Ludwigshafen
Abriss Hochstraße Nord: Vierjährige Baustelle sorgt für Debatten
Die Stadtspitze hat die Pläne für den Abriss des Nordbrückenkopfes der Kurt-Schumacher-Brücke vorgestellt. Für vier Jahre wird eine Großbaustelle mitten in der Stadt entstehen. Ab August wird die Rheinuferstraße als zentrale Verbindung zwischen den nördlichen Stadtteilen und der City gesperrt. Der Verkehr nach Mannheim soll über die im Juli wiedereröffnete Hochstraße Süd (B37) laufen.
Nicht nur bei den Einwohnern, auch in der Politik gibt es Befürchtungen, dass es wegen der Dauerbaustelle zu massiven Verkehrsproblemen in Ludwigshafen kommen könnte. Dies wurde bei einer gemeinsamen Sitzung des Bauausschusses und der zehn Ortsbeiräte deutlich. Alle waren sich einig, dass der Abriss des Brückenkopfes und der Hochstraße Nord (B44) eine Mammutaufgabe sei.
Vorfahrt aus der City?
Christoph Heller (CDU), Ortsvorsteher aus Süd, forderte eine bevorrechtigte Zufahrt aus der Innenstadt auf die Hochstraße Süd. Da der ganze Verkehr zwischen Mannheim und Ludwigshafen auf der neuen Trasse laufen soll, könne es ansonsten während der Stoßzeiten an die Auffahrten Rückstaus in die City geben. Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU) sicherte zu, dies zu prüfen.
Um den innerstädtischen Verkehr zwischen Oggersheim, Mundenheim und West weiträumig um die Baustelle herumführen zu können, forderten Heller und seine Oggersheimer Kollegin Sylvia Weiler (SPD) außerdem, die Bayreuther Straße auszubauen und für den Verkehr komplett zu öffnen. Bisher hat die Stadt die Öffnung der Straße für Rettungsdienste und Feuerwehr vorgesehen. Der Vorschlag soll laut Blettner ebenfalls geprüft werden.
Umleitung für Busse
Heike Heß (Grüne) sorgte sich um den Übergang zwischen Hemshof und City. Eberhard Küssner von der städtischen Bauprojektgesellschaft (BPG) verwies darauf, dass in Höhe des Europaplatzes der bestehende Übergang offen bleibe. Verkehrsplaner Thomas Lappe erläuterte auf Nachfrage außerdem, dass die Buslinien, die bisher die Hochstraße Nord befahren haben, ab Sommer über die Südtrasse umgeleitet werden.
Im Hemshof befürchten Anwohner durch den Abriss des Würfelbunkers, mit dem das Projekt Nordbrückenkopf im April beginnt, eine Einschränkung der Lebensqualität durch Erschütterungen, Lärm und Staub, berichtete Nikolaus van der Bruck (SPD). Chefplaner Küssner verwies auf Grenzwerte für Staub und Lärm, die eingehalten werden müssten. Mit größeren Erschütterungen sei für Anwohner nicht zu rechnen.
Norden befürchtet Chaos
In den nördlichen Stadtteilen gibt es zudem Sorgen, dass es während des Hochstraßenabrisses im Berufsverkehr dort zu einem Verkehrschaos kommen könnte. Eine durchaus realistische Gefahr, wie die baustellenbedingte Sperrung der B9 vor einiger Zeit gezeigt hatte. Oppaus Ortsvorsteher Frank Meier (SPD) forderte deshalb, dass die von vielen Ortskundigen als Ausweichroute genutzte Langgartenstraße zwischen Friesenheim und Oppau ertüchtigt werden soll. Die Straße sei in keinem guten Zustand, habe viele Schlaglöcher. „Es wäre eine Katastrophe, wenn dort Baumaßnahmen kommen, wenn der Hochstraßenabriss läuft“, warnte Meier. Helge Moritz (FWG) forderte zudem mehr Kontrollen der Polizei, um den Verkehr in der Abrisszeit zu regeln.
Auf den schlechten Zustand weiterer Straßen im Stadtgebiet wies Doris Barnett (SPD) hin. Die Stadt dürfe nicht nur die Mammutprojekte im Blick haben. „Wir haben bei uns in Oggersheim Schlaglöcher, die einem das Gebiss raushauen, wenn man drüberfährt“, sagte die ehemalige Bundestagsabgeordnete. Baudezernent Alexander Thewalt meinte: „Schlaglöcher sind ein Granatenthema“. Es gebe bei den Straßensanierungen einen Rückstand, der auch auf Personalmangel bei der Stadt zurückzuführen sei. Mittlerweile sei es aber gelungen, offene Stellen zu besetzen, um den Rückstand aufzuholen. Laut Alexander Tremmel, der in der Verwaltung für Straßenbau zuständig ist, stehen 200 Straßenbaumaßnahmen an.