Ludwigshafen Aretha, James und Stevie
«Mutterstadt.»Motown in Mu-Town – so könnte der Auftritt der Sweet Soul Music Revue kurz und bündig umschrieben werden. Die Truppe um Baritonsaxofonist und Bandleader Klaus Gassmann hat vergangenen Freitag mit der „Sweet Soul Music Revue“ den Sound der Soul-Legenden der 60er und 70er Jahre auf die Bühne des Mutterstadter Palatinums gebracht.
Die spezielle Spielart des Blues wurde in der „Motor-City“ Detroit von Labelgründer Barry Gordy in den 60er Jahren entscheidend geprägt, der mit seinen Künstlern die Charts in den USA und darüber hinaus viele Jahre dominierte. Namen wie The Temptations, Marvin Gaye oder Stevie Wonder waren einige der Superstars, die aus dem Hause des Plattenlabels Motown hervorgingen und heute noch bei vielen Musikliebhabern die Augen glänzen lassen. Den Anfang der Show machten Edward Wade und Derrick Alexander mit ihrer Hommage an das aus Memphis stammende Soul-Duo Sam & Dave. Die Lady-Killer-Songs „Soul Man“ und „Soothe me“ brachten das Palatinum langsam auf Betriebstemperatur. Spätestens beim Auftritt von Daniel Stoyanov – regelmäßiger Gast bei den Söhnen Mannheims und Xavier Naidoo – sangen die Zuhörer auch mit, denn Otis Readings Hit „Dock of the Bay“ dürfte vielen Radiohörern ein Begriff sein. Sängerin Leah Jones stammt selbst aus „Motown“. Geboren in Detroit und mittlerweile in Kaiserslautern ansässig, sang die stimmgewaltige Dame „Dancing in the Street“ von Marvin Gaye. Nicht minder beeindruckend war der Auftritt von Daria Biancardi aus Palermo, der dann auch den letzten Gast vom Stuhl holte. Wer dabei kurz die Augen schloss, hätte schwören können, die junge Aretha Franklin steht auf der Bühne. Temperamentvoll und mit unglaublichem Stimmvolumen sang sie Hits wie „Respect“ oder „I never loved a man“. Mit ihrer Gabe gewann die Italienerin 2014 das Finale der Castingshow „The Voice of Italy“ und wurde als Gastsängerin für die Revue gebucht. Bis zur Verschnaufpause reihte sich ein Welthit an den anderen. Von „Mustang Sally“ über „Man`s World“ vom unvergessenen „Godfather of Soul“ James Brown bis hin zum Auftritt der Temptations, dargestellt von Edward Wade und Derrick Alexander zusammen mit dem in Heidelberg lebenden ehemaligen US-Soldaten Jimmy James. Im Hintergrund wurden die Solisten von acht Instrumentalisten unterstützt, es waren Bläser und eine solide Rhythmussektion. Daneben gehören auch drei Backgroundsängerinnen zur Stammbesetzung, die den Sound der Originale aus den 60er Jahren erst so richtig aufleben ließen. Lichtshow und Kostüme machten zudem die Illusion perfekt. In der zweiten Hälfte der Show war die Hitdichte keineswegs geringer: Noch einmal schmetterte Daria Biancardi zwei Stücke von Aretha Franklin, Jimmy James imitierte ganz wunderbar James Brown mit Hits wie „Living in America“ oder „I feel good“ und Daniel Stoyanov ließ Frauenherzen mit den Schmuse-Nummern der Platters wie „Only You“ oder „The Great Pretender“ schmelzen. Das Publikum im nicht ganz voll besetzten Palatinum war begeistert und verlangte nach Zugabe. Das Ensemble ließ sich nicht lange bitten und kam komplett auf die Bühne für Hits wie „Stand by Me“ oder„Sex Machine“.