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Mittwoch, 11. Mai 2016 Drucken

Ludwigshafen

Nachhilfe mit Herz für Mounir

Bei dem Projekt „Ein Teller mehr“ sollen Paten zwei Tage in der Woche Kinder mit Unterstützungsbedarf an ihren Tisch einladen

Von Christiane Vopat

 

Ein gutes Team: Mounir und seine Patin Alicia Reimer. ( Foto: KUNZ)

„Ein Teller mehr“ heißt ein Projekt des Ludwigshafener Vereins „Respekt: Menschen!“ Die Idee: Patenfamilien nehmen an mindestens zwei Tagen in der Woche ein Kind mit Unterstützungsbedarf in ihrer Mitte auf – zum gemeinsamen Essen, Reden, Hausaufgaben machen. Alicia Reimer hat zwar noch keine eigene Familie gegründet. Trotzdem hat die Studentin jetzt die Patenschaft für den zwölfjährigen Mounir aus Syrien übernommen.

 

Die Schlagzeilen des vergangenen Jahres über die vielen Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Hunger in Deutschland auf eine Zukunft in Frieden und Sicherheit hoffen, haben Alicia Reimer nicht kalt gelassen. Die 21-Jährige hat sich überlegt: „Ich will nicht nur zuschauen, sondern helfen.“ Im Internet hat sie sich dann informiert, welche Möglichkeiten es in Ludwigshafen neben ihrem Controlling-Studium an der Hochschule für ehrenamtliches Engagement gibt, und ist auf das Projekt „Ein Teller mehr“ gestoßen.

Christel Aderhold vom Verein „Respekt: Menschen!“ hat die junge Frau schließlich mit Mounir aus Aleppo und seiner Familie zusammen gebracht. An zwei Nachmittagen in der Woche treffen sich die Studentin und der Schüler, essen gemeinsam, lernen mit- und voneinander und unternehmen etwas in der Stadt.

Alicia Reimers hofft, dass sich durch ihr Engagement auch andere einen Ruck geben und in der Flüchtlingshilfe mit anpacken. Bisher habe sie zwar viele anerkennende Worte für ihren Einsatz bei „Ein Teller mehr“ gehört. Aber leider habe noch keiner gesagt: „Mensch, da will ich auch mitmachen.“

Die 21-Jährige ist auch in der Studentenvertretung Asta aktiv. Zum bevorstehenden Sommerfest an der Hochschule wollen die Organisatoren junge Flüchtlinge aus den Unterkünften in Ludwigshafen einladen.

Von ihren ersten Treffen mit Mounir erzählt Alicia Reimer voller Wärme. Er sei ein sehr ernsthafter Junge, höflich und freundlich, der sehr schnell lerne. In der kleinen Wohnung der Studentin in Süd haben beide einen Test über die Uhrzeiten vorbereitet. Aber künftig wollen die junge Frau und der Schüler der Karolina-Burger-Realschule plus in Mundenheim auch sonnige Stunden auf der Parkinsel genießen. Außerdem soll er sein neues Umfeld besser kennenlernen. Im Mittelpunkt steht dabei, dass Mounir schnell Deutsch lernt und in seiner Schule den Anschluss in seiner neuen Klasse findet. Er hat nämlich ein ehrgeiziges Ziel: das Abitur.

Das neue Zuhause des Jungen ist nach der Flucht aus Aleppo seit November eine Wohnung in der Bayreuther Straße in West. Dort lebt der Zwölfjährige mit seinen Eltern und zwei jüngeren Schwestern. Sein liebstes Hobby ist das Fußballspielen.

Noch Fragen

Für das Projekt „Ein Teller mehr“ werden noch Paten gesucht. Familien oder Menschen, die sich dafür interessieren, können sich per E-Mail an info@eintellermehr.de mit dem Verein „Respekt: Menschen!“ in Verbindung setzen.

 

 

 

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