Ludwigshafen Über den Kirchturm hinaus: Der Präsident und der Papst

Papst Leo hat klare Worte zu Krieg und Frieden gesagt, zum Unwillen des amerikanischen Präsidenten.
Papst Leo hat klare Worte zu Krieg und Frieden gesagt, zum Unwillen des amerikanischen Präsidenten.

Gott und Krieg passen nicht zusammen – darüber sind Papst Leo und US-Präsident Donald Trump unterschiedlicher Ansicht.

Er tobt. Er ist wütend. „Ich bin kein Fan von Papst Leo“, sagt er. Der Papst ist „schrecklich“ und „schwach“, soll sich „zusammenreißen“ und ist nur Papst geworden, weil er der Präsident der USA ist.

Wir sind einiges gewohnt von dem Mann, der im Weißen Haus regiert. Beleidigungen, Drohungen, Lügen. Nun hat er sich den Papst ausgesucht. Hat der es doch gewagt, zum Frieden aufzurufen in Zeiten, wo Kriege in der Ukraine, im Nahen Osten und im Iran geführt werden. Das könnte eigentlich eine Steilvorlage sein für einen Mann, der nach dem Friedensnobelpreis strebt. Er könnte sich an die Seite des Papstes stellen. Aber nein, der Präsident fühlt sich zu Unrecht kritisiert. Nimmt es dem amerikanischen Papst übel, dass er nicht an den Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit der USA vor 250 Jahren im Juli teilnimmt. Stattdessen besucht er ein Flüchtlingslager. Unerhört!

Und wie reagiert Papst Leo? Cool, gelassen, aber bestimmt – „ich habe keine Angst vor Donald Trump“. Er lässt sich nicht ein auf die wortreichen Angriffe. Wo andere dem Präsidenten schmeicheln, ängstlich ihre Worte abwägen, damit er sich nicht beleidigt fühlt, sagt der Papst, was seine Sache ist. Verweist auf die Bibel, auf das Jesuswort „Selig sind die Friedenstifter“. Die Gebetsbitte des amerikanischen Kriegsministers, „lass jede Kugel gegen die Feinde ihr Ziel treffen“, nennt er Gotteslästerung.

Gott und Bomben, Gott und Krieg passen nicht zusammen. Immer neue Kriege, Vernichtungsdrohungen, das Recht des Stärkeren, sind keine Wege zum Frieden, keine Wege, die dem Willen Gottes entsprechen.

Der Papst kuscht nicht vor diesem mächtigen Mann. Er zeigt, wie man nicht nur Donald Trump, sondern auch den vielen anderen begegnen kann, die auf der Straße, im Internet und in den Parlamenten drohen, beleidigen und Angst verbreiten wollen, die ihre eigene Meinung für die allein richtige halten – nämlich ruhig, freundlich, aber klar und eindeutig in der Sache.

Der Autor

Andreas Kohlstruck (65), Pfarrer im Kirchenbezirk und Religionslehrer am Gymnasium in Edigheim

Andreas Kohlstruck
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