Fußball
B-Klasse: Kickers Neuhofen und SG Böhl-Iggelheim spielen um direkten Aufstieg
Die beiden Topteams Kickers Neuhofen und SG Böhl-Iggelheim treffen am Sonntag (15 Uhr) in Neuhofen aufeinander. Ob es eine überragende, gute oder unbefriedigende Saison für die Kickers gibt, könnte sich binnen sechs Tagen entscheiden, in denen Pokalfinale, Gipfeltreffen in der Liga und das schwierige Auswärtsspiel in Lingenfeld anstehen. „Böhl-Iggelheim steht mehr unter Druck, wir sind in der angenehmeren Rolle“, sagt Neuhofens Trainer Sebastian Schiller. Damit spielt er auf die Tabellensituation an, die die Kickers als Spitzenreiter ausweist, wenn die drei Zähler aus der Partie gegen den nicht angetretenen 1. FC Mutterstadt noch dazukommen. Davon abgesehen ist das Restprogramm der Kickers kniffliger. „Zum Saisonende lässt die Gegenwehr der Kontrahenten mitunter nach“, wischt Schiller Bedenken beiseite.
Sein Optimismus wird gestützt von der prächtigen Personalsituation. „Alle sind an Bord und fit. Ich habe die Qual der Wahl“, sagt der 32-jährige Coach und wird in den drei wichtigen Partien rotieren und damit eine Belastungssteuerung vornehmen. Bauchschmerzen habe er deswegen nicht, stattdessen großes Vertrauen in den gesamten Kader. Ein Pluspunkt der Kickers sei ihre Offensivwucht, die sich an 110 erzielten Treffern ablesen lasse. „Weil sich die Tore auf viele Schultern verteilen, sind wir für die Gegner kaum auszurechnen“, betont Schiller. Dabei sei die Chancenverwertung nicht einmal besonders gut. Im Gegenteil, Neuhofen lasse viele Möglichkeiten liegen.
Pokalhalbfinale als Schlüssel
Auf Böhl-Iggelheim sind die Kickers in dieser Runde schon zweimal getroffen. „Beim 2:2 im Hinspiel hatten wir mit der spielstarken linken Seite der SG ein paar Probleme. Außerdem ist Mittelstürmer Phillipp Schumacher schwer zu verteidigen“, blickt der Trainer zurück. Im Pokalhalbfinale habe man aus einer kompakten Verteidigung schnell über die Außen umgeschaltet, sei gut hinter die Kette gekommen und habe zur Pause 3:0 geführt. Am Ende hieß es 4:2.
Maximilian Barthel, der Trainer von Böhl-Iggelheim, ist mit dem Verlauf der Runde bislang sehr zufrieden. Nur drei Partien wurden verloren, lediglich eine nach der Winterpause. Das war die 1:3-Niederlage beim TuS Altrip II. „Da waren die Platzverhältnisse schlecht und der Gegner hat taktisch clever agiert“, sagt der Übungsleiter. Es sei kein schönes Spiel gewesen, auch weil der SG viele leichte Ballverluste unterliefen. Am Sonntag gegen Otterstadt gab es einen 4:2-Arbeitssieg. „Wir wussten, was auf uns zukommt und haben uns vom 0:1-Rückstand nicht aus der Bahn werfen lassen“, verdeutlicht Barthel, der die Partien mit einer Kamera aufnehmen lässt. 66 Prozent Ballbesitz und 25:4 Torschüsse sprechen Bände.
Aufstieg im Blick
In Böhl-Iggelheim sei es ein angenehmes Arbeiten, es gebe viele Punkte, die Spaß machten. „Die Stimmung im Verein und in der Mannschaft ist sehr gut. Ebenso die Trainingsbeteiligung. Man sieht, dass jeder Bock auf diese Übungseinheiten hat“, freut sich der Coach. Aufstiegsdruck seitens des Vereins gebe es keinen, am Ziel „oben mitspielen“ habe sich nichts geändert. Wichtig ist Barthel, dass es dem Team gelungen ist, die Zuschauer zu mobilisieren. 140 bis 160 kämen zu den Heimspielen. „Das ist für einen kleinen Dorfverein schön zu sehen: Alle bilden eine Einheit“, hat Barthel festgestellt und freut sich auch auswärts über viele Fans.
Da liegt es auf der Hand, in der aktuellen Konstellation weiterzumachen, und zwar unabhängig von der Ligenzugehörigkeit. Neben Barthel bleiben auch Co-Trainer Marcel Atilgan und Torwarttrainer Andreas Hornbach sowie die gute Seele John Remle. Sehr gut sei auch der Austausch mit der Sportlichen Leitung, die Helmut und Thomas Hartmann bilden. „Das Pokalendspiel ist für die Kickers sicher eine Belastung, was ein Vorteil für uns sein kann“, glaubt der 29-jährige Trainer. Trotzdem geht der Blick in die Westgruppe, deren Vizemeister Gegner in den Aufstiegsspielen sein wird. Bei einem Sieg in Neuhofen erübrigt sich das Thema wohl.