Ludwigshafen Über Berge und Meere
«Mutterstadt.»Von Weltreisen, Freiheitskämpfen, der Liebe oder fernen Galaxien erzählten die Stücke, die das große Blasorchester der Blaskapelle Mutterstadt vergangenen Sonntag im Palatinum bei ihrem Frühjahrskonzert spielte. Es zeigte, wie vielfältig Blasmusik sein kann, zur Freude der gut 500 Gäste.
Draußen vor dem Palatinum herrlichstes Frühlingswetter. Drinnen die dazu passende Musik des 46-köpfigen Orchesters unter der Leitung von Dirigent Thomas Zelt. Durch den Abend führte Musikpädagogin Stefanie Bieri-Wolf. Die Musiker im Alter zwischen elf und 82 Jahren sorgten mit das „Concerto d’Amore“ von Jacob de Haan für die perfekte Einstimmung für die kommenden Stücke. Zum Beispiel für „The Sound of Silence“ von Paul Simon, ein anfänglich leises und zartes Spiel das lauter und gewaltiger wurde, bis einem ein Schauer über den Rücken lief. In diesem Zustand ließ man sich gerne mitnehmen auf eine Reise um die Welt. In „Around the World in 80 Days“ von Otto M. Schwarz ging es musikalisch über Wälder und Berge, als Karawane durch den Orient oder im Heißluftballon über den Ozean. Frei fühlen und es sein – das ist auch die Botschaft von „Slovenia“ von Alfred Bösendörfer. Es drückt die Freude des slowenischen Volks über ihre Unabhängigkeit instrumental aus. In der Pause konnten sich die Reisenden von diesen vielen Erlebnissen erholen. Einer von ihnen, Walter Maurer, war schon jetzt begeistert vom Konzert: „Das ist genau das, was ich hören möchte.“ Mit klassischer Blaskapellen-Musik ging es weiter, etwa mit „Die Regimentskinder“ von Julius Fucik oder der Polka „Böhmischer Traum“ von Norbert Gälle. Ins All führte „Guardians of the Galaxy“ von Michael Brown. Und einen Vorgeschmack auf den Sommer bekamen die Zuhörer mit „Walking on Sunshine“ von Katrina and The Waves und einige vielleicht auch Gänsehaut, als „Music“ von John Miles gespielt wurde. Sich duellierende, abgebrühte Cowboys – dieses Bild blitze beim Ennio-Morricone-Medley „Moment for Morricone“ vor dem geistigen Auge auf. Gut 500 Gäste kamen ins Mutterstadter Palatinum, darunter viele bekannte Gesichter wie Landrat Clemens Körner und Mutterstadts Bürgermeister Hans-Dieter Schneider samt Gemeindespitze, stellte der Vorsitzende der Blaskapelle, Peter Reinartz, bei der Begrüßung fest. Und die wollten nach dem letzten Lied mehr. Als Zugabe erklang „Amazing Grace“ im Dialog zwischen dem Orchester auf der Bühne und einem Trompeten-Duo auf der Empore. Die Reaktion aus den Rängen: Stehender Applaus. „Wunderbar war’s, wie immer“, sagte ein Zuschauer am Ende und sprach wohl vielen aus der Seele