Fußball
Bezirksliga: Wie der BSC Oppau die Hoffnung auf den Klassenverbleib schürt
Der Klub gewann von 17 Begegnungen nur eine, hatte kümmerliche acht Zähler auf dem Konto und war abgeschlagen Tabellenletzter. Seit dem Beginn der Rückserie sieht die Bilanz deutlich besser aus. Drei Siege und drei Niederlagen gab es bislang im Jahr 2026, das Torverhältnis in diesen Partien lautet 10:11. Und die Rote Laterne haben die Gelb-Schwarzen an den 1. FC 08 Haßloch abgegeben. Dort tritt Oppau am kommenden Sonntag an. Ein Schlüsselspiel. Der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt immer noch acht Zähler, weil die Konkurrenz auch punktet. Deshalb zählt in Haßloch nur ein Sieg.
Überhaupt noch einmal rechnen zu können, wertet Spielertrainer André Werz als Erfolg. „Die Mannschaft macht es im Moment ganz gut. Wir stehen viel kompakter als in der Hinserie, schalten aus einer massierten Defensive gut um“, nennt der Coach einen Grund für die besseren Leistungen, die sich in guten Ergebnissen niederschlagen. Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass das Spielglück jetzt auch mal aufseiten der Gelb-Schwarzen zu finden sei, was in der Hinserie viel zu selten der Fall gewesen ist. „Trotzdem ist der Weg noch weit und steinig, zumal die Teams vor uns noch häufig gegeneinander spielen, sodass es nicht ausbleibt, dass einer oder beide punkten“, betreibt Werz keine Augenwischerei. Freude ja, aber keine Euphorie lautet die Losung.
Zuletzt ein Sieg
Am Ostersamstag goss der BSC das zarte Pflänzlein „Klassenverbleib“ mit einem 2:1-Erfolg gegen den TuS Mechtersheim II. „Der Gegner hatte mehr Ballbesitz, wusste damit aber zu wenig anzufangen. Unser Torwart Fabian Meeß wurde vor der Pause nur einmal geprüft und hat gut gehalten“, analysiert der Übungsleiter. Mit einem Distanzschuss von Gentrit Nimanaj und einer guten Kombination samt Querpass von Leon Karn, den Leon Böhl über die Linie schob, gingen die Oppauer 2:0 in Führung. Zudem waren die Gäste wegen eines Platzverweises zu diesem Zeitpunkt nur noch zu zehnt. „Diese Gelb-rote Karte hat uns nicht gutgetan, weil der TuS jetzt variabler agierte und uns Probleme bereitete“, verdeutlicht Werz. Doch es ging gut.
Der Coach hofft, dass die drei kurzfristig vor dem Mechtersheim-Spiel erkrankten Akteure Dominique Golab, Patrick Wetzler und Mustapha Labeche zum Abstiegsgipfel in Haßloch wieder dabei sind. Das gilt auch für Urlauber Noah Heberle und Flügelspieler Alexander Gajic. Ein gutes Gefühl bereitet den Oppauern die Rückkehr von Torjäger Gianluca Ferraro, der zuletzt im November gespielt hatte. Der Routinier war schon gegen Mechtersheim mit seiner Präsenz und Klasse ein Faktor, obwohl er auf der Zehnerposition hinter Böhl agierte. Der am Rücken lädierte Ferraro hatte zuletzt zwei Wochen lang das volle Trainingsprogramm mitmachen können.
Viele Ausfälle
Davon sind andere weit entfernt. Dennis Leisings Versuche, noch einmal anzugreifen, scheiterten an zu großen Schmerzen. Viktor Lukanow plagt eine Schambeinentzündung und Dominik Schmitt kämpft mit einer Knieverletzung. Völlig entspannt sieht Werz die Situation im Tor, wo Jan Bückermann und Fabian Meeß (je elf Saisoneinsätze) gleichauf liegen. „Die zwei sind Schichtarbeiter, sodass immer mal einer ausfällt“, sagt der Coach. Dass beide möglichst oft zur Verfügung stehen, ist notwendig, denn Daniel Jacob, lange die unangefochtene Nummer eins des BSC, ist beruflich sehr eingespannt. Der nächste Auslandsaufenthalt für seine Firma führt den 30-Jährigen für zwei Wochen nach China.
Das Restprogramm der Oppauer ist durchwachsen. Nach den Partien in Haßloch und zu Hause gegen Deidesheim folgt das Derby beim souveränen Spitzenreiter Südwest Ludwigshafen, die einzige Partie gegen eine Top-sechs-Mannschaft. „Wenn wir danach noch im Rennen sind, ist es möglich, in der Liga zu bleiben“, bemüht Werz das Prinzip Hoffnung. Doch auch wenn der BSC es nicht schafft, ist eines klar: Der 41 Jahre alte Groß- und Außenhandelskaufmann bleibt in der A-Klasse Spielertrainer der Oppauer. Auch der Großteil der Mannschaft würde in einem solchen Fall nicht das Trikot wechseln.
André Werz, der mit seiner Frau Angela, Sohn Lucas (13) und Tochter Laura (9) in Oppau wohnt, spielte einst als torgefährlicher Stürmer für den VfR Friesenheim, den MSV Ludwigshafen und die FG 08 Mutterstadt. Sein Sohn läuft nach einem Intermezzo beim 1. FC Kaiserslautern und einem Kurzgastspiel bei Wormatia Worms seit der Rückserie für die C2 des Ludwigshafener SC auf. Dort darf er wieder Mittelstürmer wie sein Vater spielen, nachdem er in Worms auf den Flügel delegiert worden war. „Lucas fühlt sich zentral wohler, war beim FCK auch Torschützenkönig“, informiert der Papa. Und Laura, die zuvor beim Gardetanz war, kickt inzwischen als F-Jugendliche in der E3 des VfR Friesenheim.