Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel BASF-Wohnungen sind Thema: Christopher Kropp leitet den Kreiswohnungsverband

Christopher Kropp ist der „Neue“ beim Kreiswohnungsverband. Dieser ist nicht der erste gemeinwohlorientierte Arbeitgeber in sein
Christopher Kropp ist der »Neue« beim Kreiswohnungsverband. Dieser ist nicht der erste gemeinwohlorientierte Arbeitgeber in seiner Karriere.

Kaum hat der Geschäftsführer seinen Job angetreten, wirbeln die Schlagzeilen um den Verkauf der BASF-Wohnungen sein Geschäftsfeld auf. Doch damit hadert er nicht.

Das Sonnenlicht durchflutet an diesem Morgen das Büro von Christopher Kropp. Alles ist hell, freundlich, nicht zu modern, mit eigenem Charme. Seit etwa zwei Wochen ist das der neue Arbeitsplatz des 36-Jährigen. Er folgt Volker Spindler, dem langjährigen Geschäftsführer des Kreiswohnungsverbands (KWV). Spindler wechselt in den Ruhestand, schlüpft aber noch für eine Weile in die Rolle des Assistenten für den „Neuen“ – damit der Übergang fließend ist. Nicht üblich, es beweist aber die Verbundenheit zum Unternehmen. Es sei seine schönste Arbeitsstelle in seinem Berufsleben gewesen, sagte Volker Spindler bei der offiziellen „Amtsübergabe“. Ob Christopher Kropp das auch einmal sagen wird?

Nun, der Anfang ist gemacht, denn der Job des KWV-Geschäftsführers sei wie für ihn gemacht, sagt er. Es ist ein Job mit sozialer Verantwortung im Bereich Immobilien und sei zahlenlastig. „Das vereint all das, wofür ich mich sehr interessiere!“ Und was auch seine bisherige berufliche und private Laufbahn ausgemacht habe.

Aufgewachsen ist er in Maxdorf, besuchte dort die Kita, Grund- und Realschule. Er habe schon immer eine Affinität zu Zahlen gehabt. „Mathe war mein Lieblingsfach“, sagt er. Das sollte seine berufliche Zukunft bestimmen. Mit der mittleren Reife in der Tasche absolvierte Christopher Kropp eine Ausbildung zum Bürokaufmann im Evangelischen Krankenhaus Bad Dürkheim. Dort durchlief er die Verwaltungsabteilungen – vom Rechnungswesen bis zur Personalabteilung. Und er bildete sich weiter: Neben dem Job lernte er auf der Mannheimer Abendschule für seinen Abschluss in Betriebswirtschaftslehre – mit Erfolg. Seit 2015 ist er Betriebswirt (Bachelor of Arts).

Kennt die Wohnraumnot

Eine zusätzliche Herausforderung währenddessen war, dass er neben Job und Studium ein Haus baute. Es sollte nicht das Einzige bleiben – und sein Interesse an der Immobilienbranche wecken. Mit dem Studienabschluss folgte auch die berufliche Veränderung. Er übernahm die Leitung der Verwaltung bei der damaligen Sozialstation Limburgerhof – wieder ein gemeinnütziges Unternehmen. „Gemeinwohlorientiert“ beschreibt Christopher Kropp seine Arbeitgeber. Etwas, das ihm wichtig ist. „Man geht mit einem guten Gefühl nach Hause“, sagt er. Darum habe es ihn bisher nicht aktiv in die freie Wirtschaft gezogen.

Als Verwaltungsleiter begleitete er die Fusion der Limburgerhofer und Schifferstadter Sozialstation zur Ökumenischen Sozialstation Rhein-Pfalz Ost. Er kennt die strukturellen Probleme in dieser Branche – vor allem den eklatanten Fachkräftemangel, dessen Ursachen ebenso komplex sind wie die für den sich zuspitzenden Immobilien- und Wohnungsmarkt.

Und den erlebte er privat hautnah mit, als seine Familie sich vergrößerte. Wie viele andere erlebten auch er und seine Partnerin die Odyssee einer Suche nach passendem Wohnraum oder einem Grundstück. Die führte von Maxdorf über Schauernheim nach Altdorf in der Südpfalz und wieder zurück nach Maxdorf. „Nun baue ich mein drittes Haus“, erzählt er. All das Wissen wollte er nutzen und weitergeben, so machte er sich 2021 als Immobilienmakler selbstständig. „Ich hatte Spaß daran, mit Leuten in Kontakt zu kommen und meine Erfahrungen einzubringen“, erläutert er.

Als Kind Lego-Häuser gebaut

Das war auch ein Umstand, der ideal für seinen heutigen Job ist. Als Nachfolger von Volker Spindler wurde jemand mit Führungserfahrung und Kenntnissen im Immobilienbereich gesucht. Die Freude sei groß gewesen, als die Zusage aus dem Kreishaus kam. Mit dem Job als Geschäftsführer des KWV sei auch ein Traum aus Kindertagen in Erfüllung gegangen. „Jetzt kann ich es ja verraten: Ich habe schon als Kind gerne Häuser aus Lego gebaut; und heute baue ich mit meinen Kindern“, sagt er und lacht. Immer noch fasziniere es ihn, den Bau von Gebäuden zu begleiten – von der Idee über die Planung bis zum fertigen Bau.

Das ist nun Teil seiner Geschäftsführertätigkeit. Größtes Projekt derzeit ist der Bau von drei Gebäuden mit 24 Wohnungen in Hochdorf-Assenheim, davon 15 barrierefrei. Ein Gebäude ist für eine Wohngruppe für beeinträchtigte Menschen. Die Fertigstellung ist für 2027 geplant. Hier werden rund 11,3 Millionen Euro investiert, wobei es dafür Vergünstigungen vom Land geben soll.

Solche Neubauten seien wichtig. Wenn sich die Gelegenheit wie in Hochdorf-Assenheim ergibt, werde der KWV diese auch wahrnehmen und seinen Bestand aufstocken. Der Fokus der Investitionen in weiterer Zukunft soll aber laut des Geschäftsführers auf der Bestandspflege liegen, wie etwa in Mutterstadt. Dort soll der Gebäudezug in der Johannes-Sefrit-Straße abgerissen und neu gebaut werden. „Die meisten unserer Immobilien stammen aus den 1960er-Jahren“, erklärt Christopher Kropp. Darum werden die erwirtschafteten Jahresüberschüsse – 2024 waren es 1,84 Millionen Euro – vorwiegend in die Sanierung der eigenen Objekte gesteckt.

BASF-Wohnungen in kommunaler Hand

Das Kerngeschäft des KWV, der 20 Mitarbeiter beschäftigt, ist die Vermietung der rund 1700 Wohnungen im eigenen Bestand sowie im Auftrag von Kreisgemeinden. Etwa 400 Wohnungen sind „sozialgefördert“. Das bedeutet, sie müssen eine gewisse Zeit an Menschen vermietet werden, die Anspruch auf einen sogenannten Wohnberechtigungsschein haben. Die anderen sind für den freien Markt, sprich: Jeder kann beim KWV eine Wohnung mieten. Im Schnitt kostet die Miete 6,50 Euro pro Quadratmeter. Ein attraktiver Preis. Und so wundert es nicht, dass die Wartelisten lang sind. Laut Christopher Kropp stehen auf der aktuellen Bewerberliste rund 470 Personen.

Der Wohnungsmarkt ist bekanntlich angespannt. „Wir brauchen mehr Wohnraum in kommunaler Hand zu leistbaren Preisen“, ist der KWV-Geschäftsführer überzeugt. Die jüngste Nachricht, dass die BASF Wohnen + Bauen rund 4400 Wohnungen ihres Bestands veräußern möchte, „hat eine große Bedeutung für den Wohnungsmarkt im Rhein-Pfalz-Kreis“, sagt Christopher Kropp. Zur unternehmerischen Entscheidung der BASF möchte er sich kein Urteil erlauben. „Doch es zeigt, mit welchen wirtschaftlichen Problemen das Unternehmen zu kämpfen hat.“ Dennoch ist er überzeugt: „Die Wohnungen sollten nicht an gewinnorientierte Unternehmen veräußert werden.“ Ob, wie und in welcher Form kommunale Wohnungsunternehmen wie der KWV zum Zuge kommen könnten, das wird nun ein weiteres seiner Aufgabenfelder sein.

Wenn er Bauminister wäre ...

Die Bedingungen für den Wohnungsbau haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr verschlechtert. Wäre er Bauminister, würde er die Bauvorschriften stringent vereinfachen. „Es gibt eindeutig zu viele, die den Wohnungsbau stark einschränken“, sagt er. Große Würfe der Großen Koalition dahingehend sehe er derzeit nicht. Im Gegenteil, es werde weiter reguliert: Als Beispiel nennt er die Mietpreisbindung. Die würde Investitionen in den Wohnungsbau verhindern. Als Betriebswirt glaubt er an den sich selbst regulierenden Markt. „Darum müssen wir jede Chance nutzen, um das Angebot von bezahlbarem Wohnraum zu erhöhen.“ Damit das Gefüge im Gleichgewicht bleibe.

Es bleibt also spannend. Der Geschäftsführer ist zuversichtlich. „Die ersten Tage waren sehr positiv“, sagt er. Volker Spindler habe ihm ein gut funktionierendes Unternehmen mit einem kompetenten Team überlassen. Die Weichen stehen also gut, dass auch für ihn der Geschäftsführer-Job die beste Stelle seines Lebens werden könnte. Selbstverständlich nach seinem „Job“ als Familienvater. Christopher Kropp hat eine fünfköpfige Patchwork-Familie. In seiner Freizeit spielt er Fußball bei den Alten Herren in Maxdorf und Padel-Tennis, und er geht gern mit der Familie im Pfälzerwald wandern.

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