Ludwigshafen Anführer der Abstiegszone

«MUTTERSTADT.» Fußball-Bezirksligist FG 08 Mutterstadt hat den ersten Saisonteil mit ausgeglichener Bilanz auf Platz fünf abgeschlossen. Der Ausfall etlicher Akteure, vor allem im Abwehrbereich, hat sich negativ bemerkbar gemacht.
Platz fünf, das klingt erst einmal positiv, ist aber auch trügerisch. Denn der Vorsprung vor den Abstiegsrängen beträgt nur vier Punkte, der Rückstand auf den Tabellenvierten ist doppelt so groß. „Klar, wir müssen aufpassen. Wir sind ja nicht blauäugig“, sagt der 29 Jahre alte Trainer Erdem Kar, der sein Team als „Tabellenführer der Abstiegszone“ bezeichnet. Die Mutterstadter sind eigentlich eine typische Mittelfeldmannschaft. Siege und Niederlagen wechselten sich beinahe wöchentlich ab, längere sieglose Phasen gab es ebenso wenig wie lange Zeiträume ohne Niederlagen. Vom fünften bis siebten Spieltag hatte die FG aus drei Partien nur einen Zähler geholt, danach folgten drei Begegnungen mit sieben Punkten. „Mit der Entwicklung bin ich nicht ganz zufrieden. Der Schritt nach vorne ist mir zu klein“, sagt der ehrgeizige Kar. Für den Übungsleiter, der viel Wert auf defensive Stabilität legt, sind 32 Gegentore nach 17 Partien ein Graus. „Uns haben zu viele Verteidiger langfristig gefehlt. Das erklärt die viel zu hohe Zahl an Gegentoren“, betont der Coach. Die Abwehrspieler Dominik Götz und Fabian Gaupp haben noch gar nicht gespielt, Kapitän Timo Behling stand nur dreimal auf dem Feld und pausiert seit September. Nur in den beiden Spielen gegen Queichhambach blieben die Mutterstadter ohne Gegentor, was völlig atypisch für die FG ist. Da auch andere Akteure öfter passen mussten, kamen schon 27 Spieler zum Einsatz. Keiner war in allen 17 Partien dabei. 16 Mal standen Frederik Tilger Kuhn, der spielende Co-Trainer Sebastian Schulz und Nico Hanewald auf dem Feld, 15 Einsätze verzeichneten Fabio Reithermann, Markus Hajok und David Höll. 28 eigene Treffer bedeuten eine ordentliche Ausbeute für die viertbeste Heimmannschaft, die in den zurückliegenden fünf Spielen im Sportpark ungeschlagen blieb und dabei 13 von 15 möglichen Zählern holte. „Einen richtigen Knipser haben wir nicht“, erklärt Kar. Am erfolgreichsten waren Fabio Reithermann, David Höll (je 6) und Markus Hajok (5). Der Trainer ist aber davon überzeugt, dass die meist noch sehr jungen Stürmer viel Potenzial haben und in der Rückrunde regelmäßiger ins Tor treffen werden. In dieser Rückserie ist Kar, der zum Ligarivalen Südwest Ludwigshafen wechselt, quasi auf Abschiedstournee. „Ganz wichtig wird sein, gut aus der Winterpause zu kommen. Wir beginnen mit zwei Heimspielen gegen 08 Haßloch und Weisenheim. Da können wir den Grundstein zum Klassenverbleib legen“, sagt der Trainer. Früh alles klar zu machen, wäre auch deshalb wichtig, weil die FG am vorletzten Spiel bei Südwest antritt. Da sollte es nicht mehr um alles gehen.