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Samstag, 19. Mai 2018 Drucken

Ludwigshafen

RHEINPFALZ-Maskottchen auf Tauchtour im Atoll der Schildkröten

Nils auf Weltreise: Ein Tauchurlaub mit Sascha Caballero auf der indonesischen Insel Nunukan

Auf der Insel Kakaban leben Quallen ohne Nesseln in einem Salzwassersee, der im Laufe der Zeit vom Meer getrennt wurde.

Auf der Insel Kakaban leben Quallen ohne Nesseln in einem Salzwassersee, der im Laufe der Zeit vom Meer getrennt wurde. ( Fotos: Sascha Caballero, frei)

S. Caballero

S. Caballero (Foto: S.Caballero)

Nunukan Island ist eine kleine Insel im Maratua Atoll, in dem Resort gibt es gerade einmal 23 Bungalows für Urlauber.

Nunukan Island ist eine kleine Insel im Maratua Atoll, in dem Resort gibt es gerade einmal 23 Bungalows für Urlauber. (Foto: S.Caballero)

Tauchendes Dream-Team: Sascha und Nils.

Tauchendes Dream-Team: Sascha und Nils. (Foto: S.Caballero)

Sogar eine echte Karettschildkröte schwamm vor die Linse.

Sogar eine echte Karettschildkröte schwamm vor die Linse. (Foto: S.Caballero)

Nils erkundet ein Riff mit den typischen Korallenfischen Südostasiens.

Nils erkundet ein Riff mit den typischen Korallenfischen Südostasiens. (Foto: S.Caballero)

Mit dem Boot ging es zum nächsten Tauchgang.

Mit dem Boot ging es zum nächsten Tauchgang. (Foto: S.Caballero)

Leute, was soll ich sagen, vor einigen Wochen war ich auf einer unglaublichen Reise. Mein Kumpel Sascha Caballero aus Limburgerhof hat mich gefragt, ob ich auch mal eine Tauchreise nach Indonesien machen möchte. Klar, habe ich gedacht, da kann ich endlich mal meine Fähigkeiten als Taucher zeigen. Bibern liegt das ja im Blut.

Sascha (46) ist genauso eine Unterwasserratte wie ich. Das Tauchen hat ihm sein Papa beigebracht, übrigens: mein Papa mir auch. Fast jeden Urlaub bereist Sascha, der Industriemeister in der BASF ist, mit seiner Frau Nicole die schönsten Tauchgebiete in der Welt. Vor etwa 13 Jahren hat er begonnen, diese faszinierende Welt unter Wasser auch zu fotografieren.

 

Als Sascha mir verraten hat, wo es genau hingehen sollte, war ich ganz aufgeregt. Auf einer Insel im Indischen Ozean war ich noch nie. Das Nunukan Island Resort liegt im Maratua Atoll etwa 200 Kilometer vor der Ostküste der indonesischen Insel Borneo. Also ab in den Flieger – besser gesagt, in den ersten Flieger von vier. Von Frankfurt ging es nach Doha, der Hauptstadt von Katar, dann nach Jakarta auf die Insel Java, danach nach Balikpapan auf Borneo. Aber am Ziel waren wir da immer noch nicht. In Balikpapan hieß es: Wieder in den Flieger steigen Richtung Berau, wo wir in ein Boot umgestiegen sind. Ich war todmüde, aber viel zu aufgeregt, um zu schlafen. Wann düst man schon in einem Boot auf dem Fluss Berau vorbei an Siedlungen und Plantagen, durch den Urwald und über die Sulawesi-See? Ich habe auf Stelzen gebaute Fischerhütten und auf der Insel Derawan sogar eine Delphin-Schule gesehen.

Für zwei Wochen wohnt Nils Nager auf der Insel Nunukan Island

 

Nach etwa vier Stunden Bootsfahrt erreichten wir das Maratua Atoll. Da waren wir unglaubliche 30 Stunden unterwegs, aber jede Minute hat sich gelohnt. Im Maratua Atoll gibt es viele Inseln, auf denen etwa 4000 Menschen wohnen. Sie leben hauptsächlich vom Fischfang. Unser Zuhause für die zwei Wochen war die kleine Insel Nunukan Island. Dort gibt es 23 Bungalows, alles ist sehr überschaubar.

 

Die „Chefs“ des Nunukan Island Resorts sind Susanne Loos und Beat Waefler, die uns mit einem Willkommenstrunk begrüßten. Beide erzählten von den vielen Schildkröten, die auf die Insel kommen, um ihre Eier abzulegen. Es sind etwa 1000 pro Jahr. Die werden dann von den Angestellten des Ressorts wieder ausgegraben und in einen geschützten Bereich gebracht. Sind die kleinen Schildkröten nach etwa 32 Tagen geschlüpft, werden sie wieder in die Freiheit entlassen. So haben sie größere Überlebenschancen, erklärten Beat und Susanne. Toll, schon jetzt war ich begeistert, aber auch bibermüde. Nach dem ausgiebigen Abendessen bin ich in den wohlverdienten Schlaf gesunken.

Mit einem Sprung ins Wasser beginnt die Entdeckungsreise3

 

Ausgeruht erkundeten wir am nächsten Tag die Insel: Sie hat eine traumhafte Lagune mit türkisfarbenem Wasser. Es gibt Palmen mit Kokosnüssen und ein dichtes Wäldchen. Viele Tiere wie Flughunde, Kolibris, Eisvögel und Warane leben hier. Abends konnte ich sogar einmal einen Palmendieb, das ist eine große Landkrabbe, beobachten, wie er sich hoch oben in den Palmen Kokosnüsse abschnitt. Doch auf Nunukan Island kann man nicht nur die Tiere an Land und in der Luft beobachten. Die meisten Urlauber kommen, um die Unterwasserwelt des Maratua Atolls zu sehen. In nur fünf Minuten ist man mit dem Boot am Haus-Riff und mit einem Sprung ins Wasser beginnt schon die Entdeckungsreise.

 

Es war unglaublich. Verschiedene Haiarten, Schildkröten, bunte Fische und Rochen schwammen ganz in unserer Nähe. Wir haben riesige Barrakuda- und Makrelenschwärme mit Tausenden von Tieren gesehen. Und wir konnten Nacktschnecken und kleine Krebse beobachten. Beeindruckend waren auch die großen Fächerkorallen, die hatten einen Durchmesser von bis zu drei Metern.

Mit Quallen schnorcheln

 

Ein weiterer Höhepunkt für uns Taucher und Schnorchler war der Tagesausflug auf die Inseln Kakaban und Sangalaki. Als Sascha mir sagte, wir werden mit Quallen schnorcheln, wollte ich erst gar nicht mit, denn berührt man ihre Nesseln, kann das sehr schmerzvoll sein. Aber nur bei Nesselquallen, hat Sascha mich beruhigt. Die Quallen auf der Insel Kakaban leben in einem Salzwassersee, der im Laufe der Zeit vom Meer getrennt wurde. Dadurch gab es schon bald keine Fressfeinde mehr, und die Nesseln, die sie zur Abwehr benutzten, bildeten sich zurück. Wir konnten also unbesorgt mit den Quallen schnorcheln. Kaum im Wasser, waren wir auch schon von einer riesigen Schar umgeben. Faszinierend.

 

Danach ging es weiter zur Insel Sangalaki, „zu den Adlern der Meere“, sagte Sascha. Adler? Im Wasser? So nennt man die Mantarochen, erklärte er mir, denn ihre riesigen Flossen erinnern an Adlerschwingen, und wenn sie schwimmen, sieht es aus, als ob sie fliegen. Die Rochen sind bis zu dreieinhalb Meter lang und nutzen die Region als natürliche Reinigungsstation. Kleine Schwärme von Putzerfischen locken das ganze Jahr über die Mantarochen in die Gewässer und futtern dann die Parasiten von ihrer Haut. Das war ein unvergessliches Schauspiel.

1600 Fotos in zwei Wochen

 

Ach, ich könnte noch stundenlang von den vielen Tauchgängen weitererzählen. Sascha hat alles fotografiert, etwa 1600 Fotos hat er gemacht. Die besten Bilder kann sich jeder auf seiner Homepage unter www.sea-pics.de ansehen. Meine erste Tauchreise war einfach biberstark. Hoffentlich nimmt er mich auf seiner nächsten Tour wieder mit. |doo

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