Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Arbeitswelt im Umbruch: Unterstützung für Beschäftigte im Umgang mit Digitalisierung

Digitalisierung: Die Arbeitswelt befindet sich in einem rasanten Wandel.
Digitalisierung: Die Arbeitswelt befindet sich in einem rasanten Wandel.

Berufstätige Menschen fit im Umgang mit digitaler Technik und Künstlicher Intelligenz machen, das will die Transformationsbegleitung für Ludwigshafen und Frankenthal.

„Die Arbeitswelt wandelt sich rasant. Viele Tätigkeiten verändern sich“, erklärte Rita Schawer, zuständige Transformationsbegleiterin für die Städte Ludwigshafen und Frankenthal, in der jüngsten Sitzung des Ludwigshafener Beirats für Menschen mit Behinderung. Dort stellte sie das landesweite und vom Land Rheinland-Pfalz sowie der Europäischen Union (EU) geförderte Projekt vor. Die Teilnahme daran sei kostenlos und für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung eine große Hilfe, führte Schawer aus.

Tatsächlich sei es so, dass Berufe nur selten ganz verschwänden, befand die Transformationsbegleiterin. Aber die Jobs veränderten sich derzeit in hohem Maße, manche Tätigkeiten würden vollständig automatisiert. So seien etwa im Berufsbild von Bürokaufmännern und -frauen schon vor der Veröffentlichung des auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Chat-Programm „ChatGPT“ acht von zehn Kerntätigkeiten automatisierbar gewesen, berichtete Schawer. Ob diese am Ende wirklich automatisiert würden, sei jedoch nicht sicher und hänge von vielen Faktoren und auch von der Wirtschaftlichkeit ab.

„Unser Ziel ist es, dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen und die Fähigkeiten der Beschäftigten zu steigern. Wir schauen, wie wir den Einzelnen auf diesem Weg unterstützen können“, nennt Schawer den Zweck des Projekts der Transformationsbegleitung. Gearbeitet werde dabei nicht in Gruppenkursen, sondern im Einzeltraining, wie Schawer auf Zwischenfrage aus dem Behindertenbeirat klarstellte.

Alter der Teilnehmer reicht von 21 bis 61 Jahren

Das Wichtigste sei es, die Metakompetenzen der Beschäftigten zu stärken, die zu eigenverantwortlichem und selbstständigem Arbeiten befähigten. Als Beispiele führte die Transformationsbegleiterin die soziale Kompetenz zur Teamarbeit und die Kompetenz zum Agieren mit Maschinen in einer digitalen Arbeitswelt auf. Als weitere Metakompetenzen nannte sie die Kompetenz zur Planung, Koordination und Umsetzung veränderlicher Prozesse, die Lösungskompetenz für Probleme in veränderten Arbeitssituationen sowie die strategische Kompetenz zur Umsetzung eigener Ideen.

Das Alter der Teilnehmer reiche bei dem im vergangenen Jahr gestarteten Projekt bislang von 21 bis 61 Jahren, so Schawer. Der erste Schritt bestehe immer aus einer persönlichen Beratung, in der die individuelle Situation am Arbeitsplatz analysiert werde. An die Klärung der vorhandenen Bedarfe schließe sich die Suche nach Angeboten für eine Weiterbildung an. Während des gesamten Prozesses gebe es ein Coaching. Dank der Förderung durch das Land und Mittel aus dem EU-Sozialfonds sei das Angebot für die Teilnehmer kostenlos. Aktuell sei mit ihren Kolleginnen dabei, die Transformationsbegleitung in der Öffentlichkeit bekannter zu machen, sagte Schawer.

Dazu diene auch ihr Besuch im Behindertenbeirat. „Für Menschen mit Behinderung gibt es oft keine Standardlösung. Wir suchen und finden hier individuelle Lösungen“, versicherte Schawer. Sie warb dafür, die Vorteile des geförderten Projekts zu nutzen. „Es geht darum, jeden Einzelnen optimal zu unterstützen.“

2026 gehe das Modellprojekt in Rheinland-Pfalz in eine neue Runde. Für die Städte Ludwigshafen und Frankenthal stehen drei Transformationsbegleiterinnen zur Verfügung. Niedergelassen hat sich das Projekt im Dienstleistungszentrum Handwerk am Ludwigshafener Ludwigsplatz (Mitte).

Noch Fragen?

Weitere Informationen und Ansprechpartner für die Pfalz findet man im Netz unter www.transformationsagentur.rlp.de.

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