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Montag, 14. Januar 2019 Drucken

Ludwigshafen: Lokalsport

„Wir sind stolz, aber noch nicht satt“

Interview: Trotz der 9:14-Niederlage beim ASV Nendingen steht der VfK 07 Schifferstadt zum zweiten Mal im Finale der Deutschen Ringerliga. Den Grundstein hatte der Vizemeister mit dem 21:5-Erfolg im Hinkampf gelegt. Gegner in den Endkämpfen am 2. und 9. Februar ist Weingarten. Ein Gespräch mit VfK-Griechisch-römisch-Trainer Markus Scherer über Titelchancen.

Freut sich auf das Traumfinale gegen Weingarten: Markus Scherer.

Freut sich auf das Traumfinale gegen Weingarten: Markus Scherer. ( Archivfoto: KUNZ)

Herr Scherer, der VfK steht zum zweiten Mal im Finale der Deutschen Ringerliga. Wie fühlt sich das an?

Sehr gut. Mein Trainerkollege Erol Bayram und ich haben uns in der Vorbereitung mit Blick auf Hauptrunde und Play-offs viel Mühe gegeben bei der Zusammenstellung des Kaders und dabei einen sehr breiten Kader gewählt. Wir haben unsere Vorstellungen und die Jungs wollen natürlich so oft wie möglich ringen. Alles unter einen Hut zu bekommen, war schwer, aber der Erfolg gibt uns Recht.

 

Waren Sie mit der Leistung im Halbfinalrückkampf zufrieden?

Wir hatten nach dem sensationell hoch gewonnenen Hinkampf die Möglichkeit, noch einmal zu testen und mussten nicht auf Teufel komm raus alles aus dem Kader herauskitzeln. Letztlich haben wir von unserem Polster von 19 Punkten noch satte elf übrig. Das ist stark. Wir haben aber auch Dampf rausgenommen, weil wir keine Verletzung riskieren wollten. Letztendlich war es auch für Nendingen ein runder Abschluss gewesen. Wir sind zwar Konkurrenten, aber man muss den Gegner nicht auch noch vor seinem eigenen Publikum zerlegen. Von daher können wir gut damit leben, dass Nendingen gewonnen hat.

 

Gab es auch Enttäuschungen in Ihrer Mannschaft?

Wir haben auch eine bärenstarke Mannschaft am Start gehabt. Unser Debütant im 60-Kilo-Limit, Hammet Rustem, hat aber nicht die richtige Einstellung gefunden und lag nach 39 Sekunden auf den Schultern. Bei so einem Spitzenmann ist das eigentlich unverständlich, aber das sind eben die Geschichten, die die Liga schreibt. Im Finale wäre es ein Beinbruch gewesen, so aber konnten wir das verschmerzen, aber natürlich ärgert’s einen.

 

Wer hat besonders überzeugt?

Der Russe Sanal Semenov hat zweimal gerungen und acht von acht möglichen Punkten geholt, einmal per Schultersieg und einmal technisch überlegen. Und das gegen starke Gegner. Das ist schon eine Hausnummer. Wir wussten schon, dass er ein Großer ist. Er war jetzt zehn Tage da, hat mittrainiert, hat sich eingebracht. Er ist ein ganz toller und dabei bescheidener Ringer. Und das tolle ist, er hat einen Zwillingsbruder, der genauso drauf ist. Auch Alan Ostaev hat überzeugt, auch wenn er jetzt zweimal gegen den zweimaligen Weltmeister Zhan Belenyuk verloren hat. Alan hat auch im Rückkampf wieder eine Weltklasse-Leistung hingelegt. Er ist eine Nuss, die nur schwer zu knacken ist.

 

Der Gegner im Finale ist Germania Weingarten. Wäre Ihnen Ispringen lieber gewesen?

Nein, wir haben bis zum Schluss mitgezittert, weil wir uns Weingarten gewünscht haben. Ispringen haben wir im vergangenen Jahr schon als Gegner gehabt und außerdem hat Weingarten die größere Tradition, verfügt über eine größere Fangemeinde und zieht einfach mehr. Es ist ein Traumfinale. Dafür haben wir gearbeitet und jetzt sollten wir unsere Jungs in Stellung bringen.

Wie sehen Sie die Titelchancen?

Wir haben den ersten Kampf zu Hause, das hat man eigentlich ungern, aber man kann auch auswärts Meister werden. Wir werden natürlich versuchen, schon im Hinkampf eine Duftmarke zu setzen. Wir müssen versuchen, Schwung mitzunehmen. Jetzt sind wir erstmal zufrieden, dass wir im Finale stehen und das Halbfinale ohne Ausfälle überstanden haben. Wir sind ein Stück weit stolz, aber wir sind noch nicht satt.

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