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Freitag, 16. März 2018 Drucken

Ludwigshafen

Prüfen – Hilfe rufen – drücken

Verein Herzinfarkt-Projekt spendet Reanimations-Trainingssets für Schulen – Gesamtwert: 30 000 Euro

Margarete Halbreiter erklärte den Schülern beim Termin im Herzzentrum, wie das Trainingsset funktioniert.

Margarete Halbreiter erklärte den Schülern beim Termin im Herzzentrum, wie das Trainingsset funktioniert. ( Foto: KUNZ)

„Ludwigshafener Schüler retten Leben“ heißt die aktuelle Aktion des Vereins Herzinfarkt-Projekt. Um die Überlebensquote bei plötzlichem Herzstillstand zu steigern, hat der Verein gestern allen weiterführenden Schulen ein Trainingsset mit Reanimationspuppen und einem Übungsdefibrilator im Gesamtwert von 30.000 Euro überreicht.

Der Verein Herzinfarkt-Projekt geht die Gesundheitsaufklärung und die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer wieder mit kreativen Ideen an: Nach dem „Herzschlag-Brot“ 2016 und einem Kalender mit Essensfotos und gesunden Rezepten 2017 sind es in diesem Jahr Trainingssets für die sogenannte Laienreanimation.

 

Jede weiterführende Schule erhält ein Trainingsset mit einer Reanimationspuppe, zehn aufblasbaren Trainingsmodellen und einen Übungsdefibrilator. „Damit sind die Schulen mit allen Hilfsmitteln ausgestattet, die ein effektives Training der Reanimation ermöglichen“, sagte Vereinsvorsitzender Stefan Tielkes. Der Verein erhofft sich von der Aktion, dass schon bald viele junge Menschen in Ludwigshafen über praktische Kenntnisse zur Lebensrettung verfügen.

 

An der „Little Anne“, so der Name der Trainingspuppen, kann die Herzdruckmassage geübt werden, die im Notfall Leben retten kann. Die Puppen sind technisch auf der Höhe. Über eine kostenlose App lässt sich am Smartphone ablesen, ob die Massage in der richtigen Frequenz und mit ausreichendem Druck durchgeführt wurde. „Sie müssen 100 Mal in der Minute drücken“, erfuhren die Lehrer und Schüler von Vorstandsmitglied Anselm Gitt. Er ist Kardiologe.

 

Mit dem Projekt sollen möglichst viele Kinder lernen, wie man mit einfachen Mitteln bei einem Herzkreislaufstillstand helfen kann. Eine wichtige Sache, ist Gitt überzeugt. Denn einmal ist der Herzkreislaufstillstand die dritthäufigste Todesursache in der westlichen Welt. Und Deutschland belegt im EU-weiten Vergleich bei der sogenannten Laienreanimation mit 22 Prozent den wenig schmeichelhaften vorletzten Platz.

 

Dabei ist es gar nicht schwierig. „Prüfen – Hilfe rufen – drücken“ – das sind die drei Punkte, die jeder kennen sollte, um Leben zu retten. „Sie drücken dann weiter, bis der Notarzt kommt“, erläuterte der Kardiologe das korrekte Vorgehen. Diese ersten Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes seien lebenswichtig und könnten dazu beitragen, zum Beispiel die Schädigung von Gehirnzellen aufzuhalten.

 

Die Schulen werden nun mit den Trainingssets nicht allein gelassen, sondern der Verein bietet ihnen Unterstützung in Form von Übungen für die Lehrer und Vorträgen an.

 

Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) erhofft sich von der Aktion einen Schneeballeffekt über Generationen von Schülern hinweg. „Wichtig ist, dass Menschen sich trauen zu helfen“, betonte sie. Das Einzige, was man bei der Laienreanimation falsch machen könne, sei, gar nichts zu tun, rief sie die Schüler und Lehrer zum Mitmachen auf. |rad

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