Ludwigshafen Alte Buchstaben im Blick

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Edmund Michel hat vor knapp neun Jahren die „Interessengemeinschaft der Deutschen Schrift und Sütterlinschrift“ ins Leben gerufen. Die 25-köpfige Truppe übersetzt die alte Schreibschrift für jüngere Leute, die alte Tagebücher, Briefe oder Unterlagen nicht mehr lesen können. Heute wird Michel 90 Jahre alt.

„Das Wissen um die alte Schrift darf nicht aussterben“, sagt der Ludwigshafener. Mit 80 Jahren hatte der Witwer die Idee für die Interessengemeinschaft, nachdem er in einer Zeitung über eine ähnliche Vereinigung in Hamburg gelesen hatte. Der Vater zweier Töchter und Opa von sechs Enkeln suchte Mitstreiter und wurde fündig. Heute übersetzen die Experten für die alte deutsche Schrift alte Liebesbriefe, Familienchroniken, Kochbücher oder amtliche Dokumente. In Kursen an Volkshochschulen der Region haben Michel und seine Kollegen mittlerweile mehreren Hundert Menschen das Lesen und Schreiben der alten Buchstaben beigebracht. Die Nachfrage ist ungebrochen groß. „Wir bekommen Anfragen aus einem Umkreis von über 200 Kilometern“, sagt der gebürtige Südpfälzer, der nach dem Krieg nach Ludwigshafen zog und zunächst für einen Eisenwarengroßhandel arbeitete. Später baute und betrieb er mit seiner Frau das Hotel „Christel“ in der Frankenthaler Straße. Doch das Hotelier-Leben war für das Ehepaar irgendwann zu anstrengend, und Michel arbeitete bis zur Rente in der Versicherungsbranche. (mix/Archivfoto: Kunz)

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