Ludwigshafen 37 Aussteller werben um Nachwuchskräfte
Auf der vierten Jobmesse der Hochschule Ludwigshafen ist gestern viel Betrieb gewesen: Studenten, Schüler und Berufseinsteiger informierten sich bei Unternehmen über Praktika und Jobs, während die Betriebe die Gelegenheit nutzten, potentielle Kandidaten zu umwerben. Auf dem Mundenheimer Campus waren Wirtschaftsunternehmen vertreten, während sich am Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen in der Maxstraße in Mitte soziale Einrichtungen vorstellten.
Insgesamt 37 Betriebe hatten ihre Stände aufgebaut. Bekannte Namen wie SAP, Aldi und Caritas waren ebenso vertreten wie kleinere und mittelständische Firmen der Region. Viel los war am SAP-Stand, den unter anderem Controlling-Student Frederik Czerniak (24) mit konkreten Zielen aufsuchte. Der Viertsemester will ein Praktikum bei dem IT-Konzern absolvieren und hoffte auf nützliche Tipps. „Ich weiß jetzt, wer mir beim Vorstellungsgespräch gegenübersitzen wird“, sagte er zufrieden. Es gefalle ihm sehr gut, dass man bei der Jobmesse die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch habe. „Im Internet wird man immer erschlagen. Es gibt so viele Stellen. Und es bleiben immer Fragen offen, die eine Stellenausschreibung nicht beantworten kann.“ Czerniak war einer von vielen angehenden Controllern, die auf dem Campus in der Ernst-Boehe-Straße unterwegs waren. Das bestätigte Stefan Berndt, Personaler beim mittelständischen Logistikdienstleister Axit aus Frankenthal. Hauptsächlich Controller und Consulter hätten sich am Axit-Stand informiert. „Wir würden uns über ein paar Wirtschaftsinformatiker freuen“, sagte Berndt. Die würden bei Axit nämlich dringend gebraucht. „Wir haben gehört, dass die Informatikstudenten vormittags Vorlesungen haben. Wir hoffen, dass nachmittags noch ein paar vorbeikommen.“ Sophie Grimm (27), die einen Bachelor in BWL Logistik macht, nutzte die Jobmesse vor allem, um verbindliche Ansprechpartner auszumachen. Sie notierte sich die Namen und Kontaktdaten der Mitarbeiter an den Ständen. „Ich habe schon einige Bewerbungen verschickt und nie eine Rückmeldung erhalten“, berichtete Grimm. Schade fand sie, dass fast nur Dienstleistungsunternehmen vertreten waren. „Ich hätte mir mehr produzierende Unternehmen gewünscht wie Daimler oder BASF“, meinte die Studentin. Im Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen, der erstmalig ebenfalls Standort der Hochschulmesse war, zeigten sich Aussteller mit den Besucherzahlen zufrieden. Das Interesse an sozialen Berufen sei auf jeden Fall da, sagte Marie Blechschmidt von der Caritas. Vor allem Studenten der Sozialen Arbeit hätten den Caritas-Stand besucht. „Gerade durch die Flüchtlingswelle gibt es viel Bedarf und auch viele Menschen, die sich engagieren wollen.“ Etwas problematisch fand Blechschmidt, ebenso wie auch einige andere Aussteller, dass parallel zur Jobmesse noch Vorlesungen an der Hochschule stattfanden. „Es wäre besser, wenn die Dozenten ihre Vorlesungen zumindest verkürzen würden, wenn sie die Veranstaltungen schon nicht ausfallen lassen können“, sagte Blechschmidt. (cth)