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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Mannheim und Region

„Manche Fälschungen sind Sammlerobjekte“

Interview: Der Archäologe Thomas Kreckel über die Geschichte des Falschgelds – Heute Vortrag in Bad Dürkheim

Vorbild dieser von Thomas Kreckel geprägten Münze ist die römische Handelsmünze Denar.

Vorbild dieser von Thomas Kreckel geprägten Münze ist die römische Handelsmünze Denar. ( Foto: Ladwig)

«Heidelberg/Bad Dürkheim.» Fast zeitgleich mit der Verwendung von Münzen als Zahlungsmittel kam Falschgeld in Umlauf. Thomas Kreckel aus Weidenthal hat in der Region mehrere Grabungen geleitet und arbeitet derzeit an der Universität Heidelberg an einem Münzforschungsprojekt. Ein Gespräch über täuschend echte Imitate und betrügerische Hersteller.

Herr Kreckel, seit wann gibt es Münzen als Zahlungsmittel und aus welcher Zeit stammen die ältesten Funde in unserem Raum?

Die ersten Münzen wurden um 600 vor Christus in Lydien in Kleinasien geprägt, wo König Krösus für sein gesamtes Herrschaftsgebiet das erste Münzsystem erfand. Bald darauf wurden in Griechenland die ersten Silbermünzen und in Rom die erste einheitliche Währung eingeführt. Ab 211 vor Christus prägten die Römer mit dem Denar regelmäßig Silbermünzen. Die ältesten Münzfunde im Dürkheimer Raum stammen aus der keltischen Zeit, etwa aus dem dritten und zweiten Jahrhundert vor Christus.

 

Gingen mit den ersten Münzen denn auch gleich die Münzfälscher ans Werk?

Falschmünzerei ist fast so alt wie die Münzprägung selbst. Erste Fälschungen fanden sich bereits in Lydien im frühen sechsten Jahrhundert. Falschmünzer in der Antike gingen ein hohes Risiko ein. Wenn sie erwischt wurden, hat man sie meist zum Tode verurteilt – in verschiedenen unangenehmen Varianten. Die Wahrscheinlichkeit, entlarvt zu werden, hing allerdings meist von der Qualität der Fälschungen ab. Je besser die Fälschung gelang, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit gewesen, damit aufzufliegen.

 

Wann begannen die Menschen, Münzen zu sammeln?

Münzen wurden wohl schon in der Antike gesammelt. Ein Aufschwung der Sammlertätigkeit ist zu Beginn der Renaissance beobachten, da die Rückbesinnung auf die griechisch-römische Antike es mit sich brachte, auch ihre Relikte zu sammeln. Besonders Kleinfunde wie Münzen und Gemmen wurden gerne zusammengetragen. Ein gutes Beispiel ist Cyriacus von Ancona, ein Kaufmann aus dem 15. Jahrhundert. Auf seinen Reisen dokumentierte er antike Inschriften und Ähnliches, auch sammelte und verkaufte er Münzen.

 

Sie unterscheiden im Titel Ihres Vortrags zwischen Münzfälschern und Falschmünzern – praktiziert der eine weniger betrügerisch als der andere?

Der Münzfälscher handelt wie der Falschmünzer, der aktuelles Geld fälscht, aus kriminellen Motiven. Er weiß, dass ein Sammler immer auf der Suche nach seltenen Geprägen ist und versucht, die Nachfrage durch Eigenproduktion zu befriedigen, um ordentlichen Gewinn zu machen. Mittlerweile sind Fälschungen bekannter Münzfälscher selbst begehrte Sammlerobjekte. Hierbei wurden aber nicht nur „echte“ Gepräge kopiert, sondern es entstanden bisweilen auch „erfundene“ Münzen.

Termin

Über Falschmünzer und Münzfälscher spricht der Archäologe Thomas Kreckel heute ab 19.30 Uhr im Dürkheimer Haus Catoir bei der Museumsgesellschaft. |Foto: Mehn

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