Ludwigshafen Übern Kirchturm hinaus: Wenn dein Lied meine Lippen verlässt …

Eingeschaltet habe ich, als Sarah Connor und Andreas Gabalier auf einem Sofa dicke Krokodilstränen vergießen. Xavier Naidoo steht vorne auf der Bühne und singt ein Lied in einem komischen Dialekt, den ich nicht gleich einordnen kann. Eigentlich wollte ich weiter schalten. Noch so eine Castingshow oder so etwas, davon gibt es doch schon genug. Doch dann habe ich mir den Song doch angehört und saß dann selbst auf der Couch mit Tränen in den Augen. „Amoi seg ma uns wieder“ (einmal sehen wir uns wieder) – Andreas Gabalier, dieser „Elvis in Lederhosen“, erzählt die Geschichte des Liedes, dass er nach dem Suizid seines Vaters und seiner kleinen Schwester geschrieben hat. Was ist das für eine Sendung frage ich mich und erfahre übers Internet, dass sieben Künstler in Südafrika an sieben Abenden die Lieder ihrer Kollegen singen. An jedem Abend ist jemand anderes im Fokus der Aufmerksamkeit. „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ heißt die Sendung und seither schaue ich jede Folge. Was mir besonders gut gefällt ist, dass man das Gefühl hat, dass diese sieben Musiker – die aus ganz unterschiedlichen Genres kommen – echte Musik miteinander machen. Der vertraute Umgang mit den Kollegen und die Sympathie untereinander macht sie frei, sich verletzlich und angreifbar zu machen. Keiner, der sich hinter Attitüde oder Stargehabe versteckt. Und so spiegelt sich in jedem gecoverten Lied ein Stück Seele, sowohl des Songwriters, als auch des Sängers. Angespornt von den anderen Musikern und ihrer Sympathie geben alle ihr Bestes, eben ein Stück ihrer Seele. Sie drücken aus, was sie in ihrem Herzen bewegt. Ob es Liebeskummer, Trauer und Enttäuschung oder überschwängliche Freude und die pure Lust zu Leben ist. So haben Menschen schon immer ihre Lieder gesungen von den biblischen Psalmen bis zu den Liedern heute. Ich spüre bei der Show etwas davon, was der leicht umgedichtete Titelsong von Xavier Naidoo besingt: „Und wenn dein Lied meine Lippen verlässt, dann nur damit du Liebe empfängst .“ Dafür herzlichen Dank! (Archivfoto: Kunz)

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