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Donnerstag, 11. Oktober 2018 Drucken

Südwest

Streit im Rockermilieu Auslöser für Mord?

Prozess um Bluttat in Frankenthal: 51-Jähriger nach Besuch des Boxtrainings niedergestochen

Von Stefan Tresch

Der Tatort in Frankenthal: Auf dem Platz vor dem Ostparkbad kam es zu den tödlichen Stichen.

Der Tatort in Frankenthal: Auf dem Platz vor dem Ostparkbad kam es zu den tödlichen Stichen. ( Foto: BOLTE)

Frankenthal. Wegen Mordes, Körperverletzung und Nötigung muss sich seit Mittwoch ein 26-jähriger Türke, der zuletzt in Ludwigshafen lebte, vor dem Frankenthaler Landgericht verantworten. Er soll am 8. Januar vor dem Frankenthaler Hallenbad einen 51-jährigen Landsmann, ebenfalls aus Ludwigshafen, niedergestochen haben. Dieser starb wenige Tage später im Krankenhaus an Organversagen.

Sechs Mal habe der Angeklagte zugestochen, so steht es in der Anklageschrift, die Staatsanwalt Martin Baum verlas. Drei der Stiche trafen das Opfer demnach im Armbereich, zwei im Bauchraum. Der Angreifer habe von dem wehr- und arglosen Opfer auch dann nicht abgelassen, als dieser zurückgewichen sei. Beide Männer sollen früheren Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge zuvor ein Boxtraining besucht haben.

Gelöschter Chat

Im Oktober 2017 soll der Angeklagte laut Baum in der Anklage zudem einen Mann in einem Ludwigshafener Hinterhof mit Fäusten und Ellenbogen geschlagen und ihn zur Löschung eines Chatverlaufes gezwungen haben.

Mit heißer Nadel sei die Terminierung zum Prozessauftakt gestrickt worden, um Fristen zu wahren, so der Vorsitzende Richter Karsten Sauermilch. Deshalb wurde zum Auftakt am Mittwoch nur die Anklageschrift verlesen. Der Angeklagte sitzt seit Januar in Untersuchungshaft, er wurde wenige Tage nach der Tat in der Schweiz gestellt.

Vermummte Polizisten bei Auftakt

Sauermilch ließ anklingen,dass die Tat eine Vorgeschichte hat, bat die möglichen Lager unter den Zuhörern des Prozesses auch bei den kommenden Terminen um Mäßigung. Der Auftakt wurde von einem großen Aufgebot an vermummten Polizisten gesichert.

Bei der erwähnten Vorgeschichte handelt es sich, so Verteidiger Uwe Kirsch nach Prozessende, um eine Schlägerei zwischen zwei rivalisierenden Gruppen in der Mannheimer Innenstadt im Februar 2015. Angeklagt wurden damals vor dem Mannheimer Landgericht fünf Männer, die den Osmanen, einem Rockerclub mit vorwiegend türkischstämmigen Mitgliedern, zuzurechnen sind. Dieses Geschehen werde noch in den Frankenthaler Prozess eingeführt, so Kirsch. Verteidiger Heinrich Maul kündigte für den nächsten Verhandlungstag eine Einlassung an, die er für seinen Mandanten verlesen werde.

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