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Freitag, 18. Januar 2019 Drucken

Ludwigshafen

Stromunfall in BASF: Lkw-Fahrer stirbt

50-Jähriger klettert unter Oberleitung auf Lastwagen

Von Michael Schmid

Bei einem Unfall auf dem BASF-Werksgelände ist gestern Morgen ein 50-jähriger Lkw-Fahrer aus Nordrhein-Westfalen ums Leben gekommen. Er erlitt einen tödlichen Stromschlag. In Folge des Unfalls fiel der gesamte S-Bahn-Verkehr im Werk stundenlang aus. Auch auf der Strecke vom Hauptbahnhof ins Werk wurde der Verkehr eingestellt.

Der Unfall ereignete sich gegen 8.30 Uhr. Es dauerte bis zum Nachmittag, bis feststand, was passiert war: Laut Polizei und Staatsanwaltschaft hatte der Lkw-Fahrer im Bereich eines Bahnhaltepunkts in der Nähe des Bahnsteigs Mitte angehalten und war aus noch ungeklärten Gründen auf den Laster geklettert. Der Lkw stand zu diesem Zeitpunkt unter einer Starkstromoberleitung der S-Bahn. Durch die Leitung floss Strom mit einer Spannung von 15.000 Volt. Der Mann erlitt einen tödlichen Stromschlag.

Laut Staatsanwaltschaft wird nun geprüft, ob es sich um einen Fall von Überschlagsspannung handeln könnte. Davon sprechen Experten, wenn jemand gar nicht mit einer Oberleitung in Berührung kommt, aber durch die körperliche Nähe zur Leitung einen Stromschlag erhält. Unterschreitet man den Sicherheitsabstand, kann man von einem Lichtbogen erfasst werden. So etwas passiert immer wieder, wenn zum Beispiel Jugendliche in Rangierbahnhöfen auf Zugwaggons klettern. Der menschliche Körper fungiert quasi als Leiter für den elektrischen Strom und es kommt zu großflächigen Verbrennungen der Haut. Oft überleben die Betroffenen den Stromschlag nicht.

Die Kripo war gestern stundenlang an der Unfallstelle, um den genauen Ablauf der Geschehnisse zu rekonstruieren. Auch die zuständigen Gewerbeaufsichtsbehörden beschäftigen sich mit dem Fall. Die BASF wollte keine weitergehenden Auskünfte zu den laufenden Ermittlungen erteilen. Laut einem BASF-Sprecher war der Lkw nicht in einem verbotenen Bereich unterwegs gewesen: „Er durfte dort fahren.“ Zum Fahrzeugtyp oder der Ladung machte die BASF keine Angaben.

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. „Das ist ein routinemäßiges Verfahren, wenn es sich um einen nicht natürlichen Todesfall handelt. Wir haben bisher keine Hinweise auf eine Fremdbeteiligung“, sagte Leitender Oberstaatsanwalt Hubert Ströber.

Fest steht, dass es durch den Unfall eine Oberleitungsstörung gab, die dazu führte, dass der S-Bahn-Verkehr im Werk bis zum Nachmittag ausfiel. Auch die Strecke zwischen Hauptbahnhof und Werk war laut Deutscher Bahn betroffen. Berufspendlern wurde empfohlen, auf die Straßenbahn-Linien 7 und 8 umzusteigen. Auf dem Werksgelände gibt es einen Busverkehr, auf den die BASF verwies. Die Werksbahnsteige Mitte und Nord bleiben voraussichtlich bis heute Vormittag gesperrt.

Seit Dezember ist die BASF an die S-Bahn Rhein-Neckar angebunden. Bis zu 1400 Aniliner nutzen zuvor schon die Bahn, um täglich zur Arbeit ins Werk zu fahren. Aktuellere Zahlen hat die BASF nicht.

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