Ludwigshafen Bewegtes Leben

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Paddy Kelly war schon als Knabe ein Mädchenschwarm. Das bleibt er auch nach seinem Leben als Mönch und der kürzlichen Heirat – zumindest sieht es im Publikum im Ludwigshafener Haus danach aus. Der Spross der Kelly-Family ist seit einigen Jahren wieder als Musiker aktiv. Als Singer/Songwriter macht er einen guten Eindruck.

Frenetisch jubelnd springen die Zuhörer von den Sitzen, da hat Paddy Kelly noch keinen Ton gesungen. Offenbar genießt er eine kultische Verehrung. Mit einem Party-Rocksong legt er los, dann folgt der Dylan-Klassiker „The Times they are a-changing“. Wie Kelly erklärt, ist das sein Lieblingssong des amerikanischen Liedermachers. Der Song über Veränderung und Umbruch sei für ihn eine Art roter Faden dieses Abends. Tatsächlich kann Kelly auf ein Leben voller Umbrüche zurückblicken. Seine Lieder erzählen davon, und stets findet Kelly den passenden Ton. Kelly wurde 1977 als zehntes Kind der fahrenden Musikerfamilie geboren. Mit seinen Geschwistern stand er schon früh auf der Bühne und sang und musizierte in ganz Europa. Die Familie lebte längere Zeit in Deutschland, Kelly kann daher auf Deutsch mit seinem Publikum plaudern. Während Kritiker vielfach Hohn und Spott über die unkonventionelle Familie und deren Musik ausschütteten, gab es zugleich eine große Fan-Basis. Lieder aus dieser Zeit hat Paddy Kelly auch heute noch im Programm. „An Angel“ aus dem Album „Over the Hump“ war 1994 im deutschsprachigen Raum auf den Hitlisten ganz vorn. Angeblich habe Paddy das Stück im Alter von 15 Jahren für seine Mutter geschrieben. Das Publikum im Haus sang begeistert mit – auch wenn das keines seiner besten Stücke ist. Mit der Familie erlebte der junge Sänger riesige Erfolge, die Platten verkauften sich millionenfach, die Kellys sangen in ausverkauften Stadien. Paddy jedoch erlebte eine Sinnkrise und zog sich ins Kloster zurück. Sechs Jahre lebte er als Bruder John Paul Mary in der Gemeinschaft vom Heiligen Johannes. Auch während dieser Zeit schrieb er Lieder, darunter „Holy is his Name“ und ein „Ave Maria“, die er in Ludwigshafen sang. Diese Songs lassen andere christliche Popmusik weit hinter sich. Von religiösem Kitsch hält sich Paddy Kelly weitgehend fern. Die ewigen Gelübde wollte Bruder Paddy aber nicht ablegen, verließ das Kloster und wandte sich wieder der Musik zu. Seither hat er mehrere Soloalben veröffentlicht, das nächste sei in Arbeit, verriet er. Das Lied, das er schon früh seiner Jugendliebe widmete, hat er wieder im Programm. Und die besungene Frau hat ihn 20 Jahre später erhört und lauschte in Ludwigshafen auf der Empore ihrem Mann.

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