Ludwigshafen BASF verschärft Sicherheitskonzept
Die Mitglieder des Ortsbeirats Oppau haben sich in der BASF über aktuelle Entwicklungen im Werk und die Aufräumarbeiten nach dem Explosionsunglück im Oktober informiert. Der Informationsaustausch war nicht öffentlich.
Wie Ortsvorsteher Udo Scheuermann (SPD) nach dem Besuch berichtete, gab Werkleiter Uwe Liebelt einen Sachstandsbericht über die Reparaturarbeiten an der Unglücksstelle im Landeshafen. Alle Gutachter hätten der BASF korrekte Arbeitsabläufe bei den Wartungsarbeiten an den Pipelines im Hafen bescheinigt. Laut Staatsanwaltschaft hat der Arbeiter einer Fremdfirma mit einer Flex ein gefülltes statt ein geleertes Rohr angeschnitten und so wohl die Katastrophe ausgelöst. Wie das trotz aller Sicherheitsvorkehrungen passieren konnte, ist laut Werkleiter Liebelt immer noch unerklärlich. Bis zu einem im Frühjahr geplanten Bürgerdialog hofft die Werkleitung auf weitere Erkenntnisse über das Unfallgeschehen, über das sie dann berichten kann. Die Reparaturen an den Versorgungsleitungen würden derzeit planmäßig laufen und sollen bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein, berichtete Liebelt dem Ortsbeirat. Die BASF werde aus dem Unglück Konsequenzen ziehen und ihr Sicherheitskonzept weiter verschärfen, kündigte Liebelt den Ortsbeiräten an. Wie der Ortsvorsteher weiter berichtet, sollen Mitarbeiter der BASF und von Fremdfirmen, die an Produktionsanlagen arbeiten, noch stärker auf das Einhalten der Sicherheitsregeln hingewiesen werden. Bei groben Verstößen würden bei BASF-Mitarbeitern mit Disziplinarmaßnahmen reagiert und bei Kontraktoren auch Arbeitsverbote erlassen. Das Chemieunternehmen wolle den Dialog mit Gremien der Stadt und den Bürgern ausbauen. Die Ortsbeiratsmitglieder ließen sich auch über das Sicherheitskonzept der neuen TDI-Anlage informieren. Bevor die Anlage nach einem erneuten Phosgen-Austritt (wir berichteten) wieder in Betrieb geht, werde sie gründlich untersucht. Über die Produktionsverzögerung sei die BASF nicht gerade glücklich, so Ortsvorsteher Scheuermann. Der Ortsbeirat will sich jährlich zu einem Informationsaustausch mit der BASF treffen. |rhp/mix