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Freitag, 12. April 2019 Drucken

Ludwigshafen

Statt Steingarten

Hack-Museumsgarten auf dem Klüber-Platz startet in seine achte Saison – Warum sich ein Besuch lohnt

Von Claudia Matheis

Da sieht man vor lauter Grün den grauen Boden nicht: Eröffnung des Hack-Museumsgartens am Mittwoch.

Da sieht man vor lauter Grün den grauen Boden nicht: Eröffnung des Hack-Museumsgartens am Mittwoch. ( Foto: KUNZ)

Hobbygärtner, Schüler, Vereins-Engagierte – einfach jeder kann sich im Hack-Museumsgarten sein eigenes kleines Grün anlegen. Dabei geht’s ziemlich kreativ zu, wie am Mittwochabend beim Start in die achte Gartensaison deutlich wurde. Gespräche zwischen Spinatbaum und Colakraut.

Einladend hängen am Zaun kleine bemalte Gefäße aller Art, gefüllt mit Erde. Vereinzelt spitzeln schon grüne Blättchen hervor. Es gibt einiges zu bestaunen: Eine Vielzahl von Beeten, die aus Paletten, Plastikeimern, Holzpflöcken, sogar aus Koffern gebaut sind. Genauso vielseitig wie die Verpackung ist der Inhalt. Anneliese Meyer-Lender und ihr Mann Klaus haben lauter Besonderheiten gepflanzt: einen Spinatbaum, dessen Blätter nicht nur essbar sondern außerdem wunderschön sind, wie sie bewundernd erzählen. Auch eine ostfriesische Palme ist darunter – eine spezielle Sorte des in Norddeutschland heimischen Grünkohls. Dass sie sich auskennen, ist kein Wunder. Schließlich sind die beiden Besitzer eines Schrebergartens und zudem im Grünen Kreis aktiv.

Hier im Hack-Museumsgarten „trifft man sich, sitzt beim Grillen oder bei Kaffee und Kuchen zusammen," weiß die CDU-Stadträtin Wilhelma Metzler. Sie ist als Gast regelmäßig im Garten, etwa bei Workshops, Atelier- und Meditationsabenden. An zahlreichen Beeten finden sich Schilder engagierter Gruppen: von Schulen, Kindertagesstätten, von der Caritas und Frauen der Citykirche. Neuerdings ist sogar die benachbarte Staatsphilharmonie mit einem Beet vertreten.

Eine Hobbygärtnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, hat einen Duftkräutergarten angelegt. Eberraute, auch Colakraut genannt, oder die Currypflanze, die im Übrigen Lavendel zum Verwechseln ähnlich sieht, sind dort zu finden. Auch mangelt es ihr nicht an Ideen zum Verwerten ihrer Erzeugnisse mit Öl, Essig und Salz. Einige der Produkte können im Gartencafé sogar erworben werden. Nachhaltigkeit ist der Grünkennerin ein besonders wichtiges Anliegen.

Werner Ollig, Leiter der Gartenakademie Rheinland-Pfalz, warb in seiner Laudatio für mehr Pflanzenvielfalt. Diese sei extrem wichtig, da viel zu viele Gärten mit Folien isoliert und Steinen belegt werden. Diese pflanzenfreien Flächen bieten Insekten und Vögeln keinen Lebensraum und binden auch kein Kohlenstoffdioxid. Damit seien sie mitverantwortlich für die Klimaerwärmung, mahnte der Vizepräsident der deutschen Gartenbaugesellschaft.

In dieselbe Kerbe schlug auch Edith Brünnler. Die Mundartautorin trug ein launiges Gedicht über das Anlegen eines stillen Steingartens vor. Dabei stellte sie fest, dass durch das Fehlen von Insektengesumm und Vogelgezwitscher ein steinernes Grauen geschaffen worden sei.

Kontakt

Wer Interesse an der Pflege eines urbanen Beets im Hackgarten hat, kann sich an Theresia Kiefer wenden: per E-Mail an theresia.kiefer@ludwigshafen.de oder telefonisch unter 0621/504-3403

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