Fußball
Bezirksliga: Ludwigshafener SC ist nach Antuna-Rücktritt ohne Trainer
Die Leistung des Teams bei der 1:4-Niederlage im Kellerduell beim SV Obersülzen hat beim Coach das Fass zum Überlaufen gebracht. „Die Mannschaft hat sich in dieser wichtigen Partie nicht gewehrt, sich stattdessen früh aufgegeben“, bemängelt der 40-jährige Antuna. Es hätten Elan und Energie gefehlt, zudem sei die Trainingsbeteiligung dürftig. „Wenn man in unserer prekären Lage nicht zusammenrückt und alles gibt, dann stimmt etwas nicht. Etliche ziehen nicht richtig mit, wollen im Sommer weg“, ergänzt der Coach, der die A-plus-Lizenz hat. Der Böhl-Iggelheimer hatte mehr und mehr den Spaß an der Aufgabe verloren.
„Ich habe Zeit, Kraft und finanzielle Mittel investiert, aber so wie sich die Mannschaft streckenweise präsentiert hat, passt das mit meinen Werten wie etwa Verlässlichkeit und Haltung nicht zusammen“, führt der Übungsleiter weiter aus. Er sah sich gezwungen zu handeln und ist der Meinung, dass ein neuer Impuls helfen könnte, den Klassenverbleib noch zu schaffen. „Ich bin davon überzeugt, nur dadurch erhöht sich die Bereitschaft zur besseren Zusammenarbeit.“ Antuna, ein exzellenter Fußballfachmann, hatte zuvor schon für sich entschieden, unter diesen Voraussetzungen die Vereinbarung aufzukündigen, auch in der kommenden Saison das Team zu trainieren.
Co-Trainer geht zu Junioren
Mit ihm ist auch sein Co-Trainer Sven Brussmann (34) zurückgetreten. „John und ich haben viele Entscheidungen gemeinsam verantwortet. Da bin ich auch loyal“, sagt der Assistent. Außerdem ist er der Auffassung, dass es ein „Weiter-so“ mit dem Co-Trainer nicht geben könne. Brussmann werde in der Saison 2026/27 die U16-Junioren des LSC übernehmen, was bereits kommuniziert gewesen sei. Somit bleibt er dem Verein erhalten.
„Nach zwei Spielen, in denen das Team gut performt hat, war der Auftritt in Obersülzen enttäuschend, weil es unglaublich viele individuelle Fehler gab“, verdeutlicht Spielleiter Andreas Scupin mit Blick auf die Punkteteilungen gegen Mechtersheim II (1:1) und Jockgrim (2:2) zuvor. Insofern könne er den Rücktritt Antunas irgendwie verstehen, spricht aber von einem ungünstigen Zeitpunkt. Außerdem wäre er gerne persönlich vom Coach darüber informiert worden. Der desillusionierte Trainer hatte nach der vergangenen Partie den Vorsitzenden Tony Poyatos über seinen Rücktritt unterrichtet.
Gespräche stehen an
Andererseits ist es anzuerkennen, dass der Übungsleiter nach dem Landesliga-Abstieg die schwierige Aufgabe mit einer unglücklich zusammengestellten und nicht homogenen Mannschaft, die auch gravierende Disziplinprobleme offenbarte, angepackt hat. Ohne ihn wäre es ganz schwer geworden. Rekordverdächtige 46 Akteure haben in dieser Saison bereits das Trikot des LSC getragen. Dabei gab es mit den von Antuna rekrutierten Amerikanern, die in der Hinrunde aufliefen, dem Kernkader und den in der Rückserie immer wieder mal eingesetzten A-Junioren verschiedene Gruppen. Nur der Ex-Haßlocher Destiny Agbonghae hat alle 27 Partien absolviert.
Scupin, früher ein herausragender Torwart, der beim BSC Oppau, SC Bobenheim-Roxheim, Südwest Ludwigshafen und VfR Grünstadt den Kasten hütete, war in der Winterpause gekommen, hat Erfahrungen als Trainer wie als Funktionär gesammelt und gilt als fleißiger Schaffer. Er will jetzt die Kräfte bündeln und Baustellen schließen. „In den nächsten Tagen werde ich viele Gespräche führen“, weiß der 57-Jährige, dass jede Menge Arbeit auf ihn zukommt. Denn unabhängig vom Ausgang der aktuellen Saison gilt es, die neue Runde zu planen, eine Mannschaft auf die Beine zu stellen und nicht zuletzt einen geeigneten Trainer zu finden.
Teillösung gefunden
Für die letzten drei Begegnungen gegen Dudenhofen II, Deidesheim und Freinsheim ist zumindest eine Teillösung gefunden, die Charme hat. Nicolas Laudenbach, Leiter des Stützpunkts von Anpfiff ins Leben, der auf dem Gelände ansässig ist, wird das Team gegen Dudenhofen II coachen. „Ich bin LSC’ler und helfe gerne, auch wenn es ein Himmelfahrtskommando ist“, sagt Laudenbach, der selbst für seinen Herzensverein gespielt hat und bereits im Vorjahr kurzzeitig aushalf. Wie es nach der Partie gegen den vom früheren LSC-Spieler Soleiman Rostamzada trainierten Dudenhofener weitergeht, müsse noch final besprochene werden. Zum Ausklang gegen Freinsheim ist Laudenbach in Urlaub, da muss es auf jeden Fall eine andere Lösung geben.