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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Rhein-Pfalz-Kreis

„Wer sich bewegt, kann viel bewegen“

Schifferstadter Ehepaar sammelt bei Sportereignis Spenden für Kinderhospiz – Bei United Runners of Pfalz aktiv

Von Ulrike Minor

«Schifferstadt». Etwas für die eigene Gesundheit und Fitness tun und gleichzeitig einen sozialen Zweck verfolgen, oder auch einfacher gesagt „laufen und damit etwas Gutes tun“. Diese spontane Idee hatten Nicole und Thorsten Jürgens aus Schifferstadt. Sie haben beim Mega-Marsch in Frankfurt Geld fürs Kinderhospiz Sterntaler gesammelt. Das passt zu den Ideen der Laufgemeinschaft, der die Familie seit fast vier Jahren angehört: den United Runners of Pfalz.

Seinen ganz persönlichen Sieg hat Thorsten Jürgens eigentlich schon geschafft: Der 45-Jährige hat seit Januar 2018 durch Sport und Umstellung auf kohlenhydratarme Ernährung stolze 40 Kilogramm abgenommen. Immer mal habe er zuvor ab- , aber auch wieder zugenommen, erzählt der als Hausmeister tätige ambitionierte Hobbyläufer. Diesmal soll der Jo-Jo-Effekt ausbleiben, „da ist die Laufgruppe natürlich auch eine große Motivation“, ergänzt Ehefrau Nicole (44). Und als sein Bruder Stephan, ebenfalls ein United Runner, im September recht kurzfristig mit der Idee ankam, im Oktober beim Mega-Marsch in Frankfurt teilzunehmen, war Thorsten Jürgens ohne viel Zögern – und ohne viel Vorbereitung – dabei.

Bei dieser Veranstaltung geht es darum, innerhalb von 24 Stunden 100 Kilometer zu Fuß zurückzulegen. Das bedeutet ein sehr strammes Tempo und viel Ausdauer. Erst am Morgen des Starts am 13. Oktober kam Nicole Jürgens der Gedanke, das sportliche Ereignis mit dem Spendenprojekt zu verknüpfen. Doppelter Erfolg: Jürgens schaffte ohne spezielles Training knapp über 60 Kilometer in knapp 13 Stunden, lief die Nacht hindurch mit nur kleinen Pausen. Und für das Kinderhospiz kamen 500 Euro zusammen, die an Beate Däuwel vom Verein Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen überreicht wurden.

„Wer sich bewegt, kann viel bewegen“ – das passe zu dieser Aktion und ist Leitmotiv der inzwischen gut 130 Aktive zählenden United Runners of Pfalz. Das findet Helmut Schuck, ebenfalls aus Schifferstadt und unter anderem als Bandleader von Schuckeria bekannt. Der 55-Jährige war 1995 einer der Mitgründer der United Runners. Damals wollten zehn Freunde als Staffel beim 24-Stunden-Lauf in Stuttgart teilnehmen und brauchten dafür einen griffigen Namen. Die United Runners of Pfalz erblickten das Licht der Welt.

„Wir hätten aber nie gedacht, was daraus mal wird“, sagt Schuck heute und muss selbst den Kopf schütteln. In eher gemächlichem Tempo schlossen sich zunächst Läufer der lockeren Gemeinschaft an. 2012 kreierten Mitglieder der Gruppe ihre auffälligen grünen Trikots und „irgendwie gab es dann einen Hype“. Rund 130 Läufer und Triathleten jeden Alters aus der Region sind es inzwischen, „vom Gelegenheitsläufer bis zum Ironman“. 180 Abonnenten hat der regelmäßige Newsletter. Dabei sind die Runners kein Verein, haben keinen Vorstand und keine gemeinsamen festen Trainingszeiten. Man verabredet sich in unterschiedlicher Besetzung zum gemeinsamen Lauf, es wird ein Sommerfest und Jahresabschlussfest gefeiert, es gibt auch mal ein Minigolf-Turnier, berichtet Schuck. Und Termine mit „Massenaufmarsch“: Beim Silvesterlauf in Schifferstadt waren gleich 75 United Runners mit ihren knalligen Trikots am Start. Gleich danach ging es beim Neujahrslauf der befreundeten Sandbox Warriors im Maudacher Bruch zur Sache.

Das soziale Engagement spielt eine Rolle bei den Runners. Alljährlich wird bei einer Jahresabschlussfeier der oder die „Runner des Jahres“ nominiert und gewählt. Dabei werden beispielsweise besondere Leistungen, Einsatzfreude oder soziale Komponenten berücksichtigt, „und wie derjenige uns repräsentiert“. Diesmal gehörte Jürgens mit seinem Mega-Marsch und der Spendenaktion auch zu den Nominierten – auch wenn er letztlich nicht gewann. Monika Kolbenschlag wurde „Runner des Jahres“, erzählt Schuck. Mit großem Vorsprung honorierten die rund 100 Wähler bei der Runners-Jahresabschlussfeier ihre Jahresleistung: den erfolgreichen Abschluss des Köln Marathons, ihre privaten Lauftreffs, bei denen sie meist Laufanfänger auf ihre ersten Wettkämpfe vorbereitet, und „ihre fleißig helfenden Hände im sozialen Bereich“.

Thorsten Jürgens jedenfalls hat ein sportliches Ziel: Er will noch mal beim Mega-Marsch in Frankfurt antreten, „und diesmal ziehe ich das ganz durch“.

Ludwigshafen-Ticker