Ludwigshafen BASF-Explosion: Teilgutachten stellen keine Mängel bei Chemiekonzern fest
Die BASF hat am Dienstagnachmittag den Inhalt erster Gutachten zum Explosionsunglück im Nordhafen am 17. Oktober bekannt gegeben: Demnach bescheinigen Tüv-Gutachter dem Chemiekonzern, dass es keine Defizite bei der Sicherheitstechnik und dem Zustand der Anlagen vor dem Störfall gab. Auch beim Umgang mit Fremdfirmen und dem Notfallmanagement seien keine Versäumnisse oder Mängel bei der BASF festgestellt worden, die den Unfall ausgelöst hätten. Beim Wiederaufbau der zerstörten Anlagen im Nordhafen will der Konzern sicherstellen, dass sich ein solches Unglück nicht wiederholen kann, kündigte Werkleiter Uwe Liebelt an. So soll künftig die Kennzeichnung von Pipelines verbessert werden, um zu verhindern, dass Rohrleitungen bei Arbeiten verwechselt werden. Das war laut Staatsanwaltschaft dem Mitarbeiter einer Fremdfirma passiert, der mit einem Winkelschleifer eine gefüllte statt eine leere Pipeline angeschnitten und so das Unglück ausgelöst haben soll. Außerdem will die BASF bei Schneidearbeiten nur noch funkenarme Werkzeuge zulassen. Um die Explosion einer Pipeline zu verhindern, sollen Rohrleitungen künftig mit einer feuerbeständigen Beschichtung isoliert werden. Gut ein halbes Jahr nach der Katastrophe liegt nach BASF-Angaben noch immer ein Mitarbeiter der Werkfeuerwehr im Krankenhaus. Er ist einer von 29 Menschen, die bei der Explosion mit nachfolgenden Bränden verletzt wurden. Vier Menschen kamen dabei ums Leben. Am Dienstagabend informierte die BASF beim zweiten Bürgerforum zum Unglück auf dem Werkgelände in D 105. Rund 150 Besucher waren gekommen. Daneben informierte die BASF auch über die Pläne zur Digitalisierung des Werks und die Zukunftsstrategien unter dem Stichwort Industrie 4.0.