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Gelungenes Konzert: das European Youth Orchestra Academy (EOYA) in der Oper am Luisenpark (Opal) in Mannheim.
Gelungenes Konzert: das European Youth Orchestra Academy (EOYA) in der Oper am Luisenpark (Opal) in Mannheim.

Im Schnitt knapp 16 Jahre alt sind die fast 60 Talente aus 17 Ländern, die im Mannheimer Opal zwei Meisterwerke von Beethoven und eine Suite von Cannabich aufgeführt haben.

Das Publikum feiert das Jungdorchester EYOA und Starpianist Fabian Müller frenetisch. Für eine Probewoche mit abschließendem Konzert in Mannheim hat der Verein Kultur@Home Metropol Rhein-Neckar erstmals im Jahr 2019 europaweit Talente an klassischen Instrumenten eingeladen. Trotz der Corona-Pandemie ist es am Samstag im Opal bereits die sechste Aufführung der European Youth Orchestra Academy (EYOA), wie Vereinsvorsitzender Michel Maugé bei der Begrüßung des Publikums feststellt. „Mit einem Durchschnittsalter von knapp 16 Jahren ist es das jüngste Orchester bisher“, teilt er mit.

56 Nachwuchsmusiker aus 17 Ländern Europas haben es dieses Jahr unter 120 Bewerbern aus mehr als 25 Staaten ins Ensemble der EYOA geschafft. Erstmals sind Talente aus Großbritannien und der Ukraine unter ihnen, wie Michel Maugé hervorhebt. Das Ziel des Projekts sei es, Freundschaften unter jungen Menschen im Alter von 14 bis 19 Jahren aus unterschiedlichen Kulturen zu fördern und zu vertiefen. Die Musik sei das verbindende Element zwischen den Jugendlichen, die verschiedene Muttersprachen haben.

Cannabich zum Auftakt

Zum Auftakt spielt das internationale Jugendorchester unter der Leitung von Jan-Paul Reinke die Suite „Les Fêtes du Sérail“ von Christian Cannabich (1731-1798), einem herausragenden Vertreter der Mannheimer Schule. In den sechs Sätzen des rund elfminütigen Stücks entfaltet der Geiger, Kapellmeister und eben auch Komponist einen bunten Reigen an Tänzen, wie man sie sich damals für Herrscherhöfe des osmanischen Reichs vorgestellt hat.

Unter der Führung von Jan-Paul Reinke, dem künstlerischen Leiter der EYOA und seit 2016 Dirigent des Jugendsinfonie-Orchesters Mannheim, arbeiten die herausragenden Nachwuchstalente die Charakteristik des jeweiligen Satzes überzeugend heraus. Von Nervosität bei den Jugendlichen, mehr als die Hälfte von ihnen aus Spanien und Portugal, ist auch zu Beginn nichts zu spüren. Souverän agieren insbesondere die Nachwuchsmusiker am Schlagwerk, die bei Cannabichs „Les Fêtes du Sérail“ viel beschäftigt sind.

Ausdrucksstark und hochpräzise

Dorthin, wo die EYOA-Mitglieder es einmal bringen könnten, ist Fabian Müller, Jahrgang 1990, bereits. Der Pianist aus Bonn gewann beim ARD-Musikwettbewerb 2017 in München fünf Preise. Seitdem ist Müller bei herausragenden Orchestern ein gefragter Solist und tritt in den ganz großen Konzerthäusern auf. Wenige Tage vor einem Auftritt in der Elbphilharmonie in Hamburg, hat er am Samstag im Opal für ein Gastspiel mit Europas Nachwuchshoffnungen Station gemacht.

Ludwig van Beethovens (1770-1827) drittes Klavierkonzert c-Moll, opus 37, ist zwischen 1800 und 1803 entstanden. Seine drei Sätze, Allegro con brio, Largo und Allegro, sind sehr anspruchsvoll für das Orchester wie den Solisten am Klavier. Fabian Müller interpretiert das Stück beeindruckend virtuos, ausdrucksstark und hochpräzise in den lauten wie leisen Passagen.

Umsichtiges Dirigat

Die Nachwuchsmusiker im Orchester agieren auf Augenhöhe mit dem Star am Flügel. Ob Streicher, Bläser oder Schlagwerker – unter der ebenso umsichtigen wie expressiven Führung des Dirigenten Jan-Paul Reinke musizieren die Jugendlichen nicht nur überaus homogen zusammen. Darüber hinaus glückt auch die Kommunikation mit dem Pianisten traumwandlerisch sicher.

Nach einer etwa halbstündigen Pause zieht dann das weltbekannte „Da, da, da, daah“ die Konzertbesucher in ihren Bann. Gemeint ist, klar, Beethovens fünfte Symphonie in c-moll, opus 67. In den Jahren 1807/08 komponiert, eröffnet das später sogenannte „Schicksalsmotiv“ den ersten von vier Sätzen, Allegro con brio. Auch ohne einen Starpianisten am Flügel überzeugen die außergewöhnlichen Talente durch ihr technisch genaues und im Ausdruck flexibles Spiel.

Jan-Paul Reinke spornt die Nachwuchshoffnungen durch sein weiterhin expressives Dirigat zu Höchstleistungen an. Prägnant sind die Pausen ausgestaltet, spannungsvoll die Übergänge angelegt und fulminant der letzte Satz, Allegro, in C-Dur ausgeführt. Das Publikum, darunter etliche Eltern der Musiker, hält es nun nicht mehr auf ihren Sitzen. Mit frenetischem Applaus feiern sie die fantastische Vorstellung.

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