Ludwigshafen
Adolf-Diesterweg-Realschule: So soll es mit der Turnhalle weitergehen
Seit Anfang 2024 findet in der Turnhalle der Adolf-Diesterweg-Realschule plus in Oggersheim kein Sportunterricht mehr statt. Und auch sonst darf eigentlich niemand mehr die Halle betreten. Denn es wurden Schadstoffe entdeckt, sogenannte PCBs, und die Feuertreppe ist nicht mehr begehungssicher. Seitdem findet der Sportunterricht häufig außerhalb statt, in Friesenheim oder sogar in Mutterstadt. Abschlussfeiern steigen dort dementsprechend auch keine mehr. Lange hörte man nichts mehr, wie es mit dem Gebäude weitergeht. Die Stadt hoffte auf Förderungen aus einem Bundesprogramm, um die Halle zu sanieren oder neu zu bauen. Doch dem Vernehmen nach wurde aus dieser Förderung vorerst nichts.
Zwei Varianten geprüft
Trotzdem gab es eine Machbarkeitsstudie, wie der Betrieb in der Halle wiederhergestellt werden könnte. Die Ergebnisse dieser Studie haben Mitarbeiter der Stadtverwaltung in der jüngsten Sitzung des Oggersheimer Ortsbeirats vorgestellt. Wie der Präsentation zu entnehmen war, wurden zwei Varianten für Ein- und Zweifeldhallen geprüft sowie drei für eine Dreifeldhalle – die alte Halle ist eine Zweifeldhalle. Aufgrund des hohen Platzbedarfs der Schule wurden zwei Varianten der Dreifeldhalle weiter untersucht. Dabei sollte es die Tribüne, auf der etwa 500 Personen Platz finden, weiterhin geben. Weitere Randbedingungen waren eine Hallenhöhe von zehn Metern, die Nutzung durch Vereine und die Verlegung der Feuerwehrzufahrt Richtung Norden von der Comeniusstraße kommend. Außerdem wurde darauf geachtet, genügend Autostellplätze zu schaffen.
Herausgekommen sind dabei zwei Versionen, genannt die „auskragende“ und die „aufgeständerte“ Version. Auskragend bedeutet in diesem Fall, dass es eine zweigeschossige Turnhalle ist, bei der die Sportfläche im Erdgeschoss ist; bei der aufgeständerten Version befindet sich die Sportfläche im ersten Stock eines dreigeschossigen Bauwerks, das auf der Bodenfläche überdachte Stellplätze bieten soll. Von der benötigten Baufläche her sind sich beide Konzepte ähnlich, auch wenn die Stadt betont, dass es sich hier nur um grobe Vorprüfungen handelt.
Noch kein Baustart
Nach ordentlicher Prüfung von Pro und Contra beider Varianten sei man zu dem Schluss gekommen, so die Mitarbeiter, dass die zweite, aufgeständerte Version bevorzugt werde. Grund sei vor allem, dass nur durch sie die benötigte Anzahl an Stellplätzen überhaupt geschaffen werden könne. Auf die Nachfrage des Ortsbeirats, ob denn nicht auch eine Sanierung des Bestandsgebäudes in Frage kommen würde, antwortete die Stadtverwaltung, dass noch vor der Machbarkeitsstudie eine Wirtschaftlichkeitsprüfung stattgefunden habe. Demnach sei ein Abriss und Neubau die bessere Lösung.
Die Kosten schätzt die Stadtverwaltung auf 8,5 Millionen Euro – auch das sei noch keine konkrete Zahl, betonten die Mitarbeiter. Die Bagger rollen jetzt aber erstmal noch nicht. Denn vorerst startet das Vergabeverfahren für das Bauprojekt. Der Bauabschluss werde bis 2031 erwartet – vermutlich, sagten die Stadtmitarbeiter. Ursprünglich war ein Baustart im zweiten Quartal 2026 – also bis Ende Juni – vorgesehen. Der wird wahrscheinlich nicht eingehalten werden können. Mangelnde Kommunikation war schon im Herbst 2025 ein Kritikpunkt gegenüber der Stadtverwaltung. Auch die Vorstellung in der Ortsbeiratssitzung geschah auf Antrag der Grünen-Fraktion.