Ludwigshafen Begeisternde Filmgespräche: Kommunikation ist eine Kunstform
Der Blick hinter die Kulissen eines Filmdrehs fessle ihn oft mehr als der fertige Film, gesteht Klaus Herterich. Während der 63-Jährige sich in der Festival-Lounge stärkt, schaut er immer wieder zum gläsernen Zelt am Rheinufer, wo die Filmgespräche stattfinden. Die Stuhlreihen dort sind noch leer.
Erst vor wenigen Tagen hat er Edgar Reitz auf dieser Bühne erlebt. Der bedeutende Regisseur wird dieses Jahr für sein 60 Jahre umfassendes Wirken mit dem Ludwigshafener Ehrenpreis geehrt. Herterich schwärmt von der angenehmen und freundlichen Art des 92-Jährigen: „Das hat mich beeindruckt. Und er war fit“, fügt der Fan hinzu. Schon 2008 habe Klaus Herterich den Regisseur beim Filmfestival gesehen, sich aber – wie auch in diesem Jahr – nicht getraut, Reitz anzusprechen.
Zurückhaltender Beobachter
Bei den Filmgesprächen „bin ich eher zurückhaltend und Beobachter“, erklärt er. Umso mehr schätzt der begeisterte Festivalbesucher die Leistung der Moderatoren, die das Publikum animieren und Menschen dazu bringen können, sich zu öffnen. „Kommunikation zu betreiben, ist auch eine Art von Kunst“, findet Herterich. Lebhaft erinnert er sich an Gesprächssituationen, in denen Drehbuchautoren über lustige Anekdoten sprachen, während bekannte Schauspieler daneben saßen und zuhörten.
Gerade diese überraschenden Momente machen für den 63-Jährigen den Reiz des Formates aus: „Ich finde es interessant, Leute, die man nicht im Film sieht, auf dem Festival kennenzulernen“, sagt er. Ob es um die Suche nach dem richtigen Filmsong oder die philosophische Ausführung einer Filmhandlung geht: Klaus Herterich möchte kein Filmgespräch in der Zeltstadt missen.
Die Serie
Anlässlich des 21. Filmfestivals auf der Parkinsel sprechen wir täglich mit Gästen und Akteuren vor Ort.