger Initiator und Sponsor. Ziel ist es, die gesellschaftlich große Bedeutung der Pflege in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und für eine höhere Wertschätzung der Pflegekräfte zu werben.

Im Netz

Nähere Informationen zu der Auszeichnung gibt es im Internet unter den Adressen www.herzundmut.de oder auch www.jobtour.de.

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