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Samstag, 05. September 2015 Drucken

Rhein-Pfalz-Kreis

Überquerungshilfen für Radler kommen weg

Maxdorfer Fahrradwege verstoßen gegen Vorschriften – In Tempo-30-Zonen wird die Benutzungspflicht deshalb aufgehoben

In Tempo-30-Zonen darf die Benutzung eines Radwegs nicht vorgeschrieben werden. Deshalb müssen dort, wie auf unserem Bild im Heideweg, die Schilder nun entfernt werden. ( Foto: KUNZ)

Maxdorf. Viele Maxdorfer Radwege entsprechen nicht den geltenden Richtlinien. Das berichtete Bürgermeister Werner Baumann (CDU) am Mittwochabend bei der Bürgerversammlung im Carl-Bosch-Haus. Deshalb wird nun unter anderem die sogenannte Benutzungspflicht von Radwegen in Tempo-30-Zonen aufgehoben. Von Bürgern kam Kritik, Radfahren in Maxdorf würde nun gefährlicher.

 

Wie Baumann verkündete, wird es außerdem verboten sein, auf Radwegen gegen den Verkehr zu fahren. Schilder und Überquerungshilfen für Radfahrer sollen weitgehend entfernt werden. Viele der etwa 50 Besucher der Bürgerversammlung befürchten, dass es für Radfahrer in Maxdorf zukünftig gefährlicher wird.

Die Initiative zu den Veränderungen sei nicht von der Gemeinde ausgegangen, versicherte Baumann. Ein Professor der Universität Darmstadt, der zu Besuch in Maxdorf gewesen sei, habe sich beschwert, dass die Radwege nicht den Vorschriften entsprechen würden. Die Beschwerde sei bis zur Kreisverwaltung gegangen, und die Gemeinde habe eine Überprüfung der Radwege in Auftrag geben müssen.

„Ich war geschockt“, beschrieb Baumann seine Reaktion, als er von dem Ergebnis der Überprüfung durch den Verkehrsplaner und Sicherheitsauditor Rüdiger Schmidt erfahren habe. Die Radwege seien überwiegend nicht so breit, wie dies in den entsprechenden Richtlinien vorgeschrieben sei, erläuterte der Verkehrsplaner am Mittwoch. Das könne man teilweise tolerieren, weil nicht überall genug Platz ist. Nicht akzeptieren könne man, dass für die meisten Radwege eine Benutzungspflicht besteht. Das sei in Tempo-30-Zonen gar nicht erlaubt, und die Maxdorfer Radwege seien überwiegend in solchen Zonen.

Heißt: In diesen Zonen sollen sich alle Verkehrsteilnehmer eine Straßenfläche teilen, wie Baumann erläuterte. Was wiederum bedeutet, dass es keine gesondert ausgewiesenen Bereiche für Kraftfahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger geben soll. Autofahrer würden dann Rücksicht nehmen und langsamer fahren, sagte der Sicherheitsauditor. Womit er die Maxdorfer nicht wirklich überzeugte. „Dann geht es los mit den Unfällen“, „da werden Radfahrer zusammengefahren“, lauteten die Kommentare.

Die Schilder, die zurzeit Radwege in Tempo-30-Zonen ausweisen, müssen nun entfernt werden. „Wir haben schon damit angefangen“, berichtete Baumann. Radwege, für die eine Benutzungspflicht besteht – signalisiert durch ein blaues Schild mit einem Fahrrad oder einem Fahrrad mit Fußgänger – dürfen in beide Fahrtrichtungen befahren werden. Bei Radwegen ohne Benutzungspflicht und damit ohne Schild müssen Radler, die in die Gegenrichtung wollen, auf die Straße. „Ich fühle mich aber auf dem Radweg sicherer als auf der Straße“, kommentierte eine Frau die Vorgabe.

Zur Sicherheit der Radfahrer würden auch die Striche beitragen, die an vielen Stellen dort aufgemalt sind, wo ein Radweg eine Straße überquert, zeigten sich mehrere Maxdorfer überzeugt. Doch auch die müssen weg, da sie nicht den Vorschriften entsprechen, sagte Schmidt. Kritik äußerte er zudem an Pollern, die an einigen Stellen Radwege in Richtung Straße abgrenzen. Es bestehe die Gefahr, dass Radler an diese Poller fahren und sich verletzen.

Ganz weg muss nach Angaben des Verkehrsplaners der Radweg im verkehrsberuhigten Bereich beim Carl-Bosch-Haus, denn hier sei ein Radweg nicht zulässig. Als die Radwege in Maxdorf gebaut wurden, seien die Vorschriften noch anders gewesen, erläuterte Schmidt. (ann)

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